Robinho spielte zuletzt bei Basaksehir
Robinho spielte zuletzt bei Basaksehir © Imago
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Rio de Janeiro und München - Rund um eine Gruppenvergewaltigung, wegen der Robinho bereits verurteilt war, kommen neue Details ans Licht. Sein Vertrag beim FC Santos wird auf Eis gelegt.

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Die Vergewaltigungsvorwürfe aus seiner Zeit in Italien haben Fußball-Star Robinho wieder eingeholt - und seine Rückkehr zu Heimatklub FC Santos schon nach wenigen Tagen platzen lassen. Zumindest vorerst.

Nachdem am Freitag Details veröffentlicht wurden aus Whatsapp-Botschaften und Telefon-Mitschnitten der Beteiligten an einer Gruppenvergewaltigung im Jahre 2013, wegen der Robinho in erster Instanz bereits verurteilten wurde, zog Santos nun Konsequenzen.

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Der erst am vergangenen Samstag geschlossene Vertrag mit dem Rückkehrer wurde angesichts der wachsenden Welle von Empörungen aus allen Richtungen nun auf Eis gelegt.

"Leider gibt es diese feministischen Bewegungen da draußen", reagierte Robinho in einem Exklusiv-Interview mit UOL Esporte angegriffen. "Viele von denen sind, auf gut Portugiesisch gesagt, ja nicht einmal Frauen." 

Robinho 2017 zu neun Jahren Haft verurteilt

2017 war er in Italien im Zuge eines Prozesses um eine Gruppenvergewaltigung zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Er ging jedoch in Berufung, das Urteil ist daher nach wie vor nicht rechtskräftig.

Robinho beteuert seine Unschuld, seine Anwälte machen immer wieder deutlich, dass er weiter als unschuldig zu betrachten sei.

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In den zugänglichen Gerichtsprotokollen liest es sich, als sähe Robinho im Oralverkehr mit einer Sturzbetrunkenen keine Vergewaltigung, als wäre das bloße Zusehen beim Gruppensex von Freunden mit einer einzigen Frau keine Mittäterschaft. 

Ze Roberto von Robinho geschockt

"Ich bin schockiert. Das sind Dinge, die niemand bisher wusste", äußerte sich auch Ze Roberto, als der frühere Leverkusener und Münchner von den WhatsApp-Botschaften Wind bekam, in denen Robinho und seine Freunde ihre Männlichkeit glorifizieren und sich über ihren "Jux" lustig machen. 

Der 36 Jahre alte Ex-Nationalspieler, der zu Karrierestart zweimal mit Santos Meister geworden war, gewann nach Zwischenstationen u.a. bei Real Madrid, Manchester City und dem AC Mailand, wo das vermeintliche Verbrechen stattfand, jüngst mit Istanbul Basaksehir erstmals in der Klubgeschichte die türkische Meisterschaft.

Robinho sollte bei Santos ein symbolisches Monatssalär von 1500 Real (etwa 230 Euro) bekommen, der Klub garantierte ihm aber schon nach zehn Einsätzen einen Bonus von 300.000 Real (etwa 45.000 Euro).

Welle der Empörung nach neuen Details

Trotz des laufenden Einspruchs gegen das Urteil sorgte seine Rückkehr zum FC Santos für mächtig Empörung.

Nach der Vertragsunterzeichnung am vergangenen Samstag sprang der erste Sponsor, eine Zahnklinik-Kette, ab.

Und als am Freitag die pikanten Mitschnitte an die Öffentlichkeit kamen, wuchs auch bei den übrigen Sponsoren, in der Fanlandschaft und vor allem in den Medien der Druck dermaßen, dass dem Klub und Robinho keine andere Wahl blieb.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)