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Der russische Dopingskandal hat auch Auswirkungen auf den Fußball. Russland kann bei der WM 2022 in Katar nicht an den Start gehen, es bleibt aber ein Umweg.

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Bei der WM 2018 noch Gastgeber, bei der WM 2022 maximal als neutrales Team am Start: Die Vierjahressperre gegen Russland wegen fortgesetzter Dopingmanipulation könnte auch auf der denkbar größten Fußball-Bühne für ein Novum sorgen.

Sollte die Sbornaja sportlich den Sprung zum Turnier in drei Jahren in Katar schaffen, wird es keine russische Flagge oder Nationaltrikots geben.

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"Wenn sie sich qualifizieren, kann ein Team, das Russland repräsentiert, nicht antreten", sagte Jonathan Taylor, Vorsitzender der zuständigen Prüfkommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), am Montag in Lausanne: "Wenn ein entsprechender Mechanismus eingeführt wird, können sie beantragen, auf einer neutralen Basis anzutreten. Wie dies konkret in den Teamsportarten gemacht wird, wird von Fall zu Fall entschieden."

Teilnahme an EM 2020 sicher

Nicht betroffen von den weitreichenden Sanktionen sind dagegen die WM-Qualifikation, die paneuropäische Fußball-EM 2020 und die Austragung von Europapokalspielen. "Für die WM-Qualifikation gibt es keine Konsequenzen", betonte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli. Taylor erklärte: "Russland darf teilnehmen, weil in der Qualifikation nicht der Weltmeister ermittelt wird."

Die FIFA hielt sich am Montag weitestgehend zurück und äußerte sich nicht zu möglichen Konsequenzen. Ein FIFA-Sprecher teilte am Montag auf SID-Anfrage lediglich mit, dass die FIFA "die Entscheidung der WADA zur Kenntnis genommen hat. Die FIFA steht in Kontakt mit der WADA und der ASOIF (Vereinigung der olympischen Sommersportverbände, d. Red.), um die Folgen für den Fußball abzuklären".

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Viel Handlungsspielraum hat der Weltverband allerdings ohnehin nicht. Wie alle Unterzeichner des WADA-Codes muss die FIFA die Sanktionen umsetzen, sollten sie final in Kraft treten.

"Wenn sie (die FIFA, Anm. d. Red.) einen Mechanismus einführen wollen, der es erlaubt, unbelastete Sportler teilnehmen zu lassen, können sie das machen", sagte Taylor weiter: "Die WADA wird diesen Mechanismus aber kontrollieren und überprüfen. Wir werden zusammenarbeiten müssen." 

Keine russische Flagge bei der WM

Bei der WM, so Taylor, werde es "keine russische Flagge" und "keine Vertreter Russlands" geben. Denn die Sanktionen betreffen auch Regierungsvertreter und Sportfunktionäre. Sie dürfen die betroffenen Events wie Olympische Spiele oder eben die Fußball-WM nicht besuchen.

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Immerhin - aus russischer Sicht - hat die WADA-Entscheidung keine Konsequenzen auf die Fußball-EM. Dafür ist die russische Mannschaft bereits qualifiziert und trifft in der Gruppe B auf Belgien, Finnland und Dänemark. Im Spielort St. Petersburg finden drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale statt. Schon Ende November hatte die WADA mitgeteilt, dass die EM nicht unter die sanktionierten Wettbewerbe falle, da sie ein "kontinentales Einzelsport-Ereignis" sei.