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Florentino Pérez verteidigt die vorerst gescheiterte Super League weiterhin hartnäckig. Geht es nach dem Real-Boss wird das Projekt trotz Gegenwehr zur Realtität.

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Florentino Pérez ist der erste Präsident der Super League - und ihr hartnäckigster Verteidiger!

Der Klubboss von Real Madrid gibt das Projekt auch nach dem massiven Gegenwind seit der Gründung nicht auf - im Gegenteil: der 74-Jährige sieht den Wettbewerb der Mega-Klubs trotz heftiger Fan-Proteste und diverser Absagen als absolut alternativlos an. 

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In einem ausführlichen Interview in der spanischen Marca hat der Unternehmer und Ex-Politiker seinen Standpunkt nun einmal mehr verdeutlicht - und dabei neben scharfer Kritik an der UEFA auch Gedankenspiele zu einem veränderten Modus  geäußert. 

Pérez über: 

... über die Rückzüge mehrere Super-League-Mitglieder: 

"Die Liga existiert und die Mitglieder sind auch da. Ich werde nicht erklären, was ein bindender Vertrag ist. Aber Fakt ist, die Klubs können nicht aussteigen. Einige, wegen dem Druck, mussten sagen, dass sie gehen werden. Aber dieses Projekt, oder etwas sehr ähnliches, wird passieren - und ich hoffe, dass es bald passiert."

... die Gegenwehr von der UEFA

"Wir wollten mit der UEFA über die Details sprechen, aber sie haben uns keine Zeit gegeben. Ein inszeniertes, manipuliertes Unterfangen wurde organisiert, wie ich es noch nie gesehen habe. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir mussten uns an die Gerichte wenden, die eine einstweilige Verfügung ausgesprochen haben. Damit ist alles gesagt."

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Die Verfügung besage, dass UEFA und FIFA von jeglichen Handlungen unterlassen müsse, die die Vorbereitung einer Super League behindern könnten: "In meinen Augen beendet das das Monopol der UEFA. Trotz der Verfügung am Dienstag, hat der Präsident der UEFA (Alexander Ceferin, Anm. d. Red.) mit seinen Drohungen am Mittwoch weitergemacht. Das sind Aktionen, die gegen den freien Wettbewerb in der Europäischen Union gehen, und das ist sehr ernst." 

... über Kritik, dass die Super League viele Klubs ausschließt und den nationalen Ligen schadet: 

"Beide Argumente sind nicht wahr. Alles wurde manipuliert. Die Super League ist die beste Option und wurde kreiert, um dem Fußball aus der Krise zu helfen [...] Aber wir müssen etwas falsch gemacht haben. Wir werden versuchen, den Bock umzustoßen und mehr Ideen zu entwickeln.

... über neue Pläne für das Format der Super League: 

Vielleicht ist die Lösung, dass die besten vier Teams aller Ligen teilnehmen. 

Der CHECK24 Doppelpass mit Roman Weidenfeller und Roman Weidenfeller am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

... über den Zuschauer-Schwund bei den jungen Fans: 

"Es muss etwas unternommen werden - Menschen zwischen 14 und 24 Jahren kehren dem Fußball den Rücken, weil sie es im Vergleich zu anderen Plattformen langweilig finden."

... über die finanziellen Probleme der Klubs: 

"Der Fußball ist schwer beschädigt, weil seine Wirtschaftlichkeit ruiniert wurde. Er muss sich an die neue Ära anpassen, in der wir leben." Die Super League habe das Ziel, dass mehr Geld für alle Bereiche des Fußballs zur Verfügung stehe. "Das Konzept ist, mehr Interesse für die Spiele zu generieren. In den ersten drei Monaten der Pandemie allein haben die zwölf Klubs der Super League 650 Millionen Euro Verluste gemacht (Pérez beruft sich hier auf einen Bericht des Wirtschafts-Prüfungsinstituts KPMG, Anm.). Am Ende dieser Saison - wenn die Pandemie weitergeht - werden die Verluste bei zwei bis zweieinhalb Milliarden Euro liegen. Entweder wir tun etwas, oder viele Klubs werden bankrott gehen. 

Diesen Punkt wiederholte Pérez noch ein zweites Mal: "Es wird einen Aufstand der Klubs geben, wenn sie bankrott gehen. Denn die einzigen, die überleben, werden die Klubs sein, die von Staaten finanziert werden oder Multimillionäre als Eigner haben. Die bereit sind, jede Saison hunderte Millionen zu verlieren."