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Was ist für die deutsche U21 bei der EM drin? Von Leader Maier über Rekord-Juwel Moukoko bis zu Knipser Nmecha - SPORT1 stellt die DFB-Hoffnungsträger vor.

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Die deutsche U21 greift bei der EM an. In Szekesfehervar gegen Gastgeber Ungarn startet Deutschland in das Turnier (U21-EM: Ungarn – Deutschland ab 21 Uhr im LIVETICKER).

"Wir haben uns den Slogan 'Besondere Zeiten, besonderes Team' gegeben", sagte DFB-Trainer Kuntz. "Jetzt müssen wir diesen Satz mit Leben füllen." Keine einfache Aufgabe, nicht nur aufgrund der von der Corona-Pandemie bestimmten äußeren Umstände. (SERVICE: Alles zur U21-EM)

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Will die DFB-Auswahl im Mai bei der Turnierfortsetzung im Viertelfinale mitmischen, muss sie unter die ersten beiden der Gruppe kommen. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der U21-EM)

Mit den starken Niederländern und den unberechenbaren Rumänen stehen neben Außenseiter Ungarn aber ernsthafte Konkurrenten im Kampf um den Einzug in die K.o.-Runde auf dem Spielplan. (SERVICE: Die Gruppen und Tabellen der U21-EM)

Dass das DFB-Team nicht zu den Favoriten auf den Titel gehört, macht Kuntz allein schon an den Marktwerten aller EM-Spieler fest. "Ridle Baku liegt da als wertvollster Deutscher auf Platz 31", sagte Kuntz. "Und danach kommt lange gar keiner mehr." Nächster in der Liste ist Youssoufa Moukoko. Der Dortmunder könnte Geschichte schreiben. SPORT1 stellt die deutschen Spieler vor:

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TOR:

Markus Schubert (Eintracht Frankfurt/22/6/0): Schubert war schon bei der EM 2019 dabei, musste sich aber hinter Alexander Nübel einordnen. Zwei Jahre später ist er nominell die Nummer eins, auch wenn er bei Eintracht Frankfurt hinter Kevin Trapp bislang noch nicht zum Einsatz gekommen ist.

Lennart Grill (Bayer 04 Leverkusen/22/7/0): Gab Ende Februar gegen den SC Freiburg (1:2) nach der Verletzung von Lukas Hradecky sein Debüt im Leverkusener Tor, inzwischen kommt er auf vier Bundesligaspiele (sieben Gegentore). Grill nahm 2016 an der U17-EM 2016 in Aserbaidschan teil, bei der er im Halbfinale gegen Spanien (1:2) eingewechselt wurde. Stammt aus der Torhüterschule des 1.FC Kaiserslautern.

Finn Dahmen (1. FSV Mainz 05/22 Jahre/2 U21-Länderspiele/0 Tore): Dahmen hielt im November im Test gegen Slowenien bei seinem U21-Debüt einen Elfmeter. Für den Schlussmann wird die EM nach der U17-WM 2015 in Chile (Aus im Achtelfinale/kein Einsatz) sein zweites großes Turnier. Feiert am Tag des Gruppenspiels gegen die Niederlande seinen 23. Geburtstag.

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ABWEHR:

Stephan Kofi Ambrosius (Hamburger SV/22/1/0): Der gebürtige Hamburger ist beim HSV zum Stammspieler geworden, sein Debüt in der Bundesliga hatte er bereits im März 2018 gegeben. Der 1,83 Meter große Innenverteidiger, der bereits einen Kreuzbandriss hinter sich hat, ist Sohn ghanaischer Eltern.

Amos Pieper (Arminia Bielefeld/23/4/0): Pieper verwandelte 2017 vor 33.450 Zuschauern den entscheidenden Elfmeter im Endspiel der deutschen A-Junioren-Meisterschaft - für Borussia Dortmund, gegen den FC Bayern München. Gegen die Bayern schoss er später auch sein erstes Bundesliga-Tor. Sah in seinem zweiten U21-Länderspiel Rot. Bei der Arminia im Abwehrzentrum gesetzt.

Ridle Baku (VfL Wolfsburg/22/8/0): Als Kuntz im Herbst 2019 seine "neue" U21 aufbaute, waren die Zwillinge Makana und Bote Baku dabei - besser bekannt als Ridle und Rudi. Bote hat sich "Ridle" Anfang 2018 sogar in den Pass eintragen lassen. Inzwischen hat er bis zu Joachim Löw geschafft, spielte dort im November gegen Tschechien. Sein Marktwert liegt inzwischen bei 17 Millionen Euro. Bei Kuntz dürfte er eine Bank auf der rechten Außenbahn sein.

Ridle Baku spielte im vergangenen November gegen Tschechien auch schon für die A-Nationalmannschaft
Ridle Baku spielte im vergangenen November gegen Tschechien auch schon für die A-Nationalmannschaft © Imago

Ismail Jakobs (1. FC Köln/21/4/0): Der sprintstarke Linksfuß hat durch seine starken Leistungen beim FC bereits das Interesse zahlungskräftiger Klubs geweckt, Leicester City und Brighton & Hove Albion sollen angeklopft haben. Jakobs ist deutsch-senegalesischer Herkunft und hat zwei Brüder, von denen einer beim 1. FC Köln in der Jugendabteilung spielt.

