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München - Alfred Gislason steht vor seiner ersten großen Aufgabe als neuer Handball-Bundestrainer: Mit Spannung wird sein Aufgebot für seine Länderspiel-Premiere erwartet.

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Was passiert mit Uwe Gensheimer? Wird es prominente Rückkehrer geben? Wer steht im Tor?

Schon bei seiner ersten großen Aufgabe als neuer Bundestrainer ist Alfred Gislason als Tüftler gefragt. Handball-Deutschland schaut jedenfalls ganz genau hin, wenn der Nachfolger von Christian Prokop am Montag in Berlin das Aufgebot für seine Länderspiel-Premiere bekannt gibt.

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"Ich werde sicherlich nicht alles umbauen", sagte Gislason kürzlich und verwies auf die kurze Zeit bis zum so wichtigen Olympia-Qualifikationsturnier im April. Deswegen werde er daran anknüpfen, "was Christian Prokop aufgebaut hat".

Und doch bleiben einige Fragen.

Was wird aus Gensheimer?

Kopfzerbrechen bereitet aktuell der Gesundheitszustand von Kapitän Gensheimer.

Der Star-Linksaußen fällt mit einer Fußverletzung mindestens sechs Wochen aus und wird den letzten und einzigen Härtetest am 13. März in Magdeburg gegen die Niederlande mit Sicherheit verpassen.

Und weil Gensheimers Einsatz auch für die Olympia-Quali in der Berliner Max-Schmeling-Halle (17. bis 19. April) gefährdet ist, muss Gislason einen Plan B aus dem Hut zaubern.

Comeback-Chance für Weinold, Strobel oder Groetzki

Weitere Veränderungen des deutschen Kaders im Gegensatz zur EM im Januar dürfte es im Rückraum geben.

Der Kieler Steffen Weinhold, der im Verein viele Jahre unter Gislason gespielt hat, steht vor seiner Rückkehr. Zudem könnten Linkshänder Franz Semper (Leipzig) und Spielmacher Martin Strobel (Balingen) wieder zum Team stoßen.

Auch Patrick Groetzki von den Rhein-Neckar Löwen hofft nach seiner überraschenden Nicht-Nominierung für die Europameisterschaft auf seine Rückkehr.

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"Mein Vorgänger Christian Prokop hatte das Pech, dass der eine oder andere Spieler verletzt war, den er sehr gut hätte gebrauchen können. Jetzt weiß ich, dass der eine oder andere zurückkommt und dass die Mannschaft in gewisser Weise überragend besetzt ist", sagt Gislason.

Heinevetter hofft auf Rückkehr

Überhaupt geht der Isländer seine neue Aufgabe mit viel Optimismus an. Deutschland verfüge über eine "überragende Abwehr". Auch die Torhüter seien "in der Breite überragend", sagt Gislason - lässt mit dieser Aussage aber auch Raum für Interpretationen.

Denn im Kasten ist das Gerangel beim DHB-Team seit jeher groß.

Die besten Karten im Kampf um die Plätze dürfte das EM-Gespann aus Andreas Wolff und 2007er-Weltmeister Johannes Bitter haben. Aber auch Keeper wie Routinier Silvio Heinevetter, der Kieler Dario Quenstedt und Youngster Till Klimpke hoffen (zumindest insgeheim) noch auf ein Ticket für Tokio.

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Hanning peilt Olympia-Medaille an

"Natürlich ist Deutschland sehr gut besetzt", sagt Gislason, "gerade in der Breite. Ein bisschen fehlt aber noch." Dieses Bisschen will der 60 Jahre alte Meistertrainer bis zu den Olympischen Spielen herauskitzeln.

"Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die Spieler auf Alfred Gislason freuen", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Er glaubt fest daran, dass der neue Coach das Team im Sommer zur ersehnten olympischen Medaille führen kann.

Der erste Schritt dafür ist aber die Qualifikation. Mit welchen Spielern Gislason die Etappe auf dem Weg nach Tokio bestreitet, wird sich am Montag zeigen.