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München - Erfolgreiche Olympia-Quali oder folgenschwerer Fehlschlag für die DHB-Handballer? Beim Turnier in Berlin hängt ganz viel an den drei Kieler Rückkehrern.

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Wird an diesem Wochenende alles gut nach der enttäuschenden, von der Coronakrise massiv beeinträchtigten WM? Oder stürzt der deutsche Handball endgültig in die Sinnkrise?

Bei der Olympia-Qualifikation in Berlin geht es für die Nationalmannschaft um alles: Erfüllt das Team von Alfred Gislason sein Soll, kann es weiter von großen Ziel Olympia-Gold träumen, das DHB-Vize Bob Hanning selbst ausgerufen hat.

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Scheitert schon der Versuch, dabei zu sein, werden die Erschütterungen massiv sein.

Eine reale Gefahr nach dem historisch schlechten 12. Platz in Ägypten - und dem kurzfristigen Ausfall des Berliner Kapitäns Paul Drux? Oder eine übertriebene Sorge im Angesicht der Rückkehr der Kieler Leistungsträger Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold?

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Olympia-Quali: Wiencek betont Schlüsselrolle der Abwehr

Zur Erinnerung: Gerade in der Abwehr war das THW-Trio, das mit Blick auf die Coronapandemie auf die WM verzichtet hat, bei dem Turnier schmerzlich vermisst worden. Dass mit ihm die defensive Stabilität zurückkehrt, ist die Hoffnung aller - aber ob die Rechnung wirklich so einfach ist? Das ist das große Rätsel.

Wiencek selbst betont vor dem Turnierstart auf SPORT1-Nachfrage, dass die Defensivleistung am Wochenende der Schlüssel zu allem sein wird.

"Wer schon einmal drei Spiele in drei Tagen gemacht hat, der weiß, wie körperlich anstrengend das sein wird", sagt er. Darum sei es zentral, "dass die Abwehr steht und wir auch mal einfache Gegenstoß-Tore machen können" - gerade gegen die "drei Top-Mannschaften", gegen die es gehe.

In der Berliner Max-Schmeling-Halle trifft Deutschland auf den WM-Zweiten Schweden (Freitag, 15.15 Uhr im LIVETICKER), den EM-Vierten Slowenien (Samstag, 15.35 Uhr) und Afrika-Vertreter Algerien (Sonntag, 15.45 Uhr). Nur die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die Olympischen Spiele in Tokio.

Gensheimer froh über Rückkehrer

"Ich freue mich, dass es am Wochenende um die Wahrheit geht. Ich glaube, dass wir trotz der Verletzung von Paul (Drux; Anm. d. Red.) eine sehr gute Mannschaft auf die Beine stellen können, die den sportlichen Erwartungen, die wir alle haben, auch gerecht werden können", meint Hanning auf SPORT1-Nachfrage

Der DHB-Vizepräsident fügt an: "Wir wollen an den Olympischen Spielen teilnehmen, das muss unser Anspruch sein."

Diesem Ziel sind sich auch die Spieler voll bewusst. Dass die Mission Olympia-Quali dabei mit den drei Kieler Rückkehrern angegangen werden kann, sorgt auch bei Kapitän Uwe Gensheimer für Entspannung.

"Es sind Jungs dazu gekommen, die das System, was Alfred Gislason spielen lässt, sehr gut kennen. Sie kennen das Abwehrsystem und auch die Auslöserhandlungen im Angriff. Da gab es keine große Eingewöhnungszeit", ist sich der DHB-Leader sicher.

Gislason kennt Kieler Trio schon lange

Trainer Gislason ist ob des Kieler Blocks ohnehin positiv gestimmt. "Die Rückkehrer verstärken die Mannschaft enorm. Die Stimmung und Einstellung sind spürbar. Alle wissen, wie schwer die Aufgabe ist. Alle wissen aber auch, was sie machen müssen, um zu Olympia zu kommen", so der Trainer weiter. 

Das Trio hätte "den Vorteil, dass ich ewig mit ihnen zusammengearbeitet habe", sagt der frühere Kieler Meistercoach auf SPORT1-Nachfrage: "Das, was wir im Januar neu gemacht haben, kennen sie alle. Das sind taktische Sachen, die wir in Kiel schon Jahre spielen."

Aus einer stabileren Abwehr erhofft sich der Cheftrainer auch eine gute Torhüterleistung. Mehr Gegenstoß-Tore als bei der WM in Ägypten seien deshalb "mit Sicherheit" möglich.

Für Routinier Gensheimer ist die Aufgabe klar: "Wir müssen den gegnerischen Angriff zu Würfen zwingen, die sie nicht werfen wollen – um danach schneller umzuschalten, mehr Gegenstöße zu bekommen und mehr einfache Tore zu erzielen."

Gelingt dies, wäre die DHB-Auswahl dem Traum von Tokio ein großes Stück näher.