Magdeburgs Matthias Musche ,machte zehn Tore gegen Minden
Torjäger Matthias Musche ist ein Grund für den Höhenflug des SC Magdeburg © Getty Images

Magdeburg - Überraschungstabellenführer SC Magdeburg rockt die Handball-Bundesliga. Großen Anteil daran haben Trainer Bennet Wiegert und Torjäger Matthias Musche.

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Sechs Spiele, sechs Siege - Tabellenführung, Meisterträume: Der SC Magdeburg ist zurzeit die heißeste Nummer im deutschen Handball.

Der "ICE der Bundesliga" rast mit spektakulärem Tempospiel von Erfolg zu Erfolg - und lässt Erinnerungen an die legendäre Meistermannschaft um Stefan Kretzschmar wach werden.

"Sollten sich die anderen mehr Schwächephasen erlauben als gedacht, dann sind wir natürlich gerne da", sagte Magdeburgs Torjäger Matthias Musche vor dem Duell mit Minden (Handball-Bundesliga: SC Magdeburg - TSV GWD Minden ab 19 Uhr im LIVETICKER).

Ja, der SCM könne 18 Jahre nach dem großen Coup von Kretzschmar und Co.wieder den Sprung nach ganz oben schaffen: "Aber das können vier weitere Teams auch. Und die sind alle verdammt stark."

So richtig stark spielen bislang aber vor allem die Magdeburger. Mit den deutlichen Siegen bei der MT Melsungen und gegen den THW Kiel setzte das erfahrene Team von Trainer Bennet Wiegert zwei dicke Ausrufezeichen. (DATENCENTER: Tabelle der Handball-Bundesliga)

Magdeburg winkt der Startrekord

Im Heimspiel gegen GWD Minden winkt am Donnerstag nun der siebte Sieg - es wäre der Startrekord für den Traditionsklub, der seine letzte große Zeit Anfang der 2000er Jahre damals noch unter Alfred Gislason erlebte. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse der Handball-Bundesliga)

Die neue Stärke kommt nicht von ungefähr. Seit drei Jahren arbeitet Coach Wiegert, Sohn von Handball-Ikone Ingolf Wiegert, mit der Mannschaft, die Fluktuation im Kader ist minimal. Die Abläufe auf dem Feld wirken einstudiert, das Team ist ein verschworener Haufen. 

"Erfolg durch Kontinuität. Das zahlt sich aus", erklärt SCM-Präsident Dirk Roswandowicz die Erfolgsformel. Das Team habe sich unter "Benno" enorm weiterentwickelt. "Die Jungs sind gereift, sie treffen viele richtige Entscheidungen", so der Klubchef.

Das kann Torgarant Musche nur unterstreichen. "Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Gebilde, in das sich die beiden Neuzugänge Albin Lagergren und Ignacio Plaza mit ihrer Qualität sofort einfügen konnten", sagt der Nationalspieler.

Toptorjäger Musche als Erfolgsgarant

Musche ist eines der Gesichter des neuen SCM. 55 Mal traf der pfeilschnelle Linksaußen in den bisherigen sechs Spielen - und führt damit die Liga-Torschützenliste mit großem Vorsprung an.

"Das Tempospiel kommt mir als Außen natürlich sehr gelegen", sagt Musche, der seinen Vertrag erst kürzlich bis 2024 verlängerte und damit ein klares Zeichen für den Handball-Standort Magdeburg setzte.

Sein großes Ziel ist die Heim-WM im Januar. "Deshalb sollte ich weiter meine Leistung abrufen und hoffe natürlich, fit und gesund zu bleiben", sagte der Linksaußen.

Magdeburg reif für den Titel?

Für Mindens Trainer Frank Carstens ist der Klub mit den heißblütigen Anhängern in der momentanen Form "auf jeden Fall" ein Titelkandidat. "Der SCM hat sehr gute Möglichkeiten in dieser Saison deutscher Meister zu werden", sagte Carstens und bezeichnete Magdeburg als den "ICE in der Bundesliga, den es zu bremsen gilt".

Coach Wiegert ist schon jetzt aus dem Schatten des großen Gislason getreten - zumindest was die Punktausbeute angeht.

Mit dem Sieg am vergangenen Wochenende in Gummersbach stieg er zum punktbesten SCM-Trainer in der Liga-Historie auf, verbesserte seinen Schnitt auf 1,47 Zähler pro Spiel (132 in 90 Spielen). Gislason holte in seiner Ära von 1999 bis 2006 pro Partie 1,46 Punkte.