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München - In der Champions League gab es für Barca ein historisch frühes Aus gegen PSG. In La Liga läuft's hingegen wie geschmiert. Trainer Ronald Koeman hat etwas verändert.

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Es krachte beim FC Barcelona - und zwar gewaltig! In Ronald Koemans Arbeit gäbe es "mehr Schatten als Licht", urteilte die Marca jüngst über Barcas niederländischen Cheftrainer. 

Und vor der Präsidentschaftswahl Anfang März gab es auch klubintern nicht wenige Stimmen, die dem Coach ein abruptes Ende seiner bisher achtmonatigen Schaffenszeit in der Hauptstadt Kataloniens prophezeit hatten. Die bittere 1:4-Heimniederlage im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain hat den so stolzen Traditionsklub bis ins Mark getroffen.

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Neu-Präsident Laporta stärkt Koeman den Rücken

Barcelona-Legende Xavi soll als neuer Trainer sogar schon bereitgestanden haben, um den Niederländer aus dem Amt zu drängen. Doch dann kam alles anders: Joan Laporta wurde zum neuen Präsidenten des FC Barcelona gewählt. Und mit ihm eine Führungsriege, die geschlossen hinter dem 57 Jahre alten Koeman steht.

Zwar wissen auch die neuen Bosse, dass Koeman mitverantwortlich dafür ist, dass der FC Barcelona erstmals seit 14 Jahren nicht ins Champions-League-Viertelfinale eingezogen ist. Doch sie haben in erster Linie die Entwicklung der Mannschaft im Blick. Und die bewerten sie gegenwärtig extrem positiv. 

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Die Einschätzungen liegen nicht nur darin begründet, dass Barca dieses Jahr wieder einmal im Finale des spanischen Pokals steht. Vor allem die Formkurve in der Liga imponiert den Chefs. 

Dort präsentiert sich der FC Barcelona seit Monaten in herausragender Verfassung, ist seit 17 Spielen ungeschlagen und hat sich in der Tabelle bis auf Rang zwei vorgearbeitet. Der Rückstand auf Spitzenreiter Atlético Madrid beträgt nur noch vier Punkte, zwischenzeitlich waren es zwölf. (Tabelle von La Liga)

Koeman: "Können um den Titel kämpfen"

Nach dem 4:1-Sieg am Montag gegen den SD Huesca ließ sich Coach Koeman sogar zu einer selbstbewussten Kampfansage Richtung Madrid hinreißen: "Es sind noch viele Partien zu spielen und es ist für jedes Team schwierig, alles zu gewinnen. Wir können um den Titel kämpfen." (Ergebnisse von La Liga)

Mitentscheidend für den derzeitigen Aufschwung ist die Systemumstellung in der Defensive auf jetzt drei Innenverteidiger. "Das gibt uns zusätzlich Stärke", ist sich Koeman sicher. "Wir machen weniger individuelle Fehler beim Verteidigen." Aber auch die neue Effektivität im Angriff ist ihm zufolge ein wichtiger Erfolgsfaktor. 

Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Offensive um Superstar Lionel Messi, Antoine Griezmann und Ousmane Dembélé inzwischen phasenweise unwiderstehlich gut miteinander harmoniert. Gegen Schlusslicht Huesca sorgte Messi mit seinen Toren 660 und 661 im Barca-Trikot (13./90.) für den Startschuss und den Schlusspunkt. 

Zudem zog der argentinische Zauberfußballer mit nunmehr 767 Pflichtspielen für den FC Barcelona mit Xavi gleich. Kein Barca-Profi in der Geschichte stand öfter auf dem Spielfeld. "Lionel hat wieder gezeigt, dass er der Beste ist. Er ist der wichtigste Mann in der Geschichte dieses Vereins und zum Glück spielt er immer noch für unser Team", lobte Koeman. 

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Bleibt Messi wegen Koeman? 

Das Verhältnis des Niederländers zu seinem argentinischen Offensivkünstler gilt ohnehin als gut. Auch zu dem Zeitpunkt schon, als es in der Hinrunde sportlich bei Barca überhaupt nicht rund lief. 

Gab es mit dem vorherigen Cheftrainer Quique Setién immer wieder Reibungen und Probleme, lag Messi mit Koeman von Beginn an auf einer Wellenlänge. Nicht wenige bei Barca, darunter auch Neu-Präsident Laporta, hoffen, dass Koeman den heftig umworbenen Messi sogar trotz zahlreicher lukrativer Angebote über den Sommer hinaus zum Bleiben bewegen kann. 

Denn unter Koeman hat der Zauberfußballer aktuell wieder richtig Spaß am Spielen, fühlt sich im neuen Barca-System sichtlich wohl. In den vergangenen 13 Ligaspielen war Messi immer an mindestens einem Treffer beteiligt, in La Liga führt er die Torjägerliste mit 21 Toren an. Zudem gelang dem 33-Jährigen das Kunststück, in 13 Spielzeiten am Stück mindestens 20 Ligatreffer zu erzielen - historisch! 

Beim Heimspiel gegen Huesca huldigte der Verein seinem personifizierten Aushängeschild mit einem riesigen Transparent auf der leeren Tribüne des Camp Nou. Es zeigte den sechsmaligen Weltfußballer Arm in Arm mit Ex-Teamkollege Xavi. 

Messi und Xavi geben Statements ab

"Es ist eine große Ehre, diese Anzahl an Spielen für Barcelona zu erreichen", schrieb Messi nach der Partie in den sozialen Medien. "Vielen Dank an alle meine Teamkollegen, die mich über die Jahre begleitet haben, und an meine Familie und Freunde, die immer an meiner Seite waren."

Auch Xavi selbst reagierte. "Es konnte nur Leo sein", sagte der heute 41-Jährige bei Mundo Deportivo zu Messis Marke. "Es ist absolut fair, dass der beste Spieler der Geschichte derjenige ist, der die Farben von Barca am häufigsten verteidigt hat." 

Schon am kommenden Sonntag im Auswärtsspiel bei Real Sociedad (La Liga: Real Sociedad - FC Barcelona, So., ab 21 Uhr im LIVETICKER) dürfte der Argentinier endgültig zum alleinigen Rekordspieler des FC Barcelona aufsteigen. Dann wollen die Blaugranas ihre beeindruckende Serie in der Liga ausbauen und den Druck auf Tabellenführer Atlético weiter erhöhen.