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München - Wayne Rooney verblüfft bei seinem Debüt als Cheftrainer von Derby County die Beobachter mit seinem Auftreten. Dieses erklärt der Engländer nach dem Spiel.

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Seit Anfang des Jahres ist Wayne Rooney Spielertrainer beim englischen Zweitligisten Derby County. 

Jenem Verein, bei dem auch Frank Lampard seine ersten Erfahrungen als Cheftrainer sammelte. Am Wochenende erlebte nun auch Rooney nach der Freistellung von Phillip Cocu seine Premiere als alleiniger Verantwortlicher.

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Doch statt wie Lampard um den Aufstieg mitzuspielen, kämpft Rooney mit Derby derzeit um den Klassenerhalt. Mit nur sieben Punkten nach vierzehn Spielen belegen die Rams nämlich den 24. und damit letzten Rang in der Championship. (SERVICE: Tabelle)

Rooney gibt Debüt als alleiniger Cheftrainer

Umso wichtiger wäre daher am Wochenende ein Sieg gegen die Wycombe Wanderers gewesen, die nur zwei Plätze vor Derby liegen.

Letztlich reichte es jedoch nur für einen Punkt, weil Matt Bloomfield - der noch ein Jahr älter ist als Rooney - rund zehn Minuten vor Ende zum 1:1-Ausgleich für die Wanderers traf. 

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Doch statt nach dem Schlusspfiff wutentbrannt in die Kabine zu stürmen, gratulierte Rooney dem Trainerstab der Gäste artig, bevor er Richtung Kabine schlich.

Eine Seite von Rooney, die man bei ihm als Spieler noch vergebens suchte. Vor allem zu seiner Zeit bei Everton und Manchester United war der Offensivspieler für sein Temperament bekannt, zog vor keinem Gegenspieler zurück.

Obwohl er lange Zeit als Stürmer agierte, trat Rooney immer wieder mit seinen ungestümen Grätschen in Erscheinung. In seiner Karriere sah Rooney bislang 133 Gelbe und sechs Rote Karten.

Rooney will Entscheidungen in Ruhe treffen  

Dass der 35-Jährige an der Seitenlinie deutlich zurückhaltender ist, hat laut Rooney einen guten Grund. "Manchmal kannst du an der Linie stehen und den ganzen Tag schreien. Aber es kommt der Zeitpunkt, an dem die Spieler daran das Interesse verlieren."

Der Engländer weiter: "Jeder ist anders, natürlich. Aber ich habe das Gefühl, wenn ich jemanden anschreie, muss es zur richtigen Zeit gemacht werden, um einen Effekt zu haben. Ich bin etwas ruhiger geworden, im Vergleich zu früher. Wenn ich Entscheidungen treffe, will ich ruhig sein."

Dass ihn viele Spieler bei seiner ersten Trainerstation noch als Mitspieler kennen, stört Rooney nicht. "Ich wurde von einen meiner Kumpels gefragt, wie ich damit umgehe, Spieler außen vorzulassen - weil ich mit ihnen in der Umkleide gewesen bin. Aber das ist kein Problem für mich. Ich muss das machen, was am besten für die Mannschaft ist."

Trotz des ernüchternden Debüts glaubt Rooney weiter fest an den Klassenerhalt. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle Mittel haben, um in der Liga zu bleiben."

Wayne Rooney: "The Quiet One"

Von Panik keine Spur. Als Trainer agiert Rooney, so macht er zumindest den Anschein, ganz nach dem Motto 'in der Ruhe liegt die Kraft'.

Auch deshalb tauften ihn die englischen Medien jüngst "The Quiet One". 

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Jetzt muss der Engländer nur noch beweisen, dass er nicht nur namentlich, sondern auch sportlich in eine Riege mit José Mourinho ("The Special One") und Jürgen Klopp ("The Normal One") gehört.