Maxim Leitsch (VfL Bochum/22/3/0): Leitsch ist ein echtes Kind des Ruhrpotts: Geboren in Essen, spielte er zunächst für die Essener SG 99/06, dann für Wattenscheid 09 und seit 2008 für den VfL Bochum. Der Innenverteidiger lief bereits für die deutsche U18 und U19 auf und ist eine feste Größe im Team des Zweitliga-Tabellenführers.

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David Raum (SpVgg Greuther Fürth/22/2/0): Als Linksverteidiger glänzt Raum auch als Vorlagengeber - seine zwölf Assists bedeuten den Bestwert der 2. Liga. Im Sommer wechselt er ablösefrei zur TSG Hoffenheim.

Nico Schlotterbeck (1. FC Union Berlin/21/7/3): Schlotterbeck ist derzeit vom SC Freiburg an Union ausgeliehen - genau wie eine Saison zuvor sein älterer Bruder Keven. Älteren Fans bekannt ist zudem Onkel Niels Schlotterbeck, der 207 Erst- und Zweitligaspiele unter anderem für die Stuttgarter Kickers, 1860 München und auch Freiburg bestritt.

Malick Thiaw (FC Schalke 04/19/0/0): Der Innenverteidiger ist einer der wenigen Gewinner auf Schalke, überzeugt an der Seite von Shkodran Mustafi mit gutem Spielaufbau und Robustheit. Seine Nominierung war eine Überraschung - sein Vater stammt aus dem Senegal, die Mutter ist Finnin. Thiaw selbst ist in Düsseldorf geboren und bekam nun kurzfristig den deutschen Pass.

Malick Thiaw (l.) hat in dieser Saison seine ersten 15 Bundesligaspiele bestritten
Malick Thiaw (l.) hat in dieser Saison seine ersten 15 Bundesligaspiele bestritten © Imago

Josha Vagnoman (Hamburger SV/20/4/0): Heißt mit vollem Namen Josha Mamadou Karaboue Vagnoman, sein Vater stammt von der Elfenbeinküste. Bei der U17-WM 2017 in Indien kam der Rechtsverteidiger ebenso für Deutschland zum Einsatz wie später für die U18, U19 und U20. 2019 erhielt Vagnoman die Fritz-Walter-Medaille in Silber.

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MITTELFELD:

Niklas Dorsch (KAA Gent/23/8/1): Dorsch traf im September 2019 bei seinem U21-Debüt nach nur 13 Minuten, auf sein zweites Tor wartet er noch immer. Stammt aus der Bayern-Jugend. Der defensive Mittelfeldmann hat nach seinem Wechsel von Heidenheim in Belgien schnell Fuß gefasst. Weil Dorsch gerne FIFA zockt, rief er unlängst ein Turnier unter den U21-Nationalspielern ins Leben - den "Dorschicup". Der Erlös ging an wohltätige Zwecke.

Anton Stach (SpVgg Greuther Fürth/22/0/0): Als Stach Anfang März beim 1:2 gegen den VfL Bochum sein erstes Tor als Profi erzielte, saß Kuntz auf der Tribüne. Stachs ältere Schwester Emma ist Profi-Basketballspielerin (2019/20 in Ungarn), Vater Matthias ist Moderator bei Eurosport und dort Tennisexperte. Stach selbst kann neben dem defensiven Mittelfeld auch die Innenverteidigung besetzen.

Vitaly Janelt (FC Brentford/22/6/0): Janelt hat von der U17 bis zur U21 alle U-Teams des DFB durchlaufen, mit der U17 nahm er 2015 an der EM in Bulgarien (Final-Niederlage gegen Frankreich) und WM in Chile (Aus im Achtelfinale) teil. Im Oktober 2020 wechselte der vielseitig einsetzbare Defensivstratege vom VfL Bochum zum englischen Zweitligisten Brentford, mit dem er um den Aufstieg kämpft.

Salih Özcan (1. FC Köln/23/11/1): Özcan ist der älteste Spieler im Kader, knapp vor Dorsch und Pieper. Wäre er zwölf Tage früher geboren, hätte er nicht mehr nominiert werden dürfen. 2017 erhielt Özcan vom DFB die Fritz-Walter-Medaille in Gold als bester U19-Juniorenspieler. Der zentrale Mittelfeldspieler war in der laufenden Bundesligasaison nur in drei Partie nicht für den FC auf dem Feld.

Arne Maier (Arminia Bielefeld/22/12/1): Neben Lukas Nmecha ist Maier der einzige Feldspieler, der schon bei der EM 2019 dabei war, als das deutsche Team das Finale erreichte. Damals war er das "Küken" im Team, nun gehört er zu den gestandenen Akteuren. Bei Kuntz ist Maier trotz seiner Verletzung in der Vorbereitung gesetzt, trug sogar schon die Kapitänsbinde - und wird diese Ehre auch in Ungarn erhalten.

Hertha-Leihgabe Arne Maier ist unter Frank Kramer endlich Stammspieler bei Arminia Bielefeld
Hertha-Leihgabe Arne Maier ist unter Frank Kramer endlich Stammspieler bei Arminia Bielefeld © Imago

Mateo Klimowicz (VfB Stuttgart/20/0/0): Der Sohn des früheren Wolfsburg-Stars Diego Klimowicz dürfte für vier Nationen spielen: "Sein Papa ist Argentinier und hat zudem den spanischen Pass, der Opa ist Pole, und er selbst ist in Deutschland geboren", zähl Kuntz auf. Sein Profidebüt gab Klimowicz