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Gizeh und München - Wegen weiterer Coronafälle bei Kap Verde ist die Austragung des zweiten WM-Spiels der deutschen Handballer offenbar nicht zu retten - ungeachtet von Nachnominierungen.

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Es hatte sich abgezeichnet und bestätigt erneut alle Kritiker, die im Vorfeld des Mammutturniers gewarnt hatten: (Handball-WM 2021 vom 13. bis 31. Januar im LIVETICKER).

Wegen zweier neuer Coronafälle beim Gegner steht das für Sonntag (ab 18 Uhr im LIVETICKER) terminierte zweite deutsche WM-Vorrundenspiel gegen Kap Verde unmittelbar vor der Absage.

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Der Weltverband IHF hatte bereits am Samstagnachmittag über die beiden positiven Befunde bei den Afrikanern informiert. Denn: Weil Kap Verde wegen vorheriger Coronafälle lediglich mit elf Spielern nach Ägypten gereist ist, kommt die Mannschaft nicht auf die laut Reglement vorgeschriebenen zehn Spieler. (Spielplan und Ergebnisse der Handball-WM 2021).

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"Wir gehen davon aus, dass wir als DHB keine Entscheidung treffen müssen. Eine Spielabsage scheint unvermeidlich", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem SID einen Tag nach dem erfolgreiche deutschen WM-Auftakt gegen Uruguay (43:14).

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Deutschland-Spiel gegen Kap Verde vor Absage

DHB-Sportvorstand Axel Kromer meinte: "Wir gehen davon aus und dürfen gute Hoffnungen haben, dass sowohl Kap Verde als auch die IHF die Entscheidung treffen wird, dass wir morgen nicht antreten müssen."

Das Competition-Management der IHF wird am Sonntag um 10 Uhr über die Austragung des Spiels entscheiden. (Modus und mehr: So läuft die Handball-WM 2021)

Sollte das Spiel nicht stattfinden, wird es mit einem 10:0-Sieg für Deutschland gewertet. Die einzige Möglichkeit, dass die Partie noch stattfindet, ist, dass Kap Verde mindestens einen Spieler einfliegen lässt.

Dieser muss einen negativen PCR-Test vorweisen, der maximal 72 Stunden alt ist. Zudem müsste er sich einer weiteren PCR-Testung in Ägypten unterziehen, die ebenfalls negativ ausfallen müsste.

DHB: Kromer glaubt nicht mehr an Kap-Verde-Duell

Dass die Afrikaner von Nachnominierungen Gebrauch machen werden, ist nach derzeitigem Stand auch realistisch - allerdings vor allem mit Blick auf ihr abschließendes Vorrundenspiel am Dienstag gegen Uruguay. 

"So wie es momentan aussieht, ist es so, dass die Kap Verder wohl versuchen werden, ihr Team wieder so zu ergänzen, dass sie wieder spielberechtigt wären", meinte Kromer am Samstagabend. "Es scheint sich aber auch anzudeuten, dass Kap Verde es gar nicht erst versucht, das so hinzubekommen, dass noch eine Spielfähigkeit bis morgen Abend gewährleistet ist."

Nach Kromers weiteren Ausführungen deutet sich stattdessen an, dass Kap Verdes das Spiel gegen Deutschland "abschenken" wolle, um sich dann mit einem Sieg gegen Uruguay noch für die Hauptrunde zu qualifizieren: "Das scheint für sie eine lohnenswerte Option zu sein."

"Die Chance auf das Spiel gegen uns wird als äußerst klein dargestellt. Das Spiel ist kaum zu verwirklichen", so Kromer.

Das DHB-Team trifft im letzten WM-Spiel auf Polen
Deutschlands Handballer um Bundestrainer Alfred Gislason werden ihr zweites WM-Spiel gegen Kap Verde wohl nicht austragen können © Imago

Da hilft auch nicht, dass die Turnierverantwortlichen am dritten Turniertag erneut öffentlichkeitswirksam den Eindruck erwecken wollten, in punkto Sicherheit und Hygiene das maximal Mögliche zu leisten.

So wurden im Vorfeld der Partie zwischen Schweden und Chile (41:26) in der Halle von Kairo unter anderem die Torpfosten desinfiziert.

Bitter mit Bedenken zu Kap Verde

Nach dem historischen deutschen WM-Auftakt gegen Uruguay hatte bereits DHB-Keeper Johannes Bitter, der überraschend den Vorzug gegenüber Stammtorwart Andreas Wolff bekommen hatte, große Bedenken hinsichtlich der Partie gegen Kap Verde geäußert. 

"Das ist eine ungenügende Situation. Wir hoffen immer noch, dass das Spiel vielleicht nicht stattfindet, weil wir uns nicht wohlfühlen im Moment", sagte Bitter der ARD. "Ich finde es schwierig. Aus meiner ganz persönlichen Sicht ist das fahrlässig, dass sie spielen."

Die Partien mit kapverdischer Beteiligung seien "verantwortungslos".

Youngster Juri Knorr, unlängst selbst infiziert, sprach noch am Samstagmittag von einer "schwierigen Situation". Und auch Bundestrainer Alfred Gislason gestand: "Natürlich macht uns das Sorgen." 

Beide positiv getesteten Spieler Kap Verdes waren bereits Anfang Januar mit dem Virus infiziert, hatten dann aber vor der Anreise nach Kairo negative Testergebnisse vorgewiesen. (Handball-WM: Die wichtigsten Regeln)

Die betreffenden Spieler wurden umgehend isoliert. Beide müssen zwei negative Befunde vorweisen, zwischen denen mindestens 48 Stunden liegen, um wieder spielberechtigt zu sein.

Kap Verde: Bereits WM-Start holprig

Bereits vor der Anreise nach Ägypten hatte es beim Team Kap Verdes, das sein Auftaktspiel gegen Ungarn erwartungsgemäß verlor (27:34), etliche Coronafälle gegeben. Cheftrainer Jose Tomas reiste Medienberichten zufolge wie ein halbes Dutzend an Corona erkrankter Spieler erst gar nicht mit an den Nil.

Wegen der positiven Tests hatten die DHB-Verantwortlichen erwirkt, dass die Delegation des Inselstaats zunächst in einem Quarantäne-Hotel isoliert wurde.

Nach durchweg negativen Befunden waren die Afrikaner am Freitagabend dann auch im Teamquartier der deutschen Mannschaft untergebracht worden. Laut Hanning habe es aber keinen Kontakt mit dem deutschen Team gegeben.

Das direkte Duell ist dennoch so gut wie vom Tisch.

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