Viktoria Huse (l.) erzielte im Auftaktspiel gegen Südafrika zwei Treffer
Viktoria Huse (l.) erzielte im Auftaktspiel gegen Südafrika zwei Treffer © Getty Images

Zum Auftakt der Hockey-WM in London gelingt den deutschen Damen ein Sieg. Gegen Südafrika wird ausgerechnet eine Innenverteidigerin zur Doppeltorschützin.

Doppeltorschützin Viktoria Huse war nach dem ungefährdeten Auftaktsieg der deutschen Hockey-Frauen bei der WM in London erleichtert. Mit ihren zwei Treffern hatte die Innenverteidigerin den Weg zum 3:1 (1:0)-Erfolg gegen Südafrika geebnet. Mit der erfüllten Pflichtaufgabe in der Arena im Queen Elizabeth Olympic Park machte die Mannschaft von Bundestrainer Xavier Reckinger den ersten Schritt Richtung Achtelfinale.

"Die Atmosphäre hier ist toll. Toreschießen ist zwar nicht mein Job, aber ich werde versuchen, das weiter so zu machen", sagte Huse bei DAZN. Jetzt wolle die Mannschaft "von Spiel zu Spiel sehen und weiter an uns arbeiten".

Huse gelingt Doppelpack

Die Hamburgerin Huse brachte Deutschland in Führung (14.) und erzielte mit einem verwandelten Siebenmeter auch den Schlusstreffer (54.). Kurz nach dem Wiederanpfiff erhöhte Charlotte Stapenhorst (32.). Lisa Marie Deetlefs (40.) sorgte für das Anschlusstor der Südafrikanerinnen.

"Mit der Chancenverwertung sind wir noch nicht so zufrieden. Trotzdem war es eines der besten Auftaktspiele, die wir mit dieser Mannschaft bisher hatten", sagte Mittelfeldspielerin Anne Schröder dem SID: "Auch gegen so einen Gegner und unter den Umständen, dass es ein WM-Auftakt war, musst du erstmal souverän spielen."

Angesichts der deutschen Dominanz und zahlreicher vergebener Torchancen hätte das Ergebnis deutlich höher ausfallen müssen. Positiv dagegen war die Defensive, die gerade einmal drei Möglichkeiten der Südafrikanerinnen zuließ.

Deutsche Damen souverän

Das Team um Kapitänin Janne Müller-Wieland riss von Beginn an die Partie an sich. Südafrika schaffte es kaum in die gegnerischen Hälfte, verwandelte lediglich eine Strafecke zum zwischenzeitlichen 1:2. Deutschland blieb souverän und drückte den Gegner gegen Ende der zweiten Halbzeit immer tiefer in die eigene Hälfte, kam aber in zu wenigen Kreisszenen zum erfolgreichen Abschluss.

Für die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) war es ein Pflichtsieg gegen den schwächsten Gegner der Gruppe C. Am Mittwoch wird es ernst. Dann trifft Deutschland auf den zweimaligen Weltmeister Argentinien (19.00 Uhr). Für einen Sieg "müssen wir einen unserer guten Tage erwischen", meint Reckinger, der in London auf insgesamt zehn Bronzegewinnerinnen der Olympischen Spiele 2016 in Rio zurückgreifen kann.

Topfavoriten sind "verwundbar"

Zum Abschluss der Gruppenphase am Samstag (13.00 Uhr) ist Spanien der Gegner. Reckinger warnt: "Spanien kann die Überraschung des Turniers werden, die haben eine ziemliche Entwicklung gemacht." Reckinger und seine Auswahl bestreiten das erste Turnier gemeinsam. Der 34-Jährige hatte erst im Oktober das Amt von Jamilon Mülders übernommen, der mit dem gesamten deutschen Trainerstab nach Rio vom chinesischen Verband abgeworben worden war.

Für die deutschen Frauen scheint an der Themse alles möglich. "Jeder kann aktuell jeden schlagen in den Top 8", sagt Müller-Wieland, die Topfavoriten seien "mehr denn je verwundbar und absolut schlagbar. Es ist gerade ein bisschen wie bei Olympia: Man weiß nie, was passiert."

Die deutsche Mannschaft muss Gruppenzweiter oder -dritter werden, um in die Runde der letzten 16 einzuziehen. Der Erste zieht automatisch schon ins Viertelfinale ein.