Rhein-Neckar Loewen v HSV Hamburg - DKB HBL
Löwen-Coach Nicolaj Jacobsen bangt um die Zukunft der HBL © Getty Images

Die Handball-Bundesliga galt lange als stärkste Liga der Welt. Löwen-Trainer Jacobsen sieht die HBL jetzt aber auf dem absteigenden Ast und fürchtet um ihr Ansehen.

von Sportinformationsdienst

Erfolgs-Coach Nicolaj Jacobsen schlägt Alarm.

"In der Spitze ist die Bundesliga nicht mehr die beste Liga der Welt", sagte der Trainer des deutschen Handball-Vizemeisters Rhein-Neckar Löwen in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen.

Der Däne sieht in der großen Belastung in der Bundesliga einen Nachteil für die deutschen Vereine: "Die Stars gehen lieber nach Veszprem, Kielce, Barcelona, Nantes, Montpellier oder Paris. Dort bekommt man mehr Geld für weniger Strapazen. Das hat sich bei den Topspielern herumgesprochen."

Der Löwen-Coach fürchtet sogar, dass der Abstand zu den europäischen Topklubs eher noch größer wird: "Es gibt noch Spieler wie Andy Schmid, Domagoj Duvnjak und Niklas Landin, die seit Jahren hier sind und bleiben werden. Aber wenn die mal weg sind, wird es noch schwerer für die Bundesliga."

In der kommenden Champions League rechnet Jacobsen nicht unbedingt damit, dass nach zweijähriger Abstinenz wieder ein deutscher Klub in das Final Four der Königsklasse in Köln einzieht. "Es ist kein Zufall, dass zuletzt zweimal in Folge keine deutsche Mannschaft beim Final Four war. In dieser Saison sind Flensburg und wir auch nicht unbedingt die heißesten Anwärter darauf – und dann würde zum dritten Mal ein Bundesligist fehlen."

Ähnliche Befürchtungen hatte bereits Nationalspieler Uwe Gensheimer geäußert. Der Paris-Legionär stellte eine schwindende Attraktivität fest und hob einen Vorteil in Frankreich hervor.