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München - Mario Götze spielt ab sofort für die PSV Eindhoven. Bei SPORT1 spricht der ehemalige PSV-Profi Daniel Schwaab über den Weltmeister von 2014 und verrät Interessantes.

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Der Wechsel von Mario Götze zur PSV Eindhoven ist in diesen Tagen das große Thema in den Niederlanden. Am heutigen Donnerstag wurde der 28-Jährige offiziell vorgestellt. (SPORT1-Kommentar: "Man kann Götze nur gratulieren")

Auch Daniel Schwaab hat den Hype um Götze mitbekommen. Er spielte bis zu diesem Sommer vier Jahre in Eindhoven. Aktuell ist der Innenverteidiger ohne Verein.

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Im SPORT1-Interview spricht der 32-Jährige über Götze und verrät, was den Weltmeister von 2014 erwartet.

SPORT1: Herr Schwaab, wie sehen Sie gerade Ihre eigene Zukunft?
 
Daniel Schwaab: Ganz entspannt. Ich genieße nach zwei Jahren pendeln zwischen Eindhoven und Südbaden die Zeit in meiner Heimat. Ich hole viele Dinge nach, die in den vergangenen Jahren zu kurz kamen.

SPORT1: Warum wurde Ihr Vertrag bei der PSV nicht verlängert? 
 
Schwaab: Ich habe den Verantwortlichen früh, noch vor Abbruch der Saison, mitgeteilt, dass ich wieder mehr bei meiner Frau und unseren drei Kindern sein möchte und daher eine Verlängerung keine Option für mich ist.

SPORT1: PSV hat Mario Götze verpflichtet. Was sagen Sie dazu?

Schwaab: Ich war positiv überrascht, dass PSV in der Lage ist, so einen Hochkaräter zu verpflichten. Es ist schon interessant, wie oft ich "PSV Eindhoven" seit der Verpflichtung in den deutschen Medien gehört beziehungsweise gelesen habe. Es wäre auch schön, wenn in Deutschland nun häufiger über den niederländischen Fußball berichtet werden würde. Mario trifft ja auf den einen oder anderen Landsmann...

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SPORT1: Sie sind ein PSV-Insider. Worauf kann sich Götze besonders freuen?

Schwaab: Zuallererst auf sehr offene und entspannte Menschen. Es war vor vier Jahren schon etwas Besonderes, dass mit mir ein Bundesligaspieler in die Eredivisie wechselte. Ich wurde damals mit offenen Armen empfangen. Bei Mario ist das natürlich nochmal eine andere Hausnummer. Außerdem hat PSV ein tolles Trainingsgelände, wo eine sehr familiäre Atmosphäre herrscht und in Ruhe gearbeitet werden kann.

Wenn man in München und in Dortmund gespielt hat, ist das natürlich schwer zu toppen. München bietet als Stadt sehr viel und das Stadion des BVB ist mit das beste, in dem man spielen kann. Eindhoven ist nicht riesig, hat aber nette Cafés und Restaurants. Und bei den Top-Spielen gegen Ajax und Feyenoord sowie Europapokal-Abenden und einem hoffentlich bald wieder vollen Stadion können die Fans für eine Gänsehaut-Atmosphäre sorgen.

SPORT1: Welche internen Abläufe muss er schnell kennen lernen?
 
Schwaab: Ich habe selbst nicht unter Roger Schmidt trainiert, daher bin ich da jetzt zu weit weg, um die Abläufe auf dem Feld beurteilen zu können. Worauf er sich aber in jedem Fall einstellen kann, sind Auswärtsspiele auf Kunstrasen.

SPORT1: Welche Klub-Legenden sollte Götze kennen?
 
Schwaab: Ruud van Nistelrooy ist Trainer der U19. André Oojer und Boudewijn Zenden sind seine Assistenten. Das ist ein Teil der PSV-Philosophie, dass erfolgreiche ehemalige Spieler, die den Verein gut kennen, gerne wieder eingebunden werden. All die anderen wird er auf großen Plakaten rund ums Stadion sehen.
 
SPORT1: Wo zieht es die Spieler zum Feiern hin und auf welches Gemeinschaftsgefühl kann sich Götze freuen?
 
Schwaab: Feiern gehen in Eindhoven ist nicht ganz so einfach. Aber die Jungs werden ihn sicher schnell integrieren und mitnehmen. Es ist eine sehr junge Mannschaft und es gab viele Veränderungen sowohl in der Mannschaft als auch im Staff. Es hat sich bereits und wird sich in den nächsten Wochen bestimmt eine neue Hierarchie und ein neues Mannschaftsgefüge entwickeln. Ich bin gespannt, welche Rolle Mario da einnehmen wird. Auch Marco van Ginkel, unser Kapitän in der Meistersaison vor drei Jahren, wurde jetzt noch ein weiteres Mal von Chelsea ausgeliehen.
 
SPORT1: Warum ist PSV kein Rückschritt für Götze?
 
Schwaab: Ich denke, die Art und Weise, wie bei PSV und in der gesamten Eredivisie gespielt wird, liegt ihm. Er kann um Titel mitspielen und auf europäischer Ebene vielleicht für eine Überraschung gut sein. Ich würde ihm wünschen, dass er noch einmal in seinen Rhythmus findet und über einen langen Zeitraum verletzungsfrei bleibt. Er wäre nicht der Erste, der von Eindhoven dann zu einem großen Klub wechseln würde. Ich meine vor Kurzem gelesen zu haben, dass er die Champions League noch gewinnen möchte...

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SPORT1: Was muss er schnell lernen, um sich gut zu integrieren?
 
Schwaab: Vor einigen Jahren hätte ich Niederländisch gesagt. Bei Phillip Cocu und Mark van Bommel war die Ansprache auf Niederländisch. Das ist jetzt vermutlich anders.
 
SPORT1: Warum könnte es auch ein Risiko vom Verein sein, Götze zu verpflichten? Er hat lange nicht gespielt.

Schwaab: Ich finde nicht, dass es ein Risiko gibt. Wenn PSV die Chance hat, solch einen Spieler zu verpflichten, muss der Klub das machen. Selbst wenn Götze nicht jedes Spiel absolviert und entscheidet, können die jungen Spieler sehr viel von ihm lernen und sich in Ruhe weiterentwickeln, während der Fokus auf ihm liegt.