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München - Die Coronakrise trifft auch den Schweizer Fußball hart. Roland Heri, CEO des FC Basel, erklärt bei SPORT1, wie sein Klub die Krise meistern will.

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Die letzte Gala des FC Basel ist noch gar nicht so lange her.

Am 12. März siegte der Schweizer Traditionsklub bei Eintracht Frankfurt im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinals mit 3:0.

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Doch diese Gala hatte bereits einen faden Beigeschmack. Sie fand ohne Publikum statt, einen Tag später wurden Europa League und Champions League aufgrund der Coronapandemie vorerst komplett auf Eis gelegt.

Zu diesem Zeitpunkt herrschte in der heimischen Super League bereits Stillstand. Die Schweizer waren unter den ersten die den Spielbetrieb im Profifußball aussetzten. Am 23. Februar bestritt Basel sein bis dato letztes Ligaspiel, ein 2:2 gegen den Servette FC. Vorerst bis zum 30. April ruht der Ball in der Schweiz.

Basel-Boss Heri: "Fußball ist nicht so wichtig"

Vier Wochen nach dem letzten Ligaspiel der Baseler ist die Welt eine andere – auch die Fußball-Welt. Der Spielbetrieb in den europäischen Topligen ruht weiter, wie lang genau ist noch nicht abzusehen.

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Viele Vereine dürften aufgrund der fehlenden Einnahmen durch den eingestellten Spielbetrieb massive wirtschaftliche Probleme bekommen, auch Basel trifft die Pandemie hart. Doch andere Dinge stehen für Basels CEO Roland Heri im Vordergrund. "Lassen Sie mich sagen: Der Fußball ist jetzt nicht so wichtig, wichtig ist die Gesundheit aller Menschen und dazu ist es notwendig, solidarisch und diszipliniert den Anordnungen der Behörden Folge zu leisten. Der Ball ruht, Helden tragen heute Weiß oder verkaufen Lebensmittel, danke allen", erklärt der 60-Jährige bei SPORT1.

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Wie die meisten Unternehmen und Sportklubs sei auch der 20-malige Schweizer Meister dramatisch betroffen von der aktuellen Situation. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen ohne Spieleinnahmen und ohne internationalen Wettbewerb sind drastisch, Stand jetzt aber natürlich noch nicht abschließend einzuschätzen", will Heri keine Prognose wagen.

Fußball-Gewerbe wird "nicht mehr dasselbe sein"

Seit vergangener Woche befänden sich die Mitarbeiter im Homeoffice, zudem wurde Kurzarbeit eingeführt. Betroffen seien davon alle Abteilungen im administrativen Bereich. "In dieser reduzierten 'Aufstellung' wird der Betrieb via Planungs- und Organisations-Tools sowie Online-Telefonkonferenzen in professioneller Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen vorangetrieben", erklärt Heri.

Dies geschehe mit dem zuversichtlichen Weitblick, dass alle diese Zeit gemeinsam durchständen. "Dann will der FCB bereit sein, auf allen Ebenen", gab Heri die Marschrichtung vor.

Die Coronapandemie wird nach Ansicht Heris massive langfristige Auswirkungen auf den Fußball haben. "Unser Gewerbe wird nach Corona nicht mehr dasselbe sein", schlägt er Alarm und betont nochmals: "Wichtiger sind jetzt die Gewerbe, die unser gesellschaftliches Funktionieren tragen, der Sport wird sich hier zunächst in der Aufmerksamkeit tiefer einordnen müssen, als wir es gewohnt sind."

Wann rollt der Ball wieder?

Ob in nächster Zeit der Ball wieder rolle, will Heri nicht prognostizieren. "Wenn wieder Fußball gespielt werden wird, heißt das, das weit dringlichere Probleme auch gelöst werden konnten. Und es würde bedeuten, dass wir alle gemeinsam diese Krise gemeistert haben und die Menschen ihr soziales Leben wieder aufnehmen dürfen", erklärt er.

Bis dahin gelte es, solidarisch und diszipliniert zu handeln sowie alles dafür zu tun, dass möglichst viele gesund blieben.