Zinedine Zidane reichte im WM-Finale nach der Roten Karte seine Kapitänsbinde an Willy Sagnol (l.) weiter
Zinedine Zidane reichte im WM-Finale nach der Roten Karte seine Kapitänsbinde an Willy Sagnol (l.) weiter © Getty Images
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München - Ex-Bayern-Star Willy Sagnol verrät, warum er lange nicht mehr mit Zinédine Zidane sprach. Im WM-Finale 2006 verärgert sein Landsmann ihn mit zwei Aktionen.

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Der ehemalige französische Nationalspieler Willy Sagnol hat Zinédine Zidane seine Rote Karte im WM-Finale gegen Italien lange Zeit nicht verziehen.

"Das hat Spuren hinterlassen. Wir haben fast zwei Jahre lang nicht mehr miteinander gesprochen", sagte Sagnol bei RMC Sport.

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Zidane war nach einem Kopfstoß gegen Marco Materazzi in der Verlängerung vom Platz geflogen, nachdem der Italiener Zidanes Schwester auf Übelste beleidigt hatte.

Sagnol: Wollte Entschuldigung nicht akzeptieren

Ex-Bayern-Star Sagnol verrät, wie es nach dem im Elfmeterschießen verlorenen Endspiel in der Kabine aussah.

"Du kommst in die Kabine, du hast verloren, und dann steht da ein Typ, der redet und sich entschuldigt - aber du hörst das gar nicht. Du bist in tiefer Enttäuschung, in deiner eigenen Welt", sagte Sagnol: "Ich hatte keine Lust, seine Entschuldigung zu akzeptieren oder mit ihm zu sprechen, es war nicht die richtige Zeit."

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Stattdessen sei der inzwischen 43-jährige Sagnol nach eigener Aussage damals auf die Toilette gegangen, um "250 Kippen in zehn Minuten zu rauchen, so bin ich runtergekommen".

Elfmeter von Zidane verärgert Sagnol

Sagnol war aber nicht nur wegen der Roten Karte sauer auf Zidane, auch desser lässiger Elfmeter-Lupfer im Panenka-Stil zum 1:0 für Frankreich gefiel ihm überhaupt nicht.

"Es mag meine altmodische Seite sein, aber wer einen Panenka-Elfer in einem WM-Finale schießt, nimmt großes Risiko in Kauf. Du spielt etwas mit dem Spiel", erklärte Sagnol.

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Als er den Elfmeter gesehen habe, seien ihm zwei Gedanken durch den Kopf gegangen: "Der erste war, dass er komplett verrückt ist, das in einem WM-Finale zu versuchen. Der zweite, dass ich hoffte, dass uns das nicht noch auf die Füße fällt."

Versöhnung dank Ehefrau von Sagnol

Zur Versöhnung kam es schließlich dank Sagnols Ehefrau, die ihn darum bat, Zidane doch zu ihrer Hochzeit nach der EM 2008 einzuladen.

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"Ich rief ihn an und er konnte nicht zur Party am Abend kommen, aber es machte mich glücklich, ihn am nächsten Morgen zu sehen. Wir hatten ein gutes Gespräch und danach fing das Leben wieder an", sagte Sagnol.

Anders als Zidane, der mit Frankreich Welt- und Europameister wurde, gewann Sagnol nie einen großen Titel mit der Nationalmannschaft. Er gab sein Debüt in der Nationalmannschaft kurz nach dem EM-Titel der Franzosen im November 2000.