Rogerio Caboclo ist seit 2019 Präsident des brasilianischen Fußballverbands
Rogerio Caboclo ist seit 2019 Präsident des brasilianischen Fußballverbands © Getty Images
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Aufgrund der Corona-Pandemie und der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Südamerika steigt Brasilien aus dem Bewerbungsverfahren um die Frauen WM-2023 aus.

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Brasilien hat seine Bewerbung zur Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2023 kurz vor Toreschluss zurückgezogen. Der Verband CBF teilte am Montagabend mit, die vom Weltverband FIFA geforderten Garantien sowohl von Seiten der Bundesregierung als auch von anderen öffentlichen und privaten Partnern derzeit nicht vorlegen zu können. 

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Die Wahl des kommenden WM-Gastgebers findet am 25. Juni auf einer Online-Sitzung des FIFA-Councils statt. Nach dem Rückzug von Brasilien sind noch Japan, Kolumbien sowie Australien und Neuseeland mit einer gemeinsamen Kandidatur im Rennen. Der CBF sagte gleichzeitig dem südamerikanischen Nachbarn Kolumbien bei der Wahl seine Unterstützung zu.

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Keine großen Chancen auf Frauen-WM

Laut CBF sieht sich die Regierung von Staatschef Jair Bolsonaro wegen der Coronavirus-Pandemie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Krise derzeit nicht in der Lage, sich an Zusagen zu binden. In der Mitteilung heißt es zudem, dass nach dem Confed-Cup 2013, der Männer-WM 2014, den Olympischen Spielen und den Paralympics 2016 sowie im vergangenen Jahr mit der U17-WM und der Copa America die Aussicht auf die Ausrichtung eines weiteren Großevents eher gering seien.

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Finanzspritze für die brasilianische Liga

Unterdessen greift der CBF den Erstligisten mit einer Finanzspritze in Höhe von 100 Millionen Real, umgerechnet 18 Millionen Euro, unter die Arme. Die 20 Klubs der Serie A erhalten je fünf Millionen Real (900.000 Euro) sofort als zinsloses Darlehen aus der Verbandskasse ausgezahlt.

"Es reicht nicht, dass die Vereine den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Wir brauchen Klubs, die auf Wettkampfniveau zurückkehren", sagte CBF-Präsident Rogerio Caboclo zum Care-Paket. Für die 20 Zweitligisten soll es immerhin noch insgesamt 15 Millionen Real (2,7 Mio. Euro) geben. 

Restart trotz Pandemie?

Wegen ausfallender Einnahmen durch TV-Gelder, Eintrittskarten-Verkauf sowie Sponsorenmaßnahmen hatten viele Klubs in den letzten Wochen zahlreiche Mitarbeiter entlassen müssen und auch Gehaltsreduzierungen bei Spielern und im Trainerstab durchgesetzt.

Brasilien befand sich am Montag mit 849 neuen Todesfällen (insgesamt über 37.000 und über 19.000 Neu-Ansteckungen mit COVID-19 weiterhin in der akuten Phase der Pandemie. Dennoch bereitet vor allem der Landesverband Rio de Janeiro bereits eine schnellere Rückkehr des Fußballs vor.