Florian Kehrmann äußert sich zur Debatte um eine Verschiebung der Handball-WM
Florian Kehrmann äußert sich zur Debatte um eine Verschiebung der Handball-WM © Imago
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München - Florian Kehrmann meldet sich in der seit Wochen schwelenden WM-Debatte zu Wort. Der Coach von Lemgo fände es schade, wenn das Turnier nicht stattfände.

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In der Diskussion um die Austragung der Handball-WM in Ägypten im Januar scheiden sich die Geister.

Für Florian Kehrmann ist es "eine schwere Entscheidung", ob man das Mega-Turnier mit 32 Teams stattfinden lassen soll.

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"Ich persönlich habe mich jetzt noch nicht mit dem Hygienekonzept in Ägypten befasst. Das müssen andere entscheiden", sagte der Trainer von Bundesligist TBV Lemgo Lippe im Gespräch mit SPORT1, machte aber auch deutlich:

"Letztendlich wäre es unglaublich schade für den Handball, wenn die Weltmeisterschaft nicht stattfinden könnte. Aber wenn man sicherstellen kann, dass die Spieler gesund zurückkommen und ein chancengleiches Turnier organisiert werden kann, dann wäre es wichtig, dass die Sportart Handball im Januar präsent ist. Eine WM ist ein Großereignis und sowas braucht der Handball."

Kehrmann als HBL-Trainer könne nur eine eigene Meinung haben, habe aber keine Entscheidungsmacht, so der 43-Jährige, der selbst jahrelang in der Nationalmannschaft gespielt hat und 2014 die Handballschuhe an den Nagel hing.

Kehrmann über WM-Verschiebung: "Wir entscheiden nicht"

"Wir entscheiden das nicht. Das wäre auch der falsche Weg. Entscheidend ist am Ende, was die IHF und die Ligen beschließen", erklärte der Weltmeister von 2007. Sollte es ein positives Urteil für die WM geben, würde das auch ein gutes Hygienekonzept beinhalten, so Kehrmann.

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Bei vielen Bundesligaklubs ist die Sorge groß, dass es nach der Handball-WM zu coronabedingten Ausfällen kommt. Darüber will sich Kehrmann noch keine Gedanken machen.

"Wir haben eine außergewöhnliche Situation in diesem Jahr mit Corona. Wir leben das ja schon alles. Jeder Verein ist schon in irgendeiner Art und Weise betroffen gewesen – sei es durch Infektionen oder Spielausfälle. Das ist für uns alles kein Neuland", sagte der ehemalige Rechtsaußen.

Daher sei es in seinen Augen falsch, zu überlegen, "was wäre, wenn. Da mache ich mir jetzt keine Gedanken darüber. Ich würde mir für den Handball wünschen, dass das Turnier ausgetragen wird. Aber wie wir dann damit umgehen, das können wir erst entscheiden, wenn wir die Konzepte kennen und wissen, in welchem Rahmen die Veranstaltung stattfindet."

WM wieder alle vier Jahre?

Seit 1993 finden sowohl Weltmeisterschaft als auch Europameisterschaft bei den Handballern alle zwei Jahre statt. Immer wieder wurden allerdings Stimmen laut, den Turnier-Modus wieder wie früher auf vier Jahre festzulegen.

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"Die Diskussion gibt es schon seit 20 Jahren. Für das Modell, jedes Jahr eine WM oder EM zu spielen, gibt es gute Argumente dafür als auch dagegen", kommentierte Kehrmann die Debatte, erklärte aber auch: "Die Diskussion sollten aber nicht einzelne Personen führen. Da muss ein Dialog zwischen der IHF, der EHF und den großen Ligen stattfinden."

Jeder sollte gehört werden, damit gute Konzepte ausgearbeitet werden können, so der Neusser. "Was genau der richtige Weg ist, ist schwer zu sagen. Der Kern jeder Überlegung muss sein, dass der Handball präsent ist. Man muss aber auch einen gesunden Weg finden."