Nach der EM 2016 hatte Zlatan Ibrahimovic seinen Rücktritt vom Nationalteam erklärt
Nach der EM 2016 hatte Zlatan Ibrahimovic seinen Rücktritt vom Nationalteam erklärt © Getty Images

Die Diskussion um ein Comeback von Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic beeinträchtigt Schwedens Vorbereitung auf die WM. Der Test in Rumänien wird zum Skandalspiel.

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Bei dem deutschen WM-Gruppengegner Schweden kann von einer reibungslosen Vorbereitung auf die WM 2018 keine Rede sein.

Das liegt hauptsächlich daran, dass immer noch heftig über die Rolle von Zlatan Ibrahimovic gestritten wird. Der alternde Stürmerstar hatte zwar nach der EM 2016 seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt, kokettiert seitdem aber immer wieder mit einer möglichen Rückkehr.

"Wenn ich will, bin ich dabei. Sie rufen mich jeden Tag an, fragen mich, wie ich mich fühle und was ich will", tönte der 36-Jährige sogar jüngst in der Zeitung Aftonbladet.

Nationaltrainer nervt Ibrahimovic-Diskussion

Nationaltrainer Janne Andersson sieht dies aber anders. Schließlich sei er es, "der die Mannschaft aufstellt", wie er vor dem Testspiel der Schweden in Rumänien noch einmal im Expressen klarstellte.

Und in Richtung Ibrahimovic legte er nach: "Ich habe keinen Kontakt mit Spielern, die Nein zur Nationalmannschaft gesagt haben."

Dass in Schweden immer noch so heiß über den 116-maligen Nationalspieler diskutiert wird, hängt aber auch mit den zuletzt schwachen Auftritten der Auswahl gegen Chile und Rumänien zusammen.

Harte Kritik an der Mannschaft

"Das ist armselig. Schaut euch dieses Match an und sagt mir, dass wir Zlatan Ibrahimovic nicht vermissen", sagte Ex-Profi Alexander Axen am Dienstagabend nach dem 0:1 in Craiova gegen Rumänien im TV-Sender TV4.

Und Trainer Hans Backe, der in Dänemark mit Aalborg 1999 Meister wurde, fügte an: "Es ist möglich, dass Schweden sich ohne Zlatan Ibrahimovic für eine EM oder WM qualifiziert. Aber wenn du den nächsten Schritt machen und die Gruppenphase überstehen willst, brauchst du einen Spieler wie Ibrahimovic, der Partien für dich gewinnen kann."

Bis zur Bekanntgabe des WM-Kaders am 15. Mai dürfte den Schweden, die am 23. Juni auf Deutschland treffen, die Diskussion erhalten bleiben. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Skandalspiel in Rumänien

Für die Pleite in Rumänien, der eine 1:2-Niederlage gegen Chile vorausging, machten die Schweden aber auch die skandalösen Umstände in Craivoa verantwortlich.

Sie beschwerten sich vor allem über die Auswahl eines Rumänen als vierten Offiziellen, der nach Aussage von Trainer Andersson immer wieder auf den Platz geschrien und Fouls der Gäste moniert habe. Nach dem Spiel habe er sämtliche Spieler umarmt. "Das war etwas zu viel für mich", sagte er dem schwedischen Sender SVT.

Außerdem beschwerten sich zahlreiche Spieler über die schwierigen Platzverhältnisse. "Wenn der Ball einen halben Meter hochspringt und dich in der Kniekehle trifft, siehst du aus wie ein Idiot. Es ist schade, dass das Match dadurch ruiniert wurde", klagte Schwedens Stürmer John Guidetti.

Zu allem Überfluss musste das Spiel kurz vor Ende der ersten Hälfte auch noch vom Schiedsrichter unterbrochen werden, weil auf den Tribünen zahlreiche Böller gezündet wurden.

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