Benjamin Buric, der Torwart der SG Flensburg-Handewitt, liefert gegen die Rhein-Neckar Löwen eine starke Vorstellung ab
Benjamin Buric, der Torwart der SG Flensburg-Handewitt, liefert gegen die Rhein-Neckar Löwen eine starke Vorstellung ab © Getty Images

Flensburg - Die SG Flensburg-Handewitt besiegt in der Handball-Bundesliga auch die Rhein-Neckar Löwen. Vor allem in der zweiten Halbzeit drehen die Norddeutschen auf.

von Sportinformationsdienst

Holger Glandorf und Co. tanzten nach ihrer Machtdemonstration im Spitzenspiel ausgelassen vor dem eigenen Tor, die Flensburger Fans skandierten: "Die Nummer eins im Land sind wir."

Mit unwiderstehlicher Power und gnadenloser Effektivität hat der deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt das Top-Duell der Handball-Bundesliga gegen den Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen gewonnen und eindrucksvoll deutlich gemacht: Der Weg zum Titel führt nur über den weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer. (Service: Tabelle der HBL)

Flensburgs Trainer Machulla will "genießen"

"Insgesamt können wir sehr stolz sein. Die Jungs können zu Recht feiern. Wenn man so was erreicht, kann man das auch mal genießen", sagte Flensburgs Trainer Maik Machulla nach dem 27:20 (14:14) bei Sky.

Nach dem saisonübergreifend 21. Sieg in Serie marschiert die SG mit 26:0 Punkten weiter vorneweg, es folgen mit respektablem Abstand der SC Magdeburg, der THW Kiel (beide 24:4) und die Löwen (19:5). Beste Werfer der Flensburger waren vor 6300 Zuschauern in der Flens-Arena Hampus Wanne und Magnus Jondal mit sechs Treffern, bei den Löwen war Andy Schmid ebenfalls sechsmal erfolgreich.

Allerdings überragte bei den Flensburgern Torwart Benjamin Buric mit starken Paraden. "Wir sind jetzt ein richtiger Kandidat für Meisterschaft", sagte Buric. 

Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen gab nach den Chancen auf die Meisterschaft gefragt, offen zu: "Die Überzeugung ist nicht so groß, wenn man jetzt fragt. Aber lasst uns in drei, vier Monaten nochmal sprechen." Auch Machulla warnte vor verfrühter Euphorie: "Das ist jetzt die Gefahr, dass wir glauben, dass es jetzt von alleine geht. Wir haben den 13. Spieltag, wir haben noch harte Auswärtsspiele, wir bleiben auf dem Boden."

Löwen kurzfristig ohne Groetzki

Flensburg konnte in seiner starken 6:0-Deckung wieder auf Abwehrchef Tobias Karlsson setzen, der zuletzt mit einer Gehirnerschütterung aussetzen musste. Dennoch erwischten die Löwen den stärkeren Start, bei dem Gastgeber mischte sich ein guter Schuss Nervosität in die Aktionen. Erst vergab Hampus Wanne beim Tempogegenstoß, dann leistete sich Torhüter Benjamin Buric einen unnötigen Abspielfehler. Nach zehn Minuten führten konzentrierte Löwen mit 5:3.

Die Mannheimer, die kurzfristig ohne ihren Nationalspieler Patrick Groetzki (Bauchmuskelzerrung) auskommen mussten, fanden vor allem auf den Außenpositionen immer wieder Lücken in der SG-Defensive. Und im Tor hatten die Gäste mit dem Schweden Mikael Appelgren zunächst den Keeper mit den heißeren Fingern. 

Flensburg in Halbzeit zwei stark

Die Löwen, die erst auf der Zielgeraden der vergangenen Saison die Meisterschaft an die Flensburger verloren hatten, spürten, dass sie die Hausmacht mit ihrem konsequenten Angriffsspiel über Regisseur Schmid ärgern können. Auch in der Champions League hatte sich die SG bei bereits fünf Niederlagen verwundbar gezeigt.

Flensburg schaltete zu Beginn des zweiten Durchgangs aber einen Gang hoch und ging beim 16:15 durch Jim Gottfridsson erstmals in Führung (35.). Auch Routinier Holger Glandorf fand in die Partie und erhöhte auf 20:16 (44.) für die nun unwiderstehlichen Flensburger mit einem starken Keeper Benjamin Buric. Bei den Löwen war der Stecker gezogen, sie hatten nicht die Energie, um noch einmal zurückzukommen. 

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