München - Nach den schweren Ausschreitungen rund um das Finale der Copa Libertadores ist noch unklar, wie es weitergehen soll. SPORT1 beleuchtet die wichtigsten Fragen.

von SPORT1

Die Ausschreitungen rund um den Superclasico im Finale der Copa Libertadores haben am Wochenende die Schlagzeilen nicht nur Südamerikas bestimmt.

Die Rivalität zwischen den beiden argentinischen Hauptstadtvereinen Boca Juniors und River Plate gilt schon längst als eine der erbittertsten in der Fußballwelt. Die aktuellen Geschehnisse von Buenos Aires stellen allerdings eine völlig neue Dimension dar.

Was sind die Folgen der Eskalation für eine eventuelle Neuansetzung der Partie? SPORT1 beleuchtet die wichtigsten Fragen:

- Wird das Spiel noch ausgetragen?

Das ist wahrscheinlich die einzige Frage, die die Verantwortlichen zurzeit sicher beantworten können. Das Spiel wird auf jeden Fall ausgetragen. Eine Absage wäre ein enormer Prestigeverlust für den südamerikanischen Fußballverband CONMEBOL.

Aber neben dem Prestigeverlust sorgen auch vertragliche Verpflichtungen gegenüber Sponsoren und Medienanstalten für eine neue Ansetzung der Partie. Dazu kommt die Notwendigkeit, einen südamerikanischen Vertreter für die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi zu stellen.

Daher kann diese Frage mit einem eindeutigen Ja beantwortet werden. 

- Welcher Termin kommt für die Neuansetzung in Frage?

Hier wird es schon schwieriger mit der Beantwortung. Derzeit stehen die Beteiligten noch zu sehr unter den Eindrücken der Ausschreitungen. Vom Veranstalter CONMEBOL wurde bereits der 8. Dezember ins Spiel gebracht. Darüber wird aktuell beraten.

Die abschließende Beantwortung der Frage kann auch erst erfolgen, wenn die Frage nach dem Ort der Neuansetzung geklärt ist. Zusätzlich müssen für den neuen Termin auch die Interessen der Medienanstalten berücksichtigt werden.

Da die FIFA-Klub-WM aber am 12. Dezember startet, ist mit einem Termin einige Tage vorher zu rechnen, da der südamerikanische Vertreter Zeit für die Anreise und Vorbereitung auf das Turnier benötigt.

- Wo soll das Spiel ausgetragen werden?

Das dürfte die brisanteste Frage sein, die es zu klären gilt. Eine der Grundvoraussetzungen des Sports sind die gleichen Bedingungen für alle Teilnehmer. Natürlich ist das mit Heim- und Auswärtsspielen nur bedingt umsetzbar.

Aber nach den Vorfällen wäre eine Austragung im Estadio Monumental von River Plate nur schwer zu erklären.

Andererseits hätte bei der Austragung an einem neutralen Ort River Plate einen Nachteil hinzunehmen. Schließlich musste das Team im Hinspiel in der "Bonbonera" bei Boca Juniors antreten (2:2) und hätte nun keinen eigenen Heimvorteil.

Eine schwierige Situation, die noch für viel Gesprächsstoff in den nächsten Stunden sorgen dürfte. Selbst eine Austragung in einem anderen Land wird diskutiert. Uruguay, Paraguay und Chile haben sich schon als Gastgeber angeboten.

Die italienische Stadt Genua hat sich mittlerweile angeboten, das Final-Rückspiel auszutragen. Einen entsprechenden Brief schrieb Bürgermeister Stefano Anzalone an die Präsidien beider Klubs. "Unsere Stadt, die historisch, kulturell und durch den Sport eng mit Buenos Aires verknüpft ist, spürt eine tief sitzende Verbindung zu Ihren beiden Klubs, die von italienischen Auswanderern gegründet wurden", heißt es in dem Schreiben.    

- Wird es ein Geisterspiel oder werden Fans im Stadion sein?

Ein Geisterspiel ist eine Möglichkeit, würde aber ein trauriges Bild auf den argentinischen Fußball werfen. Gerade die Emotionen und die Stadionatmosphäre zählen zu den Highlights im südamerikanischen Fußball. Ein Geisterspiel wäre daher ein weiterer enormer Imageverlust.

Die Frage hängt allerdings vollkommen vom Austragungsort ab. Läge der in einem anderen Land, ließe sich anhand der etwas überschaubareren Anhängerzahl aus beiden Lagern die Sicherheit von Spiel und Zuschauern wohl eher gewährleisten. Und Bilder ausgelassener südamerikanischer Fußballstimmung für die Welt, die dem Verband so wichtig sind, wären so noch am einfachsten zu produzieren.

- Bis wann wird eine Entscheidung getroffen?

Aufgrund der Terminvorgaben durch die FIFA-Klub-WM ist Tempo angesagt. Daher wird mit einer Entscheidung am 27. November gerechnet. An diesem Tag treffen sich die Verantwortlichen des CONMEBOL und Repräsentanten beider Klubs, um über die Situation zu beraten.

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