1. BUNDESLIGA 99/00 HAMBURGER SV - ZIRKUS KRONE
Thomas Gravesen spielte einst für den HSV, später bei Real Madrid © Getty Images

München - Thomas Gravesen sorgte während seiner aktiven Karriere nicht selten auch für Schlagzeilen abseits des Sportlichen. Heute lebt der Däne ein völlig anderes Leben.

von Alexandra Müller

Beim Hamburger SV hatte Thomas Gravesen einst einen fantastischen Ruf.

Sportlich wertvoll aufgrund seiner aggressiven Spielweise, beliebt wegen seiner guten Laune und seiner verrückten Streiche. Er sei eben eine "Humörbombe", sagte der damals 21-Jährige kurz nach seinem Wechsel im Sommer 1997 von Velje BK zu den Hanseaten.

Drei Jahre später zog er zum FC Everton weiter, 2005 schaffte er es sogar zu Real Madrid. Doch da war aus der "Humörbombe" schon der "Mad Dog", der verrückte Hund geworden.

Gravesen-Streich artete aus

2002 fiel Gravesen mit Stig Töfting, einem weiteren ehemaligen HSV-Profi, im Training über den Kollegen Jesper Gronkjaer her. Sie spritzten ihm Wasser ins Gesicht und steckten ihm Eiswürfel in die Hose. Gronkjaer fand das gar nicht lustig und wurde bei der Aktion sogar am Auge verletzt.

Nur ein Jahr später stellte er sich auf dem Trainingsplatz über den ahnungslosen Claus Jensen, der auf dem Rasen lag. Dann zog Gravesen die Hose herunter und ließ seine Männlichkeit nur wenige Zentimeter über Jensens Gesicht baumeln.

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"Es hatte ein Witz sein sollen, wirkte aber letztlich wie eine Dummheit", räumte der Mittelfeldmann anschließend auf einer Pressekonferenz ein. "Und ich hatte ja auch keine Ahnung, dass jemand ein Foto davon machen würde."

Gravesen feuert Rakete auf Physio

Seine Mitspieler beschrieben Gravesen als hyperaktiv. "Wenn man sich alleine mit ihm unterhalten hatte, war es okay", sagte James McFadden, Teamkollege in Everton, im Interview mit Open Goal. Aber in der Gruppe: ein Albtraum.

"Einmal nahm er eine Paintball-Pistole mit ins Training und schoss auf alles, was sich bewegte. Einfach so", erzählte McFadden. "An einem anderen Tag brachte er Feuerwerkskörper mit. Als der Physio mit den verletzten Spielern über den Platz joggte, feuerte Gravesen mit einer Rakete auf ihn."

Schlägerei mit Robinho

Seine Unbeherrschtheit kostete ihn letztlich auch seine Zukunft bei Real Madrid. Teamintern bereits berüchtigt bis gefürchtet für seine rustikalen Zweikämpfe senste der Däne im Sommer 2006 seinen brasilianischen Kollegen Robinho um. Es kam zu einem Wortgefecht, woraufhin Gravesen sogar handgreiflich wurde.

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Trainer Fabio Capello senkte den Daumen, weniger als einen Monat später wurde Gravesen an Celtic Glasgow abgegeben. Dort beendete er zwei Jahre später seine Laufbahn.

Heute lebt der glatzköpfige Däne in Las Vegas. Mit seiner amerikanischen Model-Frau Kamila Persse genießt der 42-Jährige das bunte Leben in der Glückspielmetropole.

Wie die dänische Tageszeitung BT vor einigen Jahren berichtete, legte Gravesen seine Einnahmen als Fußballer so geschickt an, dass er heute über ein Vermögen von rund 100 Millionen Euro verfügt. Auch das ist irre, aber in anderer Hinsicht.

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