Hendrik Pekeler wurde mit den Rhein-Neckar Löwen 2016 und 2017 deutscher Meister © Imago

München - Aufgrund einer möglichen Terminkollision zwischen HBL und Königsklasse drohen den Löwen und Kiel zwei Spiele an einem Wochenende. Die Vereine üben Kritik.

Samstags Spiel in der Bundesliga, sonntags Auftritt in der Champions League: Was im Fußball undenkbar ist, mussten die Handballer der Rhein-Neckar Löwen vergangenen November durchmachen.

Aufgrund einer Terminkollision zwischen der Handball-Bundesliga (HBL) und der Europäischen Handballföderation (EHF) mussten die Löwen am Samstag gegen Leipzig antreten und keine 24 Stunden später am Sonntag in der Königsklasse nach Barcelona reisen. 

Nun droht den Löwen am Wochenende vom 24./25. März ein Déjà-vu. Am Samstag ist das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem Deutschen Meister und dem THW Kiel bereits terminiert und wird auch von der ARD live im Free-TV übertragen. 

CL-Spiele normalerweise am Wochenende

Zudem müssen im Zeitraum vom 21. März bis 1. April die Achtelfinals in der Champions League ausgetragen werden. Das Hinspiel bestreiten die Löwen dabei auswärts beim polnischen Meister Vive Kielce, der seine Partien normalerweise am Wochenende ausrichtet. Somit bleibt für das Hinspiel nur der 25. März.

Wenn sich die Verbände und Rechteinhaber nicht einigen können, droht den Löwen also erneut ein sportlicher "Doppelschlag". "Das HBL-Spiel ist ein ARD-Livespiel, da gibt es vermutlich nichts dran zu rütteln. Die Frage ist, warum wird so ein Spiel dahin gelegt. Das sollte man die Verantwortlichen der HBL mal fragen", kritisiert Löwen-Pressesprecher Christopher Monz bei SPORT1.

"Unvorstellbare" Belastung für Spieler

Die Belastung für die Spieler sei "unvorstellbar", sagt Monz und befürchtet vor allem einen Einbruch nach den beiden Spielen: "An dem Wochenende meistern wir das sicher mit viel Adrenalin, aber im November 2017 hat es uns damals im Anschluss das Genick gebrochen." So verlor der Deutsche Meister die folgenden Spiele gegen Melsungen und Göppingen. 

Ebenfalls betroffen ist der THW Kiel, der im CL-Achtelfinale gegen den ungarischen Vertreter Pick Szeged ran muss. "Wir sind seit eineinhalb Tagen dabei, mit allen Beteiligten zu sprechen. Es ist wie so oft im Handball sehr vertrackt", erklärt Kiels Pressesprecher Christian Robohm. Für den Pokalsieger wären zwei Spiele in zwei Tagen dabei eine neue Erfahrung. "Es wäre ein riesiger sportlicher Nachteil für uns", sagte Robohm zu SPORT1.

Weder HBL noch ARD waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen. Nun heißt es abwarten, ob doch noch eine für die Sportler angemessene Lösung gefunden wird.

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