Collin Morikawa passierte bei der Siegerehrung beim PGA Championship ein Missgeschick: Der Deckel der Trophäe fiel herunter
Collin Morikawa passierte bei der Siegerehrung bei der PGA Championship ein Missgeschick: Der Deckel der Trophäe fiel herunter © Getty Images
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München - Gerade einmal ein Jahr ist Collin Morikawa als Golf-Profi unterwegs und gewinnt mit 23 Jahren sein erstes Major. Wie geht es mit der Golf-Sensation nun weiter?

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Das 16. Loch, ein Par 4 auf dem Kurs der PGA Championship in San Francisco wird Golf-Shootingstar Collin Morikawa für immer in Erinnerung bleiben.

Mit einem Traum-Abschlag bis kurz vor die Fahne legte er am Sonntag den Grundstein für sein Eagle. Wenige Minuten später war es dann perfekt: Der 23 Jahre alte Morikawa hat sein erstes Major-Turnier gewonnen. "Das sind die Momente, an die ich mich ein Leben lang erinnern werde", sagte der ehemalige Student der University of California nach seinem Coup.

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Noch vor etwas mehr als einem Jahr wurde er auf Weltranglisten-Position 631 notiert, nun steht Morikawa auf Rang fünf und wird plötzlich mit den größten Golf-Spielern aller Zeiten verglichen.

Morikawa: Vergleich mit Superstars "wäre vermessen"

So waren mit Rory McIlroy und Jack Nicklaus seit dem zweiten Weltkrieg nur zwei Spieler jünger bei ihrem ersten Sieg bei der PGA Championship. Tiger Woods war bei seinem Debüt in San Francisco ein paar Tage älter als Morikawa.

"Es wäre vermessen, mich mit ihnen zu vergleichen", meinte Morikawa bescheiden, doch auch er musste eingestehen, "dass man irgendetwas ganz gut gemacht hat", wenn man mit mehrmaligen Major-Siegern verglichen wird. Vor allem wenn man, wie der Halb-Japaner, erst seit einem Jahr als Profi auf der Tour unterwegs ist.

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"Meine Karriere geht ja gerade erst los", scherzte die neue US-Golf-Hoffnung, nachdem ihm beim Hochrecken der Siegertrophäe der Deckel heruntergefallen war. Die mangelnde Erfahrung im Stemmen von Trophäen möchte er schnellstmöglich wett machen. So kündigte Morikawa an: "Ich will nicht nur Majors gewinnen. Ich will jedes Turnier gewinnen."

Jordan Spieth abgestürzt nach Dominanz

Einen ähnlichen, plötzlichen Sprung ins Rampenlicht auf der Golf-Tour erlebte 2017 auch Jordan Spieth. Damals gewann der US-Amerikaner im Alter von 23 Jahren das Major-Turnier "The Open" und war damit nur noch ein Turnier vom Karriere-Grand-Slam entfernt. Zwei Jahre zuvor hatte Spieth bereits die US Open und das Masters für sich entschieden.

Der The-Open-Triumph war bereits sein 14. Titel auf der PGA-Tour – es schien klar: Spieth war der Mann der Zukunft und könnte sich anschicken die Rekorde eines Tiger Woods eines Tages anzugreifen.  

Gut drei Jahre später steht Spieth noch immer bei 14 Titeln und schaffte bei der PGA Championship mit insgesamt vier Schlägen über Par gerade einmal den geteilten 71. Platz von 79 Teilnehmern, die den Cut schafften.

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Schmaler Grat im Golf

Der ehemalige Weltranglistenerste hat Form sowie Selbstvertrauen komplett verloren und ist in der Weltrangliste bis auf Platz 60 abgerutscht. Mit seinem Ehrgeiz und seiner Optimierungssucht hat Spieth sein einst so beeindruckendes Spiel für den Moment komplett zerstört.

Für die neue Golf-Hoffnung Morikawa dürfte Spieths brutaler Absturz Warnung genug sein, jeden Erfolg voll auszukosten. Denn auch wenn der 23-Jährige momentan unschlagbar scheint, ist es im Golf nur ein schmaler Grat zwischen purem Selbstvertrauen und purer Ratlosigkeit.

Morikawa stehen mit seinem beeindruckenden Gesamtpaket alle Türen offen, doch erst wenn er konstant über mehrere Jahre Erfolge einfahren kann, wird er auch von Golf-Experten in einem Atemzug mit Legenden wie Nicklaus, Woods oder McIlroy genannt.

Der Abschlag an Loch 16 wird ihn aber auf jeden Fall ein ganzes Leben lang begleiten.