US-Präsident Donald Trump will die Fußball-WM 2026 in die USA holen
US-Präsident Donald Trump will die Fußball-WM 2026 in die USA holen © Getty Images

US-Präsident Donald Trump macht sich für die Bewerbung der USA für die WM 2026 stark und droht Gegnern mit politischen Konsequenzen.

US-Präsident Donald Trump hat Gegnern der nordamerikanischen Bewerbung um die Austragung der Fußball-WM 2026 indirekt politische Konsequenzen angedroht. In einem Tweet lobte der Staatschef die gemeinsame Kampagne mit Kanada und Mexiko. Nationen, die dagegen sind, müssen offenbar mit Trumps Groll rechnen.

"Es wäre eine Schande, wenn Länder, die wir immer unterstützen, gegen die Bewerbung der USA Lobbyarbeit leisten. Warum sollten wir diese Länder unterstützen, wenn sie uns nicht unterstützen (auch nicht bei den Vereinten Nationen)?", schrieb Trump. Die amerikanische Bewerbung bezeichnete er als "stark". Einziger Kontrahent der Kampagne ist Marokko.

Die Endrunde soll am 13. Juni beim FIFA-Kongress in Moskau vergeben werden. Die Verbände dürfen sich dabei aber nicht nur zwischen Marokko und der Dreierbewerbung entscheiden, ausdrücklich ist auch die Option "Keiner von beiden" vorgesehen. Dann würde die WM neu ausgeschrieben werden.

DFB entscheidet nach sachlichen Kriterien

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird sein Wahlverhalten kurzfristig festlegen, wenn die Bewertung der Bewerber durch die FIFA-Taskforce vorliegt. "Der DFB wird ausschließlich nach sachlichen Kriterien zu einem Ergebnis kommen. Wir lassen uns von politischen Bedingungen nicht beeinflussen", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Frank Steffel, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Sportausschuss, bezeichnete Trumps Tweet als "Skandal". Die Meldung sei "eine massive Provokation des Kongresses des FIFA-Weltverbandes und soll internationale Sportverbände einschüchtern", ließ Steffel mitteilen: "Diese Art der politischen Einmischung ist untragbar und muss zu einer eindeutigen Zurückweisung seitens des Weltverbandes führen."

Die FIFA, die jede politische Einflussnahme verbietet, reagierte eher zurückhaltend und verwies auf die Statuten, speziell auf die Verhaltensregeln für den Bewerbungsprozess. In denen ist klar aufgeführt, dass auch "Aktivitäten der Regierung(en)" einen nachteiligen bis unzulässigen Einfluss auf die Integrität der Bewerbung darstellen können.

Frankreich stimmt für Marokko 

Trump hatte sich in den vergangenen Tagen mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron getroffen und dabei zumindest öffentlich große Verbundenheit mit seinem Amtskollegen demonstriert. Noel Le Graet, der Chef des französischen Fußballverbandes (FFF), hatte allerdings bereits erklärt, für Marokko stimmen zu wollen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sein Wahlverhalten noch nicht festgelegt.

Der Präsident des afrikanischen Kontinentalverbandes (CAF), Ahmad Ahmad, hatte zuletzt öffentlich die Unterstützung Europas für Marokkos WM-Bewerbung gefordert. Als Gegenleistung würde der afrikanische Verband einen zukünftigen europäischen Bewerber unterstützen. "Stimmt für uns, und wir werden das nächste Mal für euch stimmen", sagte Ahmad der französischen Nachrichtenagentur AFP.

"Zeitzonen, Entfernung, Fans, das alles ist im Interesse von Europa", sagte Ahmad und betonte den Gegensatz zu der nordamerikanischen Bewerbung. Er erklärte zudem, dass Afrika und der CAF fest hinter Marokkos Bewerbung stünden. Dennoch gilt die nordamerikanische Kampagne als Favorit.

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