Gianni Infantino (r.) holt einen juristischen Erfolg
Gianni Infantino (r.) holt einen juristischen Erfolg © AFP/SID/-
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Gianni Infantino verzeichnet im Strafprozess gegen seine Person einen juristischen Erfolg. Untersuchungshandlungen gegen den FIFA-Boss sind nichtig.

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FIFA-Boss Gianni Infantino hat im Strafprozess gegen seine Person einen juristischen Erfolg verbucht. Wie der Fußball-Weltverband am Donnerstag mitteilte, hat das Schweizer Bundesstrafgericht festgestellt, dass "der außerordentliche Bundesanwalt Stefan Keller mit der Ausweitung seiner Untersuchung über seine Zuständigkeit hinaus rechtswidrig gehandelt hat". Dies habe zur Folge, dass Teile der von Keller vorgenommenen Untersuchungshandlungen für nichtig erklärt worden seien.

Keller war damit beauftragt, "bestimmte Treffen zwischen dem ehemaligen Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber und Infantino zu untersuchen". Der Bundesanwalt habe jedoch begonnen "seine Ermittlungen über sein Mandat hinaus auszuweiten", weshalb das Bundesstrafgericht nun feststellte, dass eine "durch Keller vorgenommene Befragung eines Dritten weder in der Kompetenz Kellers als außerordentlicher Bundesanwalt noch als außerordentlicher Staatsanwalt des Bundes liegt". Daher sei die "Einvernahme der Auskunftsperson nichtig und das entsprechende Einvernahmeprotokoll aus sämtlichen Akten zu entfernen".

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Keller hatte im Dezember mitgeteilt, dass es "deutliche Anzeichen für ein strafbares Verhalten des FIFA-Präsidenten" gebe. Die FIFA reagierte damals prompt, die Aussage des Bundesanwalts grenze an "Rufmord" hieß es, mit der Mitteilung von Donnerstag fühlt sich der Fußball-Weltverband in seiner Haltung bestätigt.

Infantino seit 2019 im Zentrum der Ermittlungen

"Jetzt ist klar, dass diese unbegründete und rufschädigende Aussage auf der Basis einer nun vom Bundesstrafgericht als nichtig qualifizierten Untersuchungshandlung erfolgte", schrieb die FIFA in ihrer Stellungnahme: "Das Bundesstrafgericht hielt ferner fest, dass es Aufgabe der Aufsichtsbehörde sei, die Amtsführung des außerordentlichen Bundesanwalts zu überwachen. Die FIFA vertraut darauf, dass dies fortan tatsächlich der Fall sein wird."

Infantino steht seit Sommer 2019 im Zentrum von Ermittlungen. Einerseits geht es um drei nicht protokollierte Geheimtreffen zwischen Infantino und Lauber. Zudem wird Infantinos Nutzung eines Privatjets zwischen Surinam und der Schweiz untersucht.

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Am Ende einer Dienstreise soll der FIFA-Boss wegen der ungünstigen Linienflug-Verbindungen einen Privatjet gechartert haben. Als Grund ließ Infantino gegenüber dem Compliance-Chef der FIFA ein Treffen mit UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin angeben - dieses soll aber nicht geplant gewesen sein und auch nicht stattgefunden haben.

Keller sah in der "Flugaffäre" den Verdacht auf ungetreue Geschäftsführung und sprach sich für zusätzliche Untersuchungen aus.