Usain Bolts Traum vom Profifußball droht vorerst zu platzen. Die Central Coast Mariners sehen sich gezwungen, die Sprint-Legende vom Training auszuschließen.

von Nikolas Pfeil

Scheitert die Karriere von Usain Bolt als Profifußballer schon bevor sie überhaupt begonnen hat? Und das ausgerechnet wegen des Geldes? Darauf lässt jedenfalls eine Pressemitteilung des australischen Erstligisten Central Coast Mariners schließen.

Laut den Mariners sei es unwahrscheinlich, dass die Sprint-Legende das vorliegende Angebot akzeptiert, sollte sich nicht noch ein Sponsor finden, der das Angebot erhöht.

Medien: Bolt fordert das 20-fache

Der Australien-Klub soll dem achtfachen Olympiasieger Medienberichten zu Folge einen Vertrag mit umgerechnet 80.000 Euro Jahresgehalt angeboten haben. Der Klub dementierte diese Zahlen jedoch.

Bolt, der während seiner aktiven Zeit als Sprinter stets offen über Ambitionen auf eine Fußball-Karriere sprach und auch schon bei Manchester United und Borussia Dortmund trainierte, fordert scheinbar mehr als das 20-fache davon.

Der Australische Meister von 2013 schloss Bolt daher vorübergehend vom Training aus, merkte jedoch in der Mitteilung auf der Vereinswebsite an: "Die Central Coast Mariners wollen sicherstellen, dass Usain Bolt jede mögliche Chance bekommt, um seinen Traum, ein professioneller Fußballspieler zu werden, zu erfüllen."

Bolt mit Doppelpack im Testspiel

"Usain hat sich großartig entwickelt, seit er bei Central Coast ist und wir glauben, dass er sich mit mehr Training und Spielpraxis auf Wettkampfebene weiter verbessern wird. Wir werden Wege suchen, um ihm dies zu ermöglichen, können es uns jedoch in der Hyundai A-League nicht leisten", so der Verein. Bolt selbst hat sich noch nicht dazu geäußert. 

Zuletzt machte der 32-Jährige durch einen Doppelpack bei seinem Startelf-Debüt für die Mariners in einem Testspiel auf sich aufmerksam. In der vergangenen Woche soll Bolt bereits ein Angebot des maltesischen Meisters FC Valetta über einen Zweijahresvertrag abgelehnt haben.

Babbel: "Das reicht in 100 Jahren nicht"

Zahlreiche Experten, wie der ehemalige Nationalspieler und Bundesliga-Trainer Markus Babbel, sehen Bolts Ausflug in den Fußball lediglich als PR-Aktion. "Die A-League erhält durch ihn viel Aufmerksamkeit. Aber, ehrlich gesagt, kann ich das nicht ernst nehmen", sagte der 46-Jährige, der derzeit die Western Sydney Wanderers betreut, in der Schweizer Zeitung Blick

"Ich hab ihn spielen sehen. Bei aller Liebe, das reicht in 100 Jahren nicht. Als Spieler würde ich mir verarscht vorkommen."

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