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Torhüter Andreas Wolff kann die coronabedingten Absagen seiner früheren Kieler Teamkollegen für die Handball-WM nicht verstehen.

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Torhüter Andreas Wolff hat die coronabedingten WM-Absagen einiger Handball-Nationalspieler scharf kritisiert.

"Das sehe ich natürlich sehr, sehr kritisch", sagte der Stammkeeper der DHB-Auswahl in einem Podcast der Rhein-Neckar Löwen zu den Absagen seiner früheren Kieler Teamkollegen Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold  (Handball-WM 2021 vom 13. bis 31. Januar im LIVETICKER).

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CL, aber keine WM? "Das stört mich"

"Ich kann verstehen, dass Spieler in der heutigen Zeit besorgt sind um ihre Gesundheit", sagte Wolff. Gerade für Familienväter sei es etwas Schweres, die eigenen Kinder für einen Monat zurückzulassen. "Dass sie dieses Jahr das Turnier fahren lassen, nachdem sie selbst permanent in der Champions League aktiv waren, stört mich", so der Schlussmann vom polnischen Spitzenklub Vive Kielce.

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Auch in der Königsklasse seien die Spieler in Länder gereist, die als Risikogebiete eingestuft worden sind. "Und jetzt auf einmal bei der WM ist es so ein großes Problem, obwohl die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen deutlich höher sind als beispielsweise in internationalen Wettbewerben", sagte Wolff.

Wolff findet Absagen "bedenklich"

"Und was mich noch mehr daran stört, ist, dass ihre Mannschaftskameraden aus anderen Ländern offenbar kein Problem damit haben, ihre Familien zurückzulassen und zur WM zu fahren", sagte Wolff. Er finde es "bedenklich, dass sich nur die deutschen Spieler so um ihre eigenen Familien sorgen."

Wiencek, Pekeler und Weinhold hatten ihre WM-Teilnahme schon vor Weihnachten aus persönlichen Gründen abgesagt und vor einer Woche mit Kiel die Champions League gewonnen. Sie wollten die Äußerungen Wolffs auf SID-Anfrage nicht kommentieren. Man werde über Nationalmannschaftsthemen bis zum Ende der WM nicht reden, teilte ein Sprecher des THW Kiel mit.

Kiel will sich nicht äußern - DHB reagiert besonnen

Beim Deutschen Handballbund (DHB) reagierte man besonnen auf den neuen Wirbel. "Andreas ist ein meinungsstarker Torhüter.

Er darf seine Meinung kundtun, wir akzeptieren das", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann dem SID, betonte aber auch, dass man die Turnier-Absagen der Nationalspieler voll respektiere: "Jetzt sollten wir das Thema mal abhaken und uns voll auf die WM konzentrieren."