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Die Entscheidung steht. Silvio Heinevetter sowie zwei weitere Routiniers fahren nicht mit zur Handball-EM. Zuvor hatte ein Spieler von sich aus abgesagt.

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Ohne fünf Stammkräfte im Rückraum, aber mit WM-Held Johannes Bitter im Tor: Bundestrainer Christian Prokop hat bei der Reduzierung des EM-Kaders mit Steffen Weinhold seinen nächsten Star aus Verletzungsgründen streichen müssen.

2007er-Weltmeister Bitter feiert bei der Europameisterschaft im Januar dagegen neun Jahre nach seinem Nationalmannschafts-Rücktritt überraschend ein Turnier-Comeback.

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Der 37-jährige Routinier vom TVB Stuttgart erhielt den Vorzug gegenüber Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) sowie Dario Quenstedt (THW Kiel) und wird zusammen mit Stammkeeper Andreas Wolff das Torhüter-Duo bilden. "Mit Andreas Wolff und Johannes Bitter haben wir ein Torwartgespann, von dem wir uns eine hohe Stabilität und wichtige Impulse im EM-Turnier erhoffen", sagte Prokop.

"Für mich gab es kurz vor den Weihnachtstagen schon das erste große Geschenk", sagte Bitter bei Facebook: "Es macht mich unglaublich stolz."

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Weinhold sagt Prokop ab

Eine weitere Hiobsbotschaft erhielt der DHB-Coach unmittelbar vor der Nominierung: Am Freitagmorgen sagte auch 2016er-Europameister Steffen Weinhold vom THW Kiel seine EM-Teilnahme ab.

Der Linkshänder ist nach Fabian Wiede (Schulter-OP), dem Balinger Spielmacher Martin Strobel (nach Kreuzbandriss) sowie dem Berliner Simon Ernst und Lemgos Tim Suton (beide Kreuzbandriss) die fünfte Stammkraft im Rückraum, die Prokop ersetzen muss.

"Das ist eine sehr bittere Nachricht für uns", sagte Prokop. Es breche "ganz starke individuelle Qualität weg, und wir müssen schnell Lösungen finden." Sportvorstand Axel Kromer meinte: "Unser aller Job ist es, gerade aus solchen Rückschlägen neue Stärke zu gewinnen. Unsere Nationalmannschaft wird an dieser Aufgabe wachsen."

Groetzki und Lemke nicht dabei

Auf Rechtsaußen entschied sich Prokop bei der Reduzierung von 28 auf 17 Spieler für Tobias Reichmann (Melsungen) und Youngster Timo Kastening (Hannover). Routinier Patrick Groetzki wurde ebenso wie Abwehrspezialist Finn Lemke nicht berücksichtigt.

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Stattdessen steht der Flensburger Johannes Golla als vierter Kreisläufer im Aufgebot, das spätestens am Vorabend des EM-Auftaktspiels gegen die Niederlande (9. Januar) auf 16 Spieler festgelegt werden muss.

Angeführt wird die deutsche Mannschaft von Linksaußen Uwe Gensheimer, der in sein sechstes Turnier als Kapitän des DHB-Teams geht. Zweiter Mann auf dem linken Flügel wird Debütant Patrick Zieker (TVB Stuttgart) sein. Die DHB-Auswahl kommt am 2. Januar in Frankfurt am Main zur unmittelbaren Turnier-Vorbereitung zusammen und startet nach Länderspielen gegen Island (Mannheim, 4. Januar, 17.20 Uhr/ZDF) und Österreich (Wien, 6. Januar, 14.40 Uhr/ARD) in die EM.

Das EM-Aufgebot der deutschen Handball-Nationalmannschaft:

Linksaußen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Zieker (TVB Stuttgart)
Rückraum links: Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), Julius Kühn (MT Melsungen)
Rückraum Mitte: Paul Drux (Füchse Berlin), Marian Michalczik (TSV GWD Minden)
Rückraum rechts: Franz Semper (SC DHfK Leipzig), Kai Häfner (MT Melsungen)
Rechtsaußen: Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (TSV Hannover-Burgdorf)
Kreis: Hendrik Pekeler (THW Kiel), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel), Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt)
Tor: Andreas Wolff (KS Vive Kielce/POL), Johannes Bitter (TVB Stuttgart)