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München - Bob Hanning stellt sich vor zwei Wochen noch vor Christian Prokop. Im Gespräch mit SPORT1 klärt er jetzt auf, wie es zur Entlassung des Bundestrainers kam.

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Am Donnerstagmittag erschütterte ein Beben ganz Handball-Deutschland!

Der DHB verkündete nur elf Tage nach dem Ende der Europameisterschaft die Trennung von Bundestrainer Christian Prokop und präsentierte den früheren Kieler Meistertrainer Alfred Gislason als Nachfolger. 

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Noch vor zwei Wochen hatten Sportvorstand Axel Kromer und Vizepräsident Bob Hanning erklärt, mit Prokop den Weg mit Prokop in Richtung der Olympischen Spiele 2020 gehen zu wollen. 

Im Gespräch mit SPORT1 erklärt Hanning, was letztlich zur Entscheidung gegen Prokop geführt hat, und spricht über Kritik an seiner Person und seine Zukunft beim DHB. 

Bob Hanning über

... das Bild des DHB in den vergangenen Wochen:

"Ich glaube, dass wir das besser hätten lösen können. Doch zum damaligen Zeitpunkt war noch nicht klar, was sich daraus entwickelt."

... die Entscheidungsfindung, Prokop zu entlassen:

"Jeder weiß, dass ich Christian über viele Jahre mitgetragen habe. Als gewisse Experten seine Ablösung gewünscht haben, habe ich immer zu ihm gestanden. In der Analyse der EM und der Gesamtabwägung aller Fakten der Situation hat sich das Präsidium die Frage gestellt, ob die Aussicht auf Erfolg mit Alfred Gislason größer ist als mit Christian Prokop. Zu der Überzeugung sind wir gekommen. Und wenn es einen Mehrheitsentschluss gibt, dann trage ich diesen vollumfänglich mit, wie sich das in einer Demokratie gehört."

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... seine persönliche Gefühlslage:

"Mir tut das weh. Aber ich wollte bei dem Telefonat dabei sein. Ich werde mich auch noch mal bei ihm melden. Aber jetzt lassen wir ein paar Tage ins Land gehen."

... seine eigene Zukunft beim DHB:

"Wir haben eine Amtsperiode, die geht bis 2021. Ich habe die Bundesliga-Manager unabhängig vom aktuellen Geschehen bereits informiert, dass ich nach zwei DHB-Amtsperioden nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Ich habe dann acht Jahre lang dem Verband gedient, davor habe ich lange der HBL gedient. Ich habe auch irgendwann das Recht zu sagen, dann müssen es andere machen, und am besten noch besser. So lange das nicht der Fall ist, setze ich mich mit voller Leidenschaft für den deutschen Handball ein und werde das auch bei der Vergabe der Weltmeisterschaft im Februar machen."

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... den Fall, ob das auch für einen möglichen Misserfolg bei Olympia gelten würde:

"Ich frage mich immer, wofür ich die Konsequenzen tragen soll. Soll ich die Konsequenzen für Dagur Sigurdsson tragen? Soll ich sie jetzt für Alfred Gislason tragen? Wenn man mich nicht mehr möchte, darf man mir das sagen. Aber Uwe Schwenker hat mir im Namen des Präsidiums und der Liga das Vertrauen ausgesprochen."

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... den Vergleich Prokop/Gislason:

"Ich möchte die beiden nicht vergleichen, es sind beide exzellente Trainer. Ich glaube, dass die Mannschaft mit Alfred erfolgreich sein wird, weil er durch seine Persönlichkeit und seine unzweifelhaft vorhandenen Erfolge als Spieler und Trainer eine Autoritätsperson innerhalb und außerhalb des Feldes darstellt. Ich glaube, dass wir mit ihm eine gute Wahl getroffen haben."

... ein Festhalten an Prokop, wenn Gislason nicht zur Verfügung gestanden hätte:

"Das kann ich nicht mit ja oder nein beantworten."