Steven Gerrard führt die Glasgow Rangers als Trainer zu Bestmarken
Steven Gerrard führt die Glasgow Rangers als Trainer zu Bestmarken © Imago
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München - Unter Trainer Steven Gerrard erblühen die gefallenen Glasgow Rangers wieder und sorgen für europäische Bestmarken. Der Coach macht Werbung in eigener Sache.

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Der Star bei den Glasgow Rangers ist der Trainer. Immer wieder zieht Steven Gerrard die Blicke auf sich. 

Dabei hätten die Spieler des schottischen Traditionsklubs ebenso viel Aufmerksamkeit verdient. Sie dominieren in ihrer Heimat und stellen europäische Bestwerte auf. Selbst der FC Bayern, Paris Saint-Germain oder der FC Liverpool kommen da nicht heran (So schwärmt Klopp von Trainer Gerrard).

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Die letzte Niederlage gab es für die unschlagbaren Schotten am 6. August gegen Bayer Leverkusen beim 0:1 in der Europa League. In den folgenden 23 Partien konnte kein Gegner die Rangers niederringen. Das ist die längste Serie in Europa. Mit dem jüngsten 3:2-Erfolg am Donnerstagabend lösten die Rangers das Ticket für die K.o.-Runde (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Gerrard macht Ankündigungen wahr

Vor allem die Defensive stellt Bestwerte auf. "Unser Stadion wird wieder eine Festung. Wir wollen ein furchtbarer Gegner sein und unser Tor mit unserem Leben verteidigen. Die Gegner sind lange hierher gekommen und hatten eine gute Zeit. Das wird nicht mehr passieren", hatte Gerrard vor einiger Zeit angekündigt - und sollte Recht behalten.

In der Liga ist sein Team seit 633 Minuten ohne Gegentor. Kurios: Das letzte Mal schlug der Ball nach einem Eigentor von George Edmundson im Rangers-Gehäuse ein. 

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Seitdem gab es sieben Spiele ohne Gegentreffer. 17 Pflichtspiele zu null sind ebenfalls ein unglaublicher Topwert. In der Scottish Premiership gab es für Gerrards Crew bisher nur drei Gegentore - unangefochtene Bestleistung Europas (Gerrard fordert Statue für Klopp)

Aber auch in der Offensive lassen die Rangers Rekorde purzeln.

Glasgow Rangers glänzen wieder

Keine Frage: Der 54-malige Meister und 33-malige Pokalsieger glänzt wieder!

Dabei sah es zu Gerrards Amtsantritt im Juni 2018 ganz anders aus. Der Verein hatte sich nach Insolvenz und Zwangsabstieg in Liga vier zwar wieder ins Oberhaus gekämpft, spielte dort aber eher die Rolle der grauen Maus. 

Die Legende des FC Liverpool veränderte seitdem fast alles.

Gerrard hat sich als Profi nie vor Verantwortung gedrückt, war jahrelang Kapitän der Reds und zerriss sich auf dem Feld für sein Team. Das verlangt er nun von seinen Schützlingen. 

Der 40-Jährige sagt deutlich, was ihm nicht gefällt. Jeder Spieler weiß, was er verbessern muss. Gerrard geht dabei aber sehr respektvoll mit seiner Mannschaft um. 

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Liverpool-Legende erhöht Geldstrafen

Der Ex-Nationalspieler Englands sorgte zudem dafür, dass sich neben dem Platz einiges verbessert. 

Das Trainingsgelände wurde renoviert, damit die Spieler dort mehr Zeit verbringen. Auch die Geldstrafen wurden verschärft. So erhöhte Gerrard die Disziplin und schaffte einen eingeschworenen Haufen.

Alles, was er bisher anpackte, funktionierte. Dabei verfügte der ehemalige Spielmacher vor seinem Amtsantritt kaum über Coaching-Erfahrung. Er war zuvor lediglich etwas mehr als ein Jahr lang Jugendtrainer bei Liverpool (Gerrards schlimmste Verletzung als Spieler)

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Benitez und Houllier sind Gerrards Vorbilder

Die mehr als 700 Pflichtspiele auf dem Rasen haben Gerrard dennoch perfekt vorbereitet. 

"Der Fußball hat sich nicht verändert. Er ist genauso wie vor 100 Jahren. Ich sage meinen Spielern das, was ich 1999 von Gérard Houllier oder Rafa Benítez gehört habe", erklärte Gerrard. "Einige Trainer verkomplizieren die Dinge."

Steven Gerrard (l.) schaute sich bei Liverpool viel bei seinem Ex-Trainer Rafa Benitez ab
Steven Gerrard (l.) schaute sich bei Liverpool viel bei seinem Ex-Trainer Rafa Benitez ab © Imago

Gerrard führt sein Team so zu ungeahnten Höhen. "Und wir werden noch viel besser", meint James Tavernier. Der 29-Jährige hat bereits 14 Treffer erzielt und zehn Vorlagen geliefert in allen Wettbewerben - als Rechtsverteidiger! Damit ist er mit Abstand der gefährlichste Abwehrmann Europas.

Klopp fordert Gerrard als Nachfolger

Die Außenverteidiger haben beim Trainer eine sehr offensive Rolle - nach dem Vorbild von Gerrards Herzensklub. "Das System von Glasgow ist ähnlich zu dem von Liverpool, nur die Spieler sind andere", analysierte Benficas Trainer Jorge Jesus. 

Zu Liverpool geht es für Gerrard eines Tages wohl auch zurück. Selbst Jürgen Klopp sagte als aktueller Coach: "Wenn man mich fragt, wer auf mich folgen soll, würde ich Stevie sagen. Ich helfe ihm, wann immer ich kann."

Bevor er vielleicht wieder zu seinem Jugendverein zurückkehrt, will Gerrard aber noch die Rangers zur Nummer 1 in Schottland machen. Sein Plan für diese Saison: Erzfeind Celtic den möglichen Rekord von zehn Meisterschaften in Serie zerstören.

Die Chancen dafür stehen gut: Aktuell liegen die Rangers elf Punkte vor dem Stadtrivalen.