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Fábio Silva ist noch nicht einmal volljährig, wird aber bereits in einem Atemzug mit Cristiano Ronaldo genannt. Beim FC Porto hat er eine Rekord-Ausstiegsklausel.

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Hier mal eine Minute, da mal vier, in seltenen Fällen auch mal elf - die Einsatzzeiten von Fábio Silva in der portugiesischen Liga NOS waren bislang überschaubar.

Fast drängt sich der Verdacht auf, der FC Porto möchte seinen Schatz vor neidischen Blicken schützen. Neben den englischen Schwergewichten Manchester City und FC Liverpool, sollen auch schon einige Bundesligaklubs ein Auge auf Silva geworfen haben.

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Nicht umsonst verpasste der Klub dem 17-Jährigen im November 2019 eine Ausstiegsklausel in Höhe von 125 Millionen Euro, die teuerste im portugiesischen Fußball.

Porto-Juwel Fábio Silva vor Vertragsverlängerung

Und laut Sportzeitung Record soll die Laufzeit seines Vertrags von bisher 2022 auf 2025 ausgedehnt werden, quasi als Geschenk zu seinem 18. Geburtstag am 19. Juli. Die Ausstiegsklausel soll unverändert hoch bleiben.

Cristiano Ronaldos Berater Jorge Mendes hat auch den schlaksigen Youngster mit der langen Lockenmähne unter seine Fittiche genommen. Doch das ist nicht die einzige Verbindung zu Superstar CR7.

Schon vor der WM 2018 nannte Sporting-Sportdirektor Manuel Fernandes im portugiesischen Fernsehen Ronaldo und Silva bereits in einem Atemzug. Noch bevor der Teenager sein Profidebüt gefeiert hatte.

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"Als Ronaldo 17 Jahre alt war, spielte er als Mittelstürmer für die Jugendmannschaften von Sporting. Ich sah ihn Dinge tun, die ich jetzt bei einem Jungen vom FC Porto sehe: Fábio Silva", schwärmte Fernandes und versprach: "In kurzer Zeit wird er ein außergewöhnlicher Stürmer sein."

Auch wenn Silva in der Liga bislang noch nicht über 90 Minuten ran durfte, ließ er sein Talent in seinen Kurzeinsätzen bereits aufblitzen.

Fünf Treffer in der Youth League

Sein Tordebüt feierte er im Oktober im Topspiel gegen Famalicao, als er mit energischem Nachsetzen Torhüter Rafael Defendi düpierte. Im portugiesischen Pokal gelangen ihm in drei Einsätzen schon zwei Tore und eine Vorlage. 

Für Furore sorgte Silva vor allem im Vorjahr in der UEFA Youth League. Mit fünf Treffern und vier Assists hatte der Juniorennationalspieler großen Anteil am Titelgewinn von Portos U19.

Die Erwartungen sind ebenso groß wie der Druck, der auf ihm lastet. Ein portugiesischer TV-Sender verpasste Silva bereits den Titel "125-Millionen-Junge".

Dass ein Wechsel in jungen Jahren auch ein Risiko mit Blick auf die weitere Entwicklung sein kann, zeigt der Fall Joao Félix, der im vergangenen Sommer für 126 Millionen Euro von Benfica zu Atlético Madrid gewechselt war, dort aber mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hat.

Und speziell der FC Porto will bei Silva nicht den gleichen Fehler machen wie bei Félix, der 2015 aus der Jugend Portos ablösefrei zum Rivalen in die Hauptstadt wechselte. Auch Silva startete seine Ausbildung beim FC Porto und wechselte 2015 ebenfalls zu Benfica. Zwei Jahre später gelang Porto aber eine Rückholaktion.

Portos "Rachefeldzug" wegen Joao Félix

"Es wurde schon hundertmal geschrieben, dass Joao Félix von Porto nach Benfica gewechselt ist", sagte Porto-Präsident Jorge Nuno Pinto da Costa in einem Interview mit O Jogo im vergangenen Jahr. "Aber vielleicht ist es das erste Mal, dass die Leute hören, dass unser Rachefeldzug von Benfica ausging."

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Portos Trainer Sérgio Conceicao scheute sich bis zu Beginn der Coronakrise noch, seinem Schützling mehr Einsatzzeit zu gewähren. Auf den Pressekonferenzen wird er jedenfalls regelmäßig nach Silva gefragt.

"Wir reden über einen Spieler, der die Qualität hat, sich in absehbarer Zeit bei Porto zu etablieren. Das ist es, was wir anstreben und wofür wir arbeiten", erklärte Conceicao nach Silvas Vertragsverlängerung im Herbst. "Aber wir sagen niemals: Er ist unser Junge. Hier gibt es keine Jungs, sondern Spieler, Profis, Männer in der Kabine, die jeden Tag um einen Platz kämpfen müssen."

Ob Fábio Silva wirklich einmal in die großen Fußstapfen eines Cristiano Ronaldo treten wird, wird sich zeigen.