Robinho spielte von 2008 bis 2010 bei Manchester City
Robinho spielte von 2008 bis 2010 bei Manchester City © Getty Images
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München - Der ganz Große des Weltfußballs wird Robinho trotz immenser Vorschusslorbeeren nicht. Daran ist der Brasilianer selbst nicht ganz unschuldig.

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Er galt als kommender Weltfußballer, wechselte 2005 mit 21 Jahren zu Real Madrid. Doch einer der ganz Großen des Weltfußballs wurde Robinho nicht – im Gegenteil: Seine sportliche Karriere war spätestens mit seinem Wechsel nach China im Jahr 2015 quasi vorbei.

Im Jahr 2017 kam es für den Brasilianer noch schlimmer. Er wurde in Italien wegen einer Gruppenvergewaltigung zu neun Jahren Haft verurteilt. Robinho hat gegen dieses Urteil Einspruch eingelegt.

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Inzwischen kickt der 1,72 Meter große Dribbler wieder in Europa, seit Januar 2019 schnürt der inzwischen 36-Jährige für Basaksehir Istanbul die Stiefel. In der Marca gab Robinho jetzt tiefe Einblicke in seine Zeit als vermeintlich kommender Weltstar und erklärte, dass auch er nicht ganz unschuldig an seinem durchwachsenen Karriereverlauf war.

Riesige Erwartungshaltung an jungen Robinho

Wie bei Neymar ging auch Robinhos Stern beim Pele-Klub FC Santos auf. Im August 2005 sicherte sich Real die Dienste des Megatalents für 24 Millionen Euro, damals eine immense Summe für ein in Europa unbeschriebenes Blatt.

Für Robinho war die Entscheidung für die Königlichen keine schwierige. "Als Real zu mir kam, sah ich, dass sie eine tolle Gruppe aus Brasilianern im Team hatten und der Coach Vanderlei Luxemburgo war. Warum sollte ich also zu Barcelona gehen?"

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Die Erwartungshaltung an die brasilianische Hoffnung war riesig. "Ich weiß, dass manche Leute von mir erwarteten, dass ich den Ballon d‘Or gewinne", resümierte Robinho, der für Real in 137 Spielen 35 Tore erzielte.

Sein Debüt für die Madrilenen hat Robinho nicht vergessen. "Als ich meinen ersten Pass bekam, flickte ich den Ball über einen Cadiz-Spieler und fing an zu dribbeln", blickte Robinho zurück.

Drei Jahre blieb er in Madrid, danach verschlug es den Brasilianer in die Premier League. Eigentlich war Chelsea Robinhos Ziel, doch der anvisierte Wechsels scheiterte aus kuriosem Grund kurz vor Vollzug.

"Ich wollte zu Chelsea. Scolari (Luiz Felipe, Anm. d. Red.) sagte mir, ich könnte in seinem Team den Unterschied machen", erklärte Robinho. Doch Real gefiel offenbar das Verhalten der Blues nicht. "Ihnen gefiel nicht, dass Chelsea bereits Trikots mit meinem Namen verkaufte, bevor eine Einigung erzielt worden ist", erklärte Robinho das Scheitern des Deals.

Robinho genießt Nachtleben in Manchester

Die Art seines Abgangs bedauert Robinho bis heute. "Ich bereue nicht, Madrid verlassen zu haben, doch mir gefiel die Art und Weise des Abgangs nicht. Madrid war der Klub, der mir die Türen geöffnet hatte und mir die Chance gab, Europa zu erobern", blickte er zurück.

Statt nach London ging es zu Manchester City. Dort steckte das Scheich-Projekt noch in den Kinderschuhen, 43 Millionen Euro ließen sich die Skyblues die Dienste des inzwischen 24-Jährigen kosten.

In Manchester kam Robinho dann etwas vom Wege ab. "Ich mochte Manchester, den Verein, die Restaurants… aber natürlich auch die Klubs", sagte der Brasilianer. Er genoss das Nachtleben der Arbeiterstadt in vollen Zügen. Doch er sei nicht der einzige gewesen. "Ich habe mein Leben genossen. Aber die Engländer gingen viel mehr aus als die Brasilianer. Joe Hart war immer unterwegs, Micah Richards und Shaun Wright-Philipps taten es genauso. Aber wenn die Brasilianer ausgingen, wurden sie erwischt", erklärte Robinho.

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Während Robinho mit Real zweimal spanischer Meister wurde, gewann er mit den Citizens keine Trophäe. "Wenn es etwas zu bereuen gibt, dann, dass ich mit City keinen Titel gewonnen habe. Das ist die einzige Sache, über die ich etwas traurig bin", bekennt der Brasilianer.

Robinho erzählt Ibrahimovic-Anekdote

Bei City blieb Robinho nur eineinhalb Jahre, bevor er leihweise in die Heimat Brasilien zurückkehrte. Im Sommer 2010 wechselte Robinho dann fest zum AC Mailand, offenbar auf Wunsch von Zlatan Ibrahimovic. "Zlatan erzählt oft, dass er Milan davon überzeugte, mich zu verpflichten", erklärte Robinho, der in dem Schweden eine Art Vorbild sieht. "Für mich ist er alles, was ein Stürmer sein sollte: Entertainer und Sieger."

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Robinho erzählte außerdem von einem Trainingskampf von Ibrahimovic und Gennaro Gattuso. "In einer Trainingseinheit forderte er Gattuso zu einem Jiu-Jitsu-Kampf heraus. Auf der einen Seite der knallharte Verteidiger, der Martial Arts konnte, gegen Zlatan, der den schwarzen Gürtel im Judo hat. Wer gewonnen hat? Zlatan gewinnt immer."

An seine Leistungen aus seiner Zeit bei Real und der Anfangszeit bei City konnte Robinho in Mailand nicht anknüpfen. 2014 ging es zunächst zurück zum FC Santos, bevor er ein Jahr später nach China wechselte. Seit 2019 kickt Robinho wieder in Europa.

Der Vergleich zu Pele begleitete Robinho dabei große Teile seiner Karriere. "Wenn Pele über dich spricht, hören die Leute natürlich zu. Sie machen diese Vergleiche, aber es gibt keinen neuen Pele, nicht jetzt und niemals in der Zukunft."