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München - Vom großen DFB-Talent zum Sündenbock - und nun zum Eredivisie-Torjäger: Peniel Mlapa blüht in den Niederlanden auf. Bei SPORT1 blickt er auf seine wechselhafte Karriere.

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Peniel Mlapa ist wieder rundum glücklich.

Seit Sommer 2018 spielt er beim niederländischen Erstligisten VVV Venlo. Und das mit großem Erfolg, in 28 Spielen traf der 28 Jahre alte Stürmer zwölf Mal und bereitete drei Tore vor. (Service: Eredivisie-Spielplan)

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"Es ist eine große Erleichterung, weil viele Leute in den vergangenen Jahren schon gesagt haben, dass ich es nicht schaffe. Da wurde ich in eine Schublade reingesteckt, in die ich nie wollte", sagt Mlapa im Gespräch mit SPORT1.

"Ich habe immer an mich geglaubt und betont, dass ich es zurückzahlen werde, wenn ich das volle Vertrauen spüre und die Spielzeiten bekomme. Ich wurde ab und zu belächelt, wenn ich das gesagt habe. So ganz Unrecht hatte ich also nicht."

Der Togolese, der im Alter von zwei Jahren nach München kam, galt mal als eines der größten Talente des deutschen Fußballs. 2009 war das. Damals kickte er für den TSV 1860 München, bei dem er bis zur U19 alle Jugendmannschaften durchlief. Schnell wurden Bundesligisten auf ihn aufmerksam, 2010 folgte der Wechsel zur TSG Hoffenheim. 2012 zog er weiter zu Borussia Mönchengladbach. Doch in beiden Klubs wollte ihm der große Durchbruch nicht gelingen.

Odyssee durch Deutschland

Es begann eine kleine Odyssee mit weiteren drei Stationen für Mlapa: Nürnberg, Bochum, Dresden. Auch dort lief es nicht ideal für ihn. "In Deutschland wurden immer hohe Erwartungen an mich gestellt, weil ich in der Jugend viel auf mich aufmerksam machen konnte", erinnert er sich.

2013 war er bei der U21-Europameisterschaft dabei, neben Spielern wie Matthias Ginter, Emre Can und Antonio Rüdiger, die heute A-Nationalspieler sind. Doch der hohen Erwartungshaltung konnte Mlapa damals nicht gerecht werden. "Früher wollte ich den Leuten krampfhaft etwas beweisen. Wenn ich zwei, drei Spiele dann mal kein Tor gemacht habe, hieß es gleich: 'Der hat's nicht drauf'", erinnert er sich.

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"Dann kam der Druck von außen, ich bekam weniger Spielzeiten und schnell saß ich dann wieder auf der Bank."

Doch aufgeben war für den Deutsch-Togolesen nie eine Option. "Ich habe in meiner Karriere stets positiv nach vorne geschaut. Natürlich ist das oft schwer, wenn es unberechtigte Kritik gibt. Manche Sachen haben mich schon getroffen, aber ich habe mein Lachen nicht verloren. Jetzt bin ich glücklich, wie es für mich läuft."

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Die zurückliegenden Jahre in Deutschland waren "nicht einfach" für Mlapa. Im vergangenen Sommer entschloss er sich daher für den Schritt ins Ausland. "Ich habe mir gedacht, dass ich mal etwas anderes probieren will." In Venlo habe er einen "sehr familiären Klub" gefunden, "das ganze Umfeld ist klasse, die Leute schätzen mich, wissen, was ich kann, und deshalb läuft es so gut für mich."

Der Glaube an die eigene Stärke habe Mlapa dahin gebracht. "Ich habe nie an mir gezweifelt, weil ich konnte nicht alles verlernt haben. Ich habe nicht umsonst Europa League und Bundesliga gespielt und herausfinden wollen, woran es liegt, dass ich schwache Jahre hatte." Zuletzt habe er härter an sich gearbeitet als früher.

"Musste die Ruhe vor dem Tor wiederfinden"

Alte Videos haben ihm dabei geholfen, um herauszufinden, was ihn torgefährlicher machen könne. "Ich musste die Ruhe vor dem Tor wiederfinden", erklärt Mlapa. "Die Leute haben oft gesagt: 'Peniel macht viele gute Sachen, aber er schießt keine Tore'."

Über seine Kritiker schmunzelt Mlapa heute nur. Er spüre "eine Riesen-Genugtuung", wenn er auf die vergangenen Jahre zurückblicke. Aber er ist sich dessen bewusst, dass seine Kritiker weiter an ihm rummäkeln werden. "Jetzt sagen sie bestimmt, dass die Liga in den Niederlanden nicht so stark ist."

Warum hat es in Deutschland nicht gepasst? "In Nürnberg", erinnert sich Mlapa, "wollten wir sofort wieder zurück in die Bundesliga, dann habe ich mich verletzt und bin nie so richtig in Form gekommen. Ich habe mich zu sehr unter Druck gesetzt, als ich von Gladbach ausgeliehen wurde. Ich war oft zu verkrampft."

Zum VfL Bochum wechselte er im August 2015, als die Saison schon begonnen hatte. "Das erste Jahr unter Gertjan Verbeek lief ordentlich, doch vorne drin spielte Simon Terodde (heute beim 1. FC Köln, d. Red.). In der zweiten Saison wollten die Fans den Aufstieg von uns, aber es war eine komplett neue Mannschaft. Da habe ich immerhin acht Tore gemacht. Mit dem neuen Trainer wurden meine Einsatzzeiten weniger. Dann ging ich nach Dresden."

Dort sei es "besonders schlimm" gewesen für ihn, "die Fans sind fanatisch, was Fußball angeht. Außerdem spielten wir dort die ganze Saison gegen den Abstieg. Es herrscht nochmal eine ganz andere Mentalität." Er habe erstmal damit klarkommen müssen, auf der Straße auch mal nach einem schwachen Spiel angemacht zu werden. "Ich habe da schon etwas drunter gelitten. Obwohl ich das von Anfang an wusste."

Venlo: Fußballverrückt, aber angenehmer

Fast ein Kulturschock war dann der Wechsel nach Venlo. "Dort sind die Leute auch fußballverrückt, aber auf eine angenehmere Art und Weise. Der Klub ist vor zwei Jahren aufgestiegen und man will bald oben mitspielen. Hier ist keiner böse, wenn ich mal nicht treffe und wir zwei Spiele nicht gewinnen."

Rückblickend hat Mlapa nur eine Erklärung für den ausgebliebenen Durchbruch in seiner Karriere.

"Bei mir ging es früher rasend schnell. Ich wäre damals gerne noch ein Jahr länger bei 1860 geblieben, aber es war kein Geld da. In Hoffenheim hatte ich gute Jahre, danach lief es in Gladbach unglücklich aufgrund einer schnellen Verletzung. Und dann wurde ich immer wieder zurückgeworfen. Und Nürnberg war ganz und gar nicht gut von mir."

Heute könne er "alles besser reflektieren". Er ist zuversichtlich und meint mit einem Lächeln: "Stürmer zwischen 27 und 30 erleben ihre beste Phase und in der befinde ich mich gerade."

In Venlo hat Mlapa einen Vertrag bis Sommer, der Klub hat eine Kaufoption. Ist aber auch eine Rückkehr nach Deutschland denkbar? "Natürlich würde ich nochmal in die Bundesliga zurückkehren, ich bin für alles offen. Ich hatte in Deutschland nicht nur schlechte Zeiten."