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München - Für die USA zerplatzt der Traum von der Teilnahme an der Handball-WM einen Tag vor Beginn des Turniers. Ein betroffener Nationalspieler spricht bei SPORT1.

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Die WM-Teilnahme hätte den Handballern der USA große Freude bereitet, so viel ist sicher (Handball-WM 2021 vom 13. bis 31. Januar im LIVETICKER).

"Als Kind guckt man diese Turniere und hätte sich nicht träumen lassen, daran teilzunehmen", sagt US-Nationalspieler Paul Skorupa im Telefongespräch mit SPORT1 - und das Leuchten in seinen Augen ist förmlich zu spüren.

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Norwegen um Sandor Sagosen und das mit Stars gespickte Frankreich wären neben Österreich die US-amerikanischen Gegner beim Mega-Turnier am Nil gewesen, für Skorupa war es "eine Riesenehre".

Doch dann schlug Corona zu.

Geplatzter WM-Traum "riesige Enttäuschung"

Satte 19 Fälle verhinderten schlussendlich die erste Teilnahme der USA an einer WM seit 20 Jahren, am Abend vor Beginn des Turniers wurde der krasse Außenseiter durch Nachrücker Schweiz ersetzt.

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Skorupa, als Kreisläufer beim deutschen Drittligisten HSG Krefeld aktiv, spricht von einer "riesigen Enttäuschung". Schließlich sei nach erfolgreicher Qualifikation und der Kader-Nominierung die Vorfreude sehr groß gewesen, ehe der plötzliche Corona-Ausbruch den Traum zerplatzen ließ.

"Dass unsere Teilnahme dann im letzten Moment, am letzten Tag noch abgesagt werden muss, trifft einen natürlich sehr hart", erklärt Skorupa, einer von sieben in Deutschland aktiven US-Spielern (Handball: Die wichtigen Regeln erklärt).

USA hoffte bis zuletzt auf WM-Start

Was in den chaotischen vergangenen Tagen passiert ist, "realisiert man erst mal gar nicht. Erst geht es zur WM, dann doch nicht. Das muss man dann erst einmal verarbeiten."

Denn die USA, die sich in Dänemark auf das Mega-Turnier am Nil vorbereitet hatten, hofften bis zuletzt auf ihren WM-Start und hatten alle Hebel in Bewegung gesetzt.

"Jeder will natürlich nur das Beste für den amerikanischen Handball, aber auch für die Spieler", meint Skorupa, der selbst positiv getestet wurde und vorerst nun in Dänemark in Quarantäne bleiben muss, zum Hin und Her.

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Es habe den Willen gegeben, womöglich mit einer Rumpfmannschaft anzutreten, "um den amerikanischen Handball auf eine neue Bühne zu heben", und ihn im amerikanischen Fernsehen zu präsentieren.

Doch am Ende gewann die Vernunft, "dass das Risiko zu groß ist". Schnelltests am Montag hatten noch negative Ergebnisse hervorgebracht, die PCR-Tests einen Tag später sorgten dann aber für den Tiefschlag.

USA mit "außergewöhnlicher" Entwicklung

"Das ist unglaublich heftig", sagte der selbst infizierte Nationalcoach Robert Hedin ob der Anzahl der positiven Tests dem norwegischen Aftenposten.

Es gebe die Vermutung, dass ein aus den USA angereister Spieler das Virus mitgebracht habe, auch Skorupa rätselt weiter. Im Endeffekt sei es aber "egal", es betreffe die ganze Mannschaft (Spielplan der Handball-WM 2021).

"Da wird auch keinem die Schuld gegeben", meinte der 21-Jährige, der die nun gewonnene Zeit für Arbeiten für die Uni nutzt.

Wenn der Rückschlag verdaut ist, wollen die US-Amerikaner wieder sportlich für Schlagzeilen sorgen - spätestens bei der WM 2023 in Polen und Schweden.

"Wir haben eine sehr gute Mannschaft, es gibt eine sehr gute Entwicklung, die wirklich sehr außergewöhnlich ist", betont Skorupa: "Wir haben zwei Jahre, um uns weiter vorzubereiten. Dann werden wir noch viel besser sein, als wir es heute sind."