DHB-Torwart Johannes Bitter schreit seine Freude heraus
DHB-Torwart Johannes Bitter schreit seine Freude heraus © Imago
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Wien - Die deutsche Handball-Nationalmannschaft zeigt trotz des zuvor schon feststehenden Ausscheidens eine starke Leistung gegen Österreich. Torwart Bitter überragt.

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"Jogi! Jogi! Jogi!"

Die Fans hatten ihren Spieler des Spiels schon lange ausgemacht, bevor dieser auch offiziell zum Man of the Match gewählt wurde.

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Mit zahlreichen Paraden hatte Johannes Bitter seine Teamkameraden beflügelt und dafür gesorgt, dass sich die deutsche Handball-Auswahl bei der EM in Wien im Nachbarschaftsduell mit einer starken Leistung eindrucksvoll zurückmeldete.

Nur zwei Tage nach der bitteren Niederlage gegen Kroatien gewann sie im vorletzten Hauptrundenspiel gegen Österreich mit 34:22 (16:13). Dabei überragte Torwart Bitter, der über 50 Prozent der Würfe hielt und immer wieder mit Sprechchören gefeiert wurde.

Gensheimer und Wolff schwärmen

"Das war wunderschön", freute sich der Routinier, als er von SPORT1 auf den grandiosen Abend angesprochen wurde.

Auch die Teamkollegen gerieten ins Schwärmen. "Das war mega, dass er so reinkommt und so vernagelt", sagte Kapitän Uwe Gensheimer: "In den letzten Partien hat Andi einen super Job gemacht, heute Jogi. Wir wissen, was die beiden für eine Qualität haben und sind froh, dass sie das hier zeigen konnten."

Jener Wolff bezeichnete Bitter als "eine emotionale Stütze bei diesem Turnier für mich. Er hat heute ein überragendes Spiel gemacht, weit über 50 Prozent der Bälle festgehalten. Das war wirklich ganz, ganz stark und hat der Mannschaft den nötigen Auftrieb gegeben. Das macht wirklich Spaß, mit ihm ein Torhüterduo zu bilden."

DHB-Team spielt um Platz fünf

Trotz des Sieges verpasste das deutsche Team aber das angepeilte Ziel.

Da zuvor Spanien gegen Weißrussland gewann, war der Halbfinal-Einzug endgültig unmöglich geworden. Die beiden Plätze in der Vorschlussrunde aus dieser Gruppe sicherten sich Spanien und Kroatien. Der DHB-Auswahl ist nun der dritte Rang in ihrer Gruppe nicht mehr zu nehmen. Sie bestreitet damit noch das Spiel um Platz fünf in Stockholm - unabhängig vom Ausgang des letzten Hauptrundenspiels am Mittwoch gegen Tschechien.

"Wir freuen uns über diesen Sieg, weil das nicht klar war. Wir waren schon in einem Loch gestern, als uns bewusst geworden ist, dass die EURO nahezu vom Ergebnis her vorbei ist", sagte Bitter in der ARD. "Aber heute haben wir uns so gepusht, die Halle noch mal mitgenommen, und jetzt ist es einfach wunderschön. Fast schade, dass nicht mehr geht."

Wolff betonte: "Wir wollten Fünfter werden. Die Ambitionen haben wir heute eindrucksvoll untermauert."

Prokop stolz

Bundestrainer Christian Prokop musste trotz des am Ende klaren Sieges erst einmal tief durchatmen. "Genießen konnte ich vielleicht die letzten zehn Minuten. Vorher war es doch eine große mentale Herausforderung. Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen", sagte Prokop.

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"Persönlich sehr gefreut" habe den Bundestrainer, dass Torwart Bitter "nach langer Abstinenz auf internationalem Parkett mit so einer beeindruckenden Leistung zurückkommt". Der 37 Jahre alte Bitter habe seine Rolle im zweiten Glied "bis hierhin perfekt ausgefüllt", sagte Prokop in den Katakomben der Wiener Stadthalle, "und heute dazu diese sportliche Leistung - fantastisch!"

Kastening bester deutscher Werfer

Beste deutsche Werfer vor rund 9000 Zuschauern in der Wiener Stadthalle waren Timo Kastening (6 Tore) und der fünfmal vom Siebenmeterpunkt erfolgreiche Tobias Reichmann.

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"Wir wollten zeigen, dass auch ein angeschlagenes Deutschland besser ist aus Österreich. Das ist uns heute eindrucksvoll gelungen", meinte Kastening.

Je länger das Spiel dauerte, desto sicherer und präziser wurden die Spielzüge der deutschen Mannschaft. Und wenn es hinten doch einmal eng wurde, war der "überragende, Weltklasse spielende" Bitter zur Stelle.

"Ich habe mich die ganze Zeit darauf vorbereitet, mit dem Trainerteam gesprochen, dass die Situation jederzeit kommen kann. Ich habe gesagt: 'Leute, macht euch keine Sorgen, ich halte mich warm, indem ich rumschreie. Und wenn ich dann komme, hoffe ich, dass ich gut halte.'", erklärte der Matchwinner: "Und ich hoffe, dass ich das in den nächsten beiden Spielen genauso machen kann."