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München - Alfred Gislason winkt zum Abschied vom THW Kiel der Titel, am Wochenende kann der EHF-Cup gewonnen werden. Danach zieht es den Trainer in den heimischen Garten.

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Alfred Gislason schlendert durch seinen Garten, Schere in der rechten Hand, die geliebten Rosen immer im Blick.

Keine Termine, kein Training, kein Titeldruck - so stellt sich der scheidende Erfolgstrainer des THW Kiel den Sommer in Wendgräben vor. Doch bevor sich der Hobbyzüchter in seinem Haus im Jerichower Land bei Magdeburg ganz seiner Passion widmen kann, steuert seine Abschiedstournee ihrem emotionalen Höhepunkt entgegen.

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"Der Sommer spielt noch keine Rolle", versichert Gislason: "Unser Fokus liegt voll auf dem kommenden Wochenende. Ich werde jedes Spiel genießen, das ich noch mit dem THW habe."

Perfekter Abschied mit dem Triple?

Beim Final Four im EHF-Pokal in Kiel will Gislason seine große Karriere in seinem Wohnzimmer vor heimischem Publikum unbedingt mit einem weiteren, seinem dann 20. und womöglich letzten Titel mit dem THW krönen.

Eine stimmungsvolle Abschiedssause ist programmiert: Unabhängig vom Ausgang werden das Halbfinale am Freitag gegen die Dänen von TTH Holstebro und das Medaillenspiel am Samstag gegen die Füchse Berlin oder den FC Porto Gislasons letzte internationale Auftritte mit den Zebras sein. (EHF-Cup: TTH Holstebro - THW Kiel ab 18.00 Uhr im LIVETICKER)

"Ich werde überall darauf angesprochen. Ich selbst versuche aber, das soweit es geht auszublenden", sagte der Isländer, der seine ruhmreiche Karriere als Vereinstrainer nach der Saison beendet, der Handballwoche.

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Der Cupgewinn "wäre für mich, meine Mannschaft und den Verein sehr wichtig." Und ein weiterer Schritt zum perfekten Abschied mit dem möglichem Triple. Denn nach dem Sieg im DHB-Pokal und den guten Chancen im Europacup winkt ja auch noch der Titel in der Meisterschaft.

Füchse: "Wir brauchen Europa"

Ärgster Widersacher im Kampf um Europas kleine Krone dürfte der Titelverteidiger aus der Hauptstadt sein. Für die Berliner, die in ihrem Halbfinale am Freitagabend auf Porto treffen, geht es in Kiel auch um einen Platz im internationalen Geschäft für die kommende Saison. (EHF-Cup: Füchse Berlin - FC Porto Sofarma ab 20.45 Uhr im LIVETICKER)

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"Wir würden auch ein Jahr ohne Europa überstehen. Aber es wäre mit einem wirtschaftlichem Einschnitt verbunden", sagte Füchse-Manager Bob Hanning im Handball-Podcast "Kreis Ab": "Wir brauchen aber Europa, um in Berlin wahrgenommen zu werden."

Weil die Qualifikation in der Liga auf der Kippe steht, wären zwei Siege am Wochenende der kürzeste Weg zum großen Ziel. Für Berlins Coach Velimir Petkovic geht es zudem um den vierten Cupgewinn, nachdem er die Trophäe bereits 2011 und 2012 mit Frisch Auf Göppingen geholt hatte.

Noch kein EHF-Cup-Triumph für Gislason

Doch auch für Gislason hat der EHF-Pokal eine ganz besondere Bedeutung. Mit einem Erfolg im zweitwichtigsten Europacup-Wettbewerb hinter der Champions League könnte sich für ihn am Wochenende ein Kreis schließen.

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"Mit dem EHF-Pokalsieg 2001 mit dem SC Magdeburg startete meine Trainer-Karriere vor 18 Jahren richtig durch", sagte der 59-Jährige: "Deshalb wäre es das i-Tüpfelchen, wenn meine Karriere im Vereinshandball auch mit dem gewonnenen EHF-Pokal enden würde." Zumal ihm diese Trophäe in seiner großen Titelsammlung mit dem THW als letzte noch fehlt.

Gislason brennt. Die Rosen müssen noch ein bisschen warten.