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München - Bei der Handball-WM muss das DHB-Team gegen Spanien antreten und steht unter Druck. Kapitän Uwe Gensheimer, der noch nicht überzeugen konnte, muss sich beweisen.

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Das wichtige Spiel gegen Ungarn verloren, gegen den noch stärkeren Gegner Spanien (20.30 Uhr: Deutschland - Spanien im LIVETICKER) zum Siegen verdammt, um das Viertelfinale noch aus eigener Kraft erreichen zu können: Die deutschen Handballer sind bei der Weltmeisterschaft in Ägypten heute Abend richtig unter Druck!

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In einer solchen Drucksituation wird stets der Ruf nach einem Anführer laut. Einem Kapitän, der seine Teamkollegen führt. Der deutsche Kapitän Uwe Gensheimer scheint das von außen betrachtet aktuell nicht zu sein (Alle Spiele der Handball-WM 2021 vom 13. bis 31. Januar hier im LIVETICKER).

Aber stimmt dieser Eindruck wirklich?

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Gensheimer schmorte auf der Bank

Mit seinen Leistungen konnte er beim Turnier bislang noch nicht vollends überzeugen, gegen Ungarn setzte Gislason vor allem auf Marcel Schiller. Der 34-jährige Gensheimer kam erst spät in der zweiten Halbzeit zum Einsatz, schmorte bis dahin auf der Bank.

"Uwe hat nicht besonders gut gespielt in seiner ersten Halbzeit gegen Uruguay", erklärte der Trainer seine Entscheidung. Zumindest gegen die Ungarn habe der Routinier nach seiner Einwechslung aber "eine sehr gute Leistung gezeigt".

Eine sehr gute Leistung bräuchte es auch am Abend gegen Spanien. Daran, dass Gensheimer diese bringen wird, und die Kritik an ihm überzogen ist, hat sein Freund und langjähriger Teamkollege Patrick Groetzki keinen Zweifel. (Handball-WM 2021: Die Tabellen)

"Natürlich ist er einer der besten Linksaußen. Ich glaube aber, dass das Thema ein wenig hochgekocht wird. Er hat vielleicht zum Auftakt kein Top-Spiel gemacht, ist aber trotzdem in der Kabine ein Sprachrohr und spricht Sachen ganz klar an. Wenn er auf dem Spielfeld steht, wird er auch seine Leistung bringen", ist sich der Löwen-Profi im Gespräch mit SPORT1 sicher.

Kapitän auch außerhalb des Feldes

Auch moralische Aufbauarbeit braucht Gensheimer demnach nicht. "Ich glaube, da hat er so viel Erfahrung, da ist er so selbstbewusst, das ist eine seiner großen Stärken. Zweifel gibt es bei ihm nicht." (So läuft die Handball-WM 2021)

Als Kapitän und Weltklasse-Handballer, der in 192 Länderspielen 927 Treffer erzielte, steht Gensheimer mehr unter Beobachtung, als viele seiner Teamkollegen. Sein Wert für die DHB-Auswahl bemisst sich dabei aber nicht ausschließlich an der Anzahl seine Tore.

"Ein Kapitän ist nicht nur ein Kapitän auf dem Spielfeld. Ein Kapitän hat ganz wichtige Aufgaben innerhalb der Gruppe - auch außerhalb des Spielfelds. Da ist die Führungsaufgabe insbesondere gefordert und wird auch von Uwe super erfüllt", erläutert Co-Trainer Eric Wudtke auf SPORT1-Nachfrage.

Schiller überzeugt im Angriff

Nicht nur deshalb sei es kein Problem, wenn der Kapitän einmal nicht von Anfang an auf dem Feld steht. "Ich finde es gar nicht so dramatisch, wer anfängt, sondern eher, wer am Ende auf dem Spielfeld steht, weil da in er Regel die Entscheidung getroffen wird, ob gewonnen, verloren oder Unentschieden gespielt wird", so Wudtke weiter.

Ein Blick auf die nackten Zahlen macht eines deutlich: Mit zwölf Treffern aus zwei Spielen ist Marcel Schiller im Turnier angekommen. Doch das ist nicht alles, was zählt. (Spielplan und Ergebnisse der Handball-WM 2021)

"Marcel hat gestern seine Leistung insbesondere im Angriff gebracht, und Uwe hat sehr, sehr gut in der Abwehr gespielt. Er hat sehr aggressiv verteidigt, war an drei, vier Bällen dran, die wir um Haaresbreite nicht abfangen konnten, er hat viel Druck gemacht hinten. Insofern sind wir glücklich, dass wir zwei so gute Außenspieler haben", sagte Wudtke nach dem Ungarn-Spiel.

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Henning Fritz glaubt an Gensheimer

Gegen Europameister Spanien wird Gensheimers Können deshalb besonders gefragt sein. Mit seiner Erfahrung, einer gewissen Schlitzohrigkeit und der Fähigkeit, den einen oder anderen Ball hinten zu klauen, soll er seinem Team helfen.

Dass ihm das trotz des Stotterstarts in das Turnier gelingen wird, da ist sich auch Henning Fritz sicher. "Dass Uwe motiviert ist und gut spielen will, darüber mache ich mir wenig Gedanken. An Autorität hat er bestimmt nichts eingebüßt, nachdem er in den vergangenen Jahren so viel geleistet hat für Deutschland und das Team auf Topniveau gebracht hat. Die Mannschaft weiß, was sie ihn an Uwe hat", so der Weltmeister von 2007 zu SPORT1.

"Und auch für das Spiel gegen Spanien macht es keinen Unterschied, ob er beginnt oder nicht. Wenn nun Marcel Schiller gleich wieder aufläuft, hat es damit zu tun, welche Taktik Alfred Gislason denn vorschwebt."