Deutschland muss bei der Handball-EM in Gruppe C gegen drei Mannschaften vom Balkan ran. Zum Auftakt geht es gegen Montenegro. Wie ist der erste Gegner einzuschätzen?

Am Samstag beginnt für die deutsche Handball-Nationalmannschaft die Mission Titelverteidigung bei der Europameisterschaft 2018 in Kroatien. (Täglich im LIVETICKER auf SPORT1)

Das Ziel ist das Finale in Zagreb am 28. Januar, doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Erst einmal steht die Gruppenphase an. Wie schon beim Titelgewinn 2016 starten die "Bad Boys" in Gruppe C in die Endrunde.

Mit Mazedonien, Montenegro und Slowenien hat Deutschland eine machbare Gruppe erwischt, denn auch ein Hammer-Los mit den starken Schweden oder Dänen wäre möglich gewesen. Aber wie sind die drei Gegner vom Balkan einzuschätzen?

SPORT1 hat die Gruppengegner des DHB-Teams im Einzel-Portrait.

1. Gruppengegner: Montenegro

Der deutsche Auftaktgegner nimmt zum vierten Mal an einer EM teil. Zuletzt landete das Team zweimal auf dem 16. und damit letzten Platz, 2008 reichte es immerhin zu Rang zwölf. In der Qualifikation gab es einen Sieg gegen Schweden und zwei Unentschieden gegen Russland.

Montenegro sei "keine Laufkundschaft" und verfüge über einen "starken Rückraum", sagte Bundestrainer Christian Prokop. Aber auch in der Abwehr ist Montenegro flexibel und wird die DHB-Auswahl mit wechselnden Systemen vor unterschiedliche Aufgaben stellen. Vom Papier her ist Montenegro allerdings der schwächste der drei Vorrundengegner.

Doch das deutsche Team ist gewarnt: In der schmachvoll verpassten Qualifikation für die EM 2014 setzte es die zwei bittersten Pleiten der jüngeren deutschen Handballgeschichte. "Sie sind sehr heißblütig und spielen ein bisschen dreckig", sagte Routinier Steffen Weinhold.

Deutschland - Montenegro am Samstag, den 13. Januar, ab 17.15 Uhr im LIVETICKER

2. Gruppengegner: Slowenien

Die Slowenen sind der wohl stärkste Gegner der deutschen Handballer in der Vorrunde. Vor einem Jahr überraschte das Team mit Platz drei bei der WM in Frankreich.

Die DHB-Auswahl hat aber gute Erfahrungen mit den Slowenen gemacht. Im EM-Finale 2004 gab es einen Sieg gegen den damaligen Gastgeber, in der Qualifikation für die anstehenden EM wurden ebenfalls zwei souveräne Erfolge gefeiert.

"Sie sind als aktueller WM-Dritter einer der spielstärksten Mannschaften des Turniers. Sie kommen über alle Positionen und haben unheimlich starke Außenspieler", sagte Bundestrainer Christian Prokop, der sich zudem auf ein Auswärtsspiel einstellt: "Ich erwarte von Slowenien als Nachbarland den größten Fansupport. Das wird ebenfalls eine sehr große Herausforderung."

Slowenien - Deutschland am Montag, den 15. Januar, ab 18.15 Uhr im LIVETICKER

3. Gruppengegner: Mazedonien

Kiril Lazarov ist der unumstrittene Star des letzten deutschen Vorrundengegners. Auch wenn der wurfgewaltige Rückraumspieler inzwischen schon 37 Jahre alt ist, ist das Spiel auf ihn und seinen jüngeren Bruder Filip zugeschnitten.

"Es wäre aber ein Fehler, diese Mannschaft auf die Lazarov-Brüder zu reduzieren. Wenn man Ristovski im Tor sieht, der Spiele entscheiden kann, oder auch ein Filip Taleski, der in der Bundesliga zwar unter Wert spielt, aber ein riesiges Potenzial hat, dann wissen wir, dass die Aufgabe schwer wird", sagte Bundestrainer Christian Prokop.

Mazedonien nimmt zum fünften Mal an einer WM teil. Größter Erfolg war Platz fünf vor sechs Jahren, als man gegen die deutsche Mannschaft in der Vorrunde hauchdünn (23:24) verlor.

Deutschland - Mazedonien am Mittwoch, den 17. Januar, ab 18.15 Uhr im LIVETICKER