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München - Um 20.15 Uhr lässt SPORT1 das Sommermärchen der WM 2006 wiederaufleben. Das deutsche Achtelfinale gegen Schweden stand ganz im Zeichen des jungen Lukas Podolski. Timo Hildebrand erinnert sich.

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Auch wenn das Sommermärchen letztlich nicht mit dem Weltmeistertitel endete, ist es allen Fußballfans in Deutschland, die im Jahr 2006 alt genug waren, im Gedächtnis geblieben. 

Timo Hildebrand war bei dem Turnier in Deutschland als dritter Torwart dabei. Im Interview mit SPORT1 verriet er nun, dass ihm vor allem "die Explosion in Dortmund, als wir uns im zweiten Gruppenspiel gegen Polen für das Achtelfinale qualifiziert haben", im Gedächtnis geblieben ist. 

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"Als David Odonkor an der Außenlinie entlangraste und Oliver Neuville das 1:0 machte. Das hat sich so angefühlt, als ob das Dortmunder Stadion explodiert", erinnert sich der 41-Jährige. 

Podolskis "linker Huf hat oft wehgetan"

Im Achtelfinale wartete daraufhin die Auswahl von Schweden, die von den Superstars Zlatan Ibrahimovic, Freddie Ljungberg und Henrik Larsson angeführt wurde.

FIFA WM Klassiker - WM 2006, Achtelfinale, Highlights Deutschland - Schweden mit aktuellen Interviews ab 20.15 Uhr im TV auf SPORT1

Larsson jagte in der zweiten Halbzeit einen Elfmeter über das deutsche Tor (54.) und vergab damit die beste Möglichkeit der Schweden. 

Bei enormer Hitze in München avancierte der junge Lukas Podolski zum Matchwinner. Er erzielte beim 2:0-Erfolg der DFB-Elf beide Treffer (4./12.). 

"Er ist so kraftvoll", beschreibt Hildebrand den Spielstil von Podolski: "Wir hatten oft Torschusstraining. Ich muss zugeben: Wenn er aufs Tor geschossen hat, war ich froh, wenn er das Tor nicht getroffen hat. Oder ich habe seinen Ball einfach reingelassen, weil er zu fest war. Poldis linker Huf hat auch oft wehgetan."

Hildebrand betont, dass Podolski nicht nur als Leistungsträger auf dem Platz agierte, sondern auch neben dem Platz immer für gute Stimmung sorgte.

"Er hat Alt und Jung zusammengefügt und so eine Verbindung geschaffen zwischen Lockerheit und Ernsthaftigkeit", beschreibt der langjährige Keeper des VfB Stuttgart, der auch für den FC Valencia, den FC Schalke 04, die TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt und Sporting Lissabon auflief. 

"Jeder zog an einem Strang"

Hildebrands Konkurrenten in der Nationalmannschaft waren während der WM 2006 Jens Lehmann und Oliver Kahn. Lehmann hatte von Trainer Jürgen Klinsmann den Zuschlag bekommen. 

"Vor dem Turnier war die Frage, ob Oliver Kahn überhaupt mitkommt oder er kurzfristig absagt", erinnert sich Hildebrand: "Oliver Kahn hat sich richtig teamfähig gezeigt ist und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt."

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Auch wenn es im Halbfinale zum so bitteren K.o. gegen Italien kam, ist Hildebrand der herausragende Teamgeist während des Sommermärchens im Gedächtnis geblieben: "Ich glaube, ich habe genauso die Rolle angenommen, wie sie auch jeder andere angenommen hat, der Ersatzspieler war. Jeder zog an einem Strang, das war relativ früh greifbar."

Und diese Einstellung war war auch im Achtelfinale gegen Schweden zu sehen.

Gänsehaut-Momente neu erleben: SPORT1 nimmt die Fans mit auf die Fußball-Heldenreise der deutschen Nationalmannschaft und zeigt die zehn größten Spiele der DFB-Auswahl bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft von 2002 bis 2014 in 90-minütigen Highlight-Zusammenfassungen mit neuen Moderationen und aktuellen Interviews. Diesmal steht die Heim-WM 2006 im Mittelpunkt. Das DFB-Team begeisterte die ganze Nation, unter anderem mit Miroslav Klose, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski und Per Mertesacker, die die Krönung ihrer Karriere acht Jahre später erleben sollten. Bereits beim "Sommermärchen" vor 14 Jahren im eigenen Land schreibt die neue deutsche Fußballer-Generation an ihrer eigenen WM-Geschichte, zum Beispiel beim Achtelfinal-Sieg gegen Schweden, dem dramatischen Viertelfinal-Triumph gegen Argentinien im Elfmeterschießen und auch beim bitteren Halbfinal-Aus nach Verlängerung gegen Italien.