Porsche European Open - Day One
Allen John schaffte es auf Platz zwei bei Turnier in Hamburg © Getty Images

Hamburg - Allen John gelang bei den German Open in Hamburg eine kleine Golf-Sensation. Der stark hörbehinderte Deutsche wirbelte gehörig die Weltelite zusammen.

Der 30-Jährige aus St. Leon-Rot lag lange Zeit an der Spitze des Feldes und belegte am Schluss mit insgesamt 278 Schlägen einen nie erwarteten zweiten Platz.

Nur der Engländer Richard McEvoy brauchte einen Schlag weniger, mit einem perfekten langen Putt am 18. Loch holte sich die Nummer 275 der Weltrangliste den zweiten Sieg binnen einer Woche. Vor sieben Tagen hatte McEvoy ein Turnier der Challenge Tour im französischen Le Vaudreuil gewonnen.

Nicht mehr aufs Podium gelangte Patrick Reed. Der diesjährige Masters-Gewinner leistete sich zum Turnierende hin zu viele Fehler. Gleiches galt für seinen über drei Tage hinweg führenden US-Landsmann Bryson DeChambeau.

"Das war eine unglaubliche Runde. Ich habe immer wieder versucht, in meiner Routine zu bleiben", sagte John, der seine größten sportlichen Erfolge bislang bei den schwerhörigen Golfern gefeiert hatte. So wurde er 2016 Weltmeister, ein Jahr später siegte er bei den Deaflympics.

Kein Preisgeld für John

Mit einer 67er-Runde zum Abschluss - Bestwert am Schlusstag - kam der in Ludwigshafen geborene John so nah wie noch nie auf der PGA-Tour an einen Sieg heran. Nach einer langwierigen Verletzung am Schambein hatte sich der Sport- und Fitnesskaufmann reamateurisieren lassen, mit aktuell unerwarteten finanziellen Folgen: Bei den mit zwei Millionen Euro dotierten German Open geht er komplett leer aus.

Doch darüber mochte sich die Nummer 944 der Weltrangliste nicht grämen: "Ich habe die Atmosphäre genossen und ganz viel Selbstvertrauen in die Zukunft mitgenommen. Vielleicht gibt es ja auch einen Weg zurück zu den Profis."

Seine deutschen Profikonkurrenten jedenfalls konnten John sportlich diesmal nicht das Wasser reichen. Am nächsten kam ihm noch der Berliner Philipp Mejow, der mit 285 Schlägen 29. wurde. Insgesamt hatten sieben von 18 deutschen Spielern am Freitag den Cut überstanden.

Die German Open werden ab 2019 möglicherweise erst im Herbst ausgetragen. Turnierdirektor Dominik Senn verspricht sich von diesem neuen Termin die Option, ein noch hochkarätigeres Teilnehmerfeld zusammenzustellen.