Christian Zeitz will das Kiel-Kapitel beenden
Christian Zeitz will das Kiel-Kapitel beenden © Imago

Christian Zeitz nimmt öffentlich zum eskalierten Vertragszeit mit dem THW Kiel Stellung und "berichtigt wesentliche Punkte".

Nachdem der Vertragszoff mit dem THW Kiel zuletzt darin gipfelte, dass der Handball-Rekordmeister ihn aus der Ahnengalerie entfernte, hat Christian Zeitz mit einer langen Stellungnahme reagiert

Der Ex-Weltmeister hatte sich zuletzt eine gerichtliche Auseinandersetzung mit den Kielern geliefert, weil er die Rechtmäßigkeit der vereinbarten Laufzeit mit Ende 30. Juni 2018 anzweifelte.

"Aufgrund des Verhaltens und der Kommunikation seitens des THW Kiel" sei es Zeitz ein  "echtes Anliegen, seine Sicht der Dinge darzustellen und verschiedene wesentliche Punkte zu berichtigen", nachdem er sich bislang nicht öffentlich geäußert hatte – im Gegensatz zum Klub auch "niemals abträglich".

Zeitz spielte ohne Vertrag

Zeitz erklärte, von 2016 bis 2018 ohne schriftlichen und damit insbesondere ohne einen befristeten Vertrag für den THW gespielt zu haben. Der Verein habe das öffentlich anders kommuniziert.

"Es existierte lediglich eine schriftliche Absichtserklärung, zukünftig einen befristeten Spielervertrag abschließen zu wollen, wozu es jedoch bis zum 04.07.2018 nicht gekommen ist", so in der von Veronika Zintl im Namen des Spielers versandten Mitteilung.

Ein von Geschäftsführer Thorsten Storm gesendeter Vertragsentwurf sei "absprachewidrig und insbesondere in einzelnen Passagen unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten derart einseitig zum Nachteil von Herrn Zeitz" gewesen und deswegen nicht akzeptiert worden, so Zeitz' Rechtsanwalt Ullrich Beck.

Zeitz fehlt Niveau? "Äußert fragwürdig"

Beck warf dem Klub vor, anschließend nicht an "einer interessengerechten einvernehmlichen Vertragsgestaltung bereit" gewesen zu sein. Zeitz habe ohne schriftlichen Arbeitsvertrag trotzdem weiter für den Klub gespielt.

Der Verein habe "die Verhandlungen Anfang Februar 2018 einseitig endgültig abgebrochen" und Zeitz mit einer "unbegründeten Kündigung und der Suspendierung von sämtlichen Spielen unter Druck" gesetzt.

Die Begründung der Suspendierung, Zeitz sei "nicht mehr in der Lage gewesen, nachhaltig auf dem Niveau einer europäischen Spitzenhandballmannschaft Handball zu spielen", bezeichnete das Zeitz-Lager als "äußert fragwürdig".

Zeitz hatte auf die Suspendierung mit einer Kündigungsschutzklage reagiert – "als einzige Möglichkeit, seine rechtlichen Interessen zu wahren", so Beck.

Zeitz will Kiel-Kapitel beenden

Der Streit vor Gericht endete in der Vertragsauflösung und einer Entschädigungszahlung in Höhe von 75.000 Euro für Zeitz. Die Summe übersteige die "Regelabfindung in vergleichbaren Fällen um ein Vielfaches", so Beck.

Mit Kiel hatte der wurfgewaltige Rückraumspieler dreimal die Champions League sowie neunmal die deutsche Meisterschaft gewonnen. Im Nationaldress triumphierte Zeitz bei der Europameisterschaft 2004 und der Heim-WM 2007, 2004 holte er in Athen Olympia-Silber.

Die letzte Handlung der Kieler, Zeitz' Trikot aus der Ahnengalerie zu nehmen, findet Zeitz "bedauerlich". Mit der Stellungnahme möchte er das Kapitel Kiel beenden.