Dejan Lovren sagte am 1. September 2017 vor Gericht als Zeuge aus
Dejan Lovren sagte am 1. September 2017 vor Gericht als Zeuge aus © Getty Images

Dejan Lovren wird vorgeworfen, vor Gericht Falschaussagen getätigt zu haben. Dies wird Millionen-Prozess gegen einen ehemaligen Klub-Chef bereits Modric vorgeworfen.

Im Kriminalfall um den Fußballpaten Zdravko Mamic wird der nächste kroatische WM-Held der Falschaussage verdächtigt. Die Staatsanwaltschaft erhob am Mittwoch Anklage gegen Verteidiger Dejan Lovren vom Champions-League-Finalisten FC Liverpool.

Im Juli 2017 hatte sich bereits Superstar Luka Modric, der Kroatien im Sommer bis ins Finale der WM in Russland geführt hatte, wegen vermeintlicher Falschaussage vor Gericht verantworten müssen.

Im Einklang mit kroatischem Recht wurde Lovrens Name nicht genannt. Allerdings war von Ermittlungen gegen einen 1989 geborenen Staatsbürger die Rede, der im Verdacht stehe, am 1. September 2017 in der Causa Mamic "vorsätzlich falsche Angaben gemacht" zu haben.

Lovren soll gelogen haben

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat Lovren, der an diesem Tag als Zeuge geladen war, über die Aufteilung von Transfergeldern zwischen ihm und Mamic gelogen.

Das Landgericht in Osijek hatte Zdravko Mamic, den langjährigen Präsidenten von Dinamo Zagreb, im Juni zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Sein mitangeklagter Bruder Zoran, einst Bundesligaprofi bei Bayer Leverkusen und beim VfL Bochum, wurde zu vier Jahren und elf Monaten verurteilt. 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Brüder bei Spielertransfers rund 15 Millionen Euro veruntreut und rund 1,6 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Zdravko Mamic entzog sich dem Strafantritt durch die Flucht nach Bosnien-Herzegowina. Er kann nicht ausgeliefert werden, weil er auch einen Pass dieses Landes besitzt.