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München - Kai Havertz überragt beim 2:0-Sieg des FC Chelsea gegen Everton. Zuvor durchlebte der 21-Jährige unglückliche Monate. Die Erwartungshaltung an ihn ist hoch.

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Für viel Geld gekommen, wenig gespielt und dann auch noch verletzt gewesen: Kai Havertz hat beim FC Chelsea keine einfache Zeit hinter sich.

In 20 Premier-League-Einsätzen für die Blues gelang dem deutschen Nationalspieler bislang erst ein Treffer. Aufgrund einer Verletzung kam Havertz im Februar in keinem einzigen Spiel zum Einsatz.

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Kai Havertz explodiert gegen Everton

Bisher konnte der 21-Jährige kaum zeigen, warum der FC Chelsea für ihn im vergangenen Jahr eine Ablöse von 80 Millionen Euro an Bayer 04 Leverkusen überwiesen hatte.

Doch beim 2:0-Heimsieg gegen Everton am Montag stand Havertz erstmals seit dem 27. Januar in der Startelf. Überhaupt erst zum zweiten Mal unter Neu-Coach Thomas Tuchel. Und der gebürtige Aachener zeigte nach langer Zeit endlich einmal wieder seine ganze Klasse und avancierte zum auffälligsten Mann der Partie.

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Bei beiden Toren spielte Havertz eine Schlüsselrolle. In der 31. Minute war es sein Schuss, den Everton-Verteidiger Ben Godfrey ins eigene Netz lenkte. Auch nach der Pause initiierte Havertz mehrere gute Angriffe und kam vor allem selbst in die gefährlichen Räume.

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Sein vermeintlicher Treffer zum 2:0 in der 54. Minute wurde aufgrund eines Handspiels zwar noch zurückgepfiffen, zehn Minuten später holte Havertz jedoch den Elfmeter zum entscheidenden 2:0 durch Jorginho heraus. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Tuchel: "Das erwarten wir von ihm"

Alles in allem also ein gelungener Auftritt des ehemaligen Leverkuseners, der sich im November mit Covid-19 infiziert hatte und beim FC Chelsea anschließend nicht mehr über den Status des Ergänzungsspielers hinausgekommen war. 

"Ich bin sehr zufrieden mit Kai. Er hat das Vertrauen, das wir ihm geben, zurückgezahlt", lobte Tuchel nach Spielschluss und schob nach: "Das erwarten wir von ihm: Dass er sich zwischen den Linien bewegt, die Bälle kontrolliert und den Zug zum Tor zeigt. Und auch, dass er Assists liefert und selbst abschließt." (NEWS: Alles zur Premier League)

Havertz habe alle Fähigkeiten, ein dominanter Spieler in der Offensive zu sein, sagte Tuchel. "Das hat er heute gezeigt." Dabei kam es dem Deutschen zugute, dass Tuchel ihn am Montag erstmals als Falsche Neun ins Sturmzentrum beordert hat. Jetzt sei es aber wichtig, dass sich Havertz allmählich an die Spielweise in der Premier League gewöhnt, forderte Tuchel.

Der Gelobte selbst gab nach dem Sieg gegen Everton zu, dass seine ersten Monate in London "schwierig" gewesen seien. Jedoch hoffe er, dass die Zeit der Eingewöhnung jetzt vorbei ist und er seine Kritiker schon bald zum Schweigen bringen kann.

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Havertz: "Es ist Zeit abzuliefern"

"Jetzt ist es Zeit abzuliefern", sagte Havertz im Hinblick auf seine mittlerweile schon siebenmonatige Schaffenszeit in London. Zwar sei es schwer zu beurteilen, ob das Spiel gegen Everton sein bisher Bestes im Chelsea-Trikot war. "Aber ich hoffe, dass mir diese Leistung eine Menge Selbstvertrauen gibt."

Er wisse, dass viele Leute an ihm zweifeln. "Aber ich werde weitermachen und hart arbeiten", versprach Havertz kämpferisch. "Ich versuche, der Mannschaft in jeder Situation zu helfen. Das ist das Wichtigste für mich. Ich hoffe, dass ich an meine gute Leistung anknüpfen kann." 

Die englische Presse überschüttete den Offensiv-Spieler nach der Partie gegen Everton mit Lob. Havertz habe sein Team beinahe im Alleingang zum Sieg geführt und seine mit Abstand beste Performance bei den Blues gezeigt, war in den britischen Zeitungen zu lesen. 

Havertz' sportliche Auferstehung steht aktuell wohl sinnbildlich für die gesamte Entwicklung des FC Chelsea. Seit Thomas Tuchel das Traineramt bei den Londonern Ende Januar übernommen hat, geht es kontinuierlich bergauf. 

Tuchel stellt Rekord in der Premier League auf

In der Premier League haben sich die Blues mittlerweile bis auf Rang vier vorgekämpft. Auch in der Champions League stehen die Chancen aufs Viertelfinale nach dem 1:0-Hinspielsieg gegen Atlético Madrid ziemlich gut. (Die Tabelle der Premier League)

Und so steht für Tuchel die starke Bilanz von acht Siegen und drei Unentschieden aus den ersten elf Partien mit dem FC Chelsea - bei gerade einmal zwei Gegentoren. (Spielplan und Ergebnisse der Premier League)

Der Trainer, dem es zudem als erstem Coach in der Premier League gelang, seine ersten fünf Heimspiele allesamt zu null zu beenden, hob die Einstellung seiner Mannschaft hervor und lobte: "Wir haben auf einem hohen Level verteidigt. Es macht Spaß, an der Seitenlinie zu stehen und mit dem Team zu arbeiten."

Damit das auch so bleibt, wollen die Blues schon am kommenden Samstag das nächste Erfolgserlebnis einfahren. Dann steht die Auswärtspartie bei Leeds United (Premier League: Leeds United - FC Chelsea, Sa., ab 13.30 Uhr im LIVETICKER) an - wahrscheinlich, dass Kai Havertz nach seinem starken Auftritt gegen Everton auch dann wieder in Tuchels Startelf stehen wird.