Michael Owen, der ehemalige Stürmer des FC Liverpool und Real Madrid, hat Ängste in seiner Karriere zugegeben
Michael Owen, der ehemalige Stürmer des FC Liverpool und Real Madrid, hat Ängste in seiner Karriere zugegeben © Getty Images

Michael Owen ist eine Legende in Englands Fußball. Jetzt gibt der ehemalige Stürmer von Liverpool und Real Madrid zu, Teile seiner Karriere gehasst zu haben.

von Conan Furlong

Mit 150 Toren in 326 Spielen gehört Michael Owen zu den Top Ten der erfolgreichsten Schützen in Englands Eliteklasse seit der Einführung der Premier League 1992. Dazu lief er für internationale Topklubs wie Real Madrid und den FC Liverpool  sowie für Englands Nationalmannschaft auf - eine Traum-Karriere, möchte man meinen.

Doch Owen selbst blickt weit weniger euphorisch auf seine aktive Zeit zurück, wie er jetzt gegenüber BT Sport zugab. Der 38-Jährige erklärte, dass er nach einigen muskulären Verletzungen große Angst vor erneuten Blessuren gehabt hätte. Gerade die schnellen Läufe in die Lücken der gegnerischen Abwehr hätten ihm in der zweiten Hälfte seiner Karriere Probleme bereitet.

"In die Lücken zu stoßen machte mir große Angst. Ich wusste einfach, dass ich mir wieder einen Muskel reißen würde", sagte Owen. Diese Furcht hätte ihn daran gehindert, seinem Instinkt zu folgen: "Das schlimmste ist der Instinkt, der einen dazu verleitet, das zu tun, was man sein ganzes Leben gemacht hat. Und dann beginnt man zu denken: 'Oh nein, tu das nicht.'"

England-Legende Owen: "Ich habe es gehasst"

Ursprünglich sei er ein für die Abwehrreihen schwer zu fassender Stoßstürmer gewesen: "Ich war schnell. Ich stieß in die Lücken und kam am Gegner vorbei. Wenn ich einmal angezogen habe, war ich weg. Das war ich."

Durch seine Angst sei jedoch eine veränderte Spielweise entstanden, die sein Image bei den Zuschauern beeinflusst hätte: "Das war nicht ich. Die Leute dachten, ich sei ein Torjäger, der sonst nicht viel kann. Mental konnte ich es, aber nicht physisch."

Dieser Konflikt hätte ihm den Spaß am Fußball genommen: "Sechs oder sieben Jahre lang habe ich es gehasst", beschreibt er seine Gefühle. In Folge dessen hätte der Gewinner des Ballon D'Or von 2001 sogar den Wunsch verspürt, aufzuhören: "Ich konnte den Rücktritt nicht erwarten."

Mit dieser Erfahrung im Hinterkopf zollte der 89-fache Nationalspieler anderen Fußballern Respekt: "Ich bewundere diejenigen, die aus Liebe zum Spiel weitermachen. Sie mögen langsamer werden und können dann eine Liga tiefer spielen - aber für mich war es Chaos."

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