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München - Domenico Tedesco schlägt im Derby gegen Lokomotive Moskau über die Stränge. Nach seinem Meckerplatzverweis kommt es angeblich noch zu einer Handgreiflichkeit.

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Domenico Tedesco hat in Russland große Probleme mit den Schiedsrichtern.

Der Trainer von Spartak Moskau hat sich in dieser Saison schon mehrfach verhaltensauffällig gezeigt – und hat dabei offenbar zuletzt den Bogen überspannt.

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Doch der Reihe nach: Beim 1:1 seines Teams im Derby gegen Lokomotive Moskau am Donnerstag musste Tedesco auf die Tribüne.

Tedesco wettert gegen Schiedsrichter

In der 42. Minute regte sich der 34-Jährige wegen eines Elfmeters für die Gäste dermaßen auf, dass er von Schiedsrichter Sergei Lapochkin zunächst eine Gelbe Karte wegen Meckerns und anschließend Gelb-Rot wegen seiner Unsportlichkeit erhielt.

Tedesco fühlte sich zum wiederholten Male benachteiligt. "Das ist nicht das erste Mal gegen uns", sagte der Trainer: "Warum benutzen die Schiedsrichter nicht den VAR, wenn er uns helfen könnte? Er wird immer nur gegen uns eingesetzt. Es werden Entscheidungen gegen uns getroffen."

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Er habe sogar überlegt, die Pressekonferenz zu boykottieren, entschied sich aus Respekt vor den Journalisten aber doch zu einer Teilnahme.

"Ich bin schockiert über das heutige Spiel. Ich respektiere Schiedsrichter im Allgemeinen, aber ich möchte, dass sie auch unsere Arbeit respektieren", sagte der deutsche Trainer, der vor dem Derby bereits vier weitere Gelbe Karten kassiert hatte.

Tedesco langte Referee wohl ins Gesicht

Doch sein Feldverweis ist nicht alles: Offenbar hat Tedesco bei seinem Abgang den vierten Offiziellen Ivan Sidenkov im Gesicht berührt, teilweise berichten russische Medien sogar von einem Schlag oder einer Ohrfeige.

"Sidenkov im Stadion ins Gesicht zu langen - das ist absolut inakzeptabel", sagte der Chef des Disziplinarkomitees des russischen Verbandes, Arthur Grigoryants, bei Sport-express.ru.

Laut Grigoryants, der sich auf eine Aussage Sidenkovs aus dem Spielbericht bezog, fasste Tedesco dem Referee zwei Mal ins Gesicht. Grigoryants sprach von einer "demütigenden" Aktion.

Tedesco kassiert satte Strafe

Tedesco wurde am Freitag deswegen – und nicht aufgrund seines Platzverweises - auch vor den Disziplinarausschuss geladen und kassierte eine satte Strafe.

Der Jahrgangsbeste seines DFB-Trainerlehrgangs wurde mit einer Geldstrafe von 500.000 Rubel (etwa 6250 Euro) belegt und für drei Spiele disqualifiziert.

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Tedesco kam dabei noch zugute, dass er sich persönlich mit einem Anruf bei Sidenkov entschuldigte, was sich strafmildernd auswirkte.

Hinkel übernimmt für Tedesco

Damit ist die Ligasaison für Tedesco an der Seitenlinie beendet, da in der russischen Liga nur noch drei Partien ausstehen. Für Tedesco übernimmt sein Assistent Andreas Hinkel.

Der frühere Nationalspieler ist seit Oktober 2019 Tedescos Co-Trainer. Immerhin darf dieser im Pokal-Halbfinale am 19. Juli gegen Zenit St. Petersburg ran, da die Sperre nur für die Liga gilt.