Nationalspieler Jannik Kohlbacher ist an Corona infiziert
Nationalspieler Jannik Kohlbacher ist an Corona infiziert, aber auf dem Weg der Genesung © Imago
Lesedauer: 4 Minuten

Die Coronakrise schüttelt das DHB-Team durch, auch wenn Kreisläufer Jannik Kohlbacher Entwarnung gibt. Verbandspräsident Michelmann mahnt zu Besonnenheit.

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Jannik Kohlbacher zeigte seine Muckis und gab lächelnd Entwarnung. Ihm gehe es "super, ich bin topfit und fühle mich vollständig gesund", schrieb der mit dem Coronavirus infizierte Handball-Nationalspieler am Mittwoch bei Instagram.

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Und fügte an: "Für mich gibt es jetzt noch ein paar Tage Quarantäne."

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Trotz der guten Nachricht - sämtliche Brisanz konnte Kohlbacher dem Thema für den Deutschen Handballbund (DHB) nicht nehmen. Denn der Kreisläufer der Rhein-Neckar Löwen hatte mit dem deutschen Team und Bundestrainer Alfred Gislason in der vergangenen Woche (9. bis 13. März) einen Lehrgang in Aschersleben absolviert.

Mehrere DHB-Stars in häuslicher Quarantäne

Wie der Verband am Mittwoch mitteilte, haben die Nationalspieler inzwischen ihre zuständigen Gesundheitsbehörden informiert und halten sich an die von den Behörden angeordneten Sicherheitsmaßnahmen.

Flensburgs Johannes Golla begab sich ebenso in eine häusliche Quarantäne wie die Kieler Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold und Patrick Wiencek. Gleiches gilt für das Melsungen-Trio Julius Kühn, Kai Häfner und Tobias Reichmann.

"Es ist eine total ungewohnte Situation", sagte Golla. Er werde sich während der 14-tägigen Isolation "zuhause fit halten und mich auf mein Studium konzentrieren. Ich hoffe, dass sich kein weiterer Mitspieler angesteckt hat und alle gesund und fit aus dieser Zeit gehen werden."

Michelmann: "Die jungen, kräftigen Leute stecken den Virus ja in der Regel gut weg"

Aufkommende Hektik unterband DHB-Präsident Andreas Michelmann aber im Keim. "Die jungen, kräftigen Leute stecken den Virus ja in der Regel gut weg", sagte Michelmann dem sid und warnte angesichts der Corona-Epidemie vor Panikmache.

Er "mahne bei dem Thema vor allem den Sport ausdrücklich zu Ruhe und Besonnenheit. Die Welle wird über uns hinweggehen", sagte der 60-Jährige: "So bitter es ist, dass wir nicht Handball oder Basketball, Volleyball oder Fußball spielen können - wir, der Sport, wird durch die momentane Krise sicherlich ein Stück weit geerdet."

Man sollte durch die momentane Krise "anfangen, uns selbst zu relativieren. Natürlich hat es der Sport schwer, aber so viele Menschen haben es im Moment sehr viel schwerer. Durch die Coronakrise werden Existenzen zerstört, das bekomme ich als Bürgermeister hautnah mit", sagte Michelmann, der seit 1994 als Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben arbeitet.

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Kohlbacher appellierte unterdessen an die Öffentlichkeit, die Gefahren des Virus Ernst zu nehmen. "Wichtig ist, dass wir alle nicht leichtfertig mit dem Coronavirus und den Folgen umgehen", so der 24-Jährige: "Für die jüngere Generation mag es vielleicht harmlos sein, aber denkt bitte alle an Eure Mitmenschen der älteren Generation oder an diejenigen, die körperlich aufgrund eventueller Vorerkrankungen nicht so leicht damit umgehen können."

Ungewissheit, wie es weiter geht

Wie es für Kohlbacher und die Handballer nach der Zeit in häuslicher Isolation sportlich weitergeht, ist weiterhin ungewiss. "Wir sind drauf und dran zu prüfen, ob für gesunde Nationalspieler Maßnahmen angeboten werden können", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer dem sid.

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Zur Debatte steht der ursprüngliche Zeitraum der in den Juni verschobenen Olympia-Quali (17. bis 19. April).

Die Gefahr einer Verschiebung oder gar Absage der Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) spielen für die Verbandsoberen aktuell aber nur eine untergeordnete Rolle.

"Ich kann nicht in die Glaskugel schauen und möchte das auch nicht. Es geht jetzt darum, die Ausbreitung des Virus so gut wie möglich zu verlangsamen. Dazu müssen und wollen im Sport unseren Beitrag leisten", sagte Michelmann: "Der Handball hat von der Bundesliga bis zur Kreisklasse seinen Spielbetrieb vorerst ausgesetzt. Das spricht dafür, dass wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung voll nachkommen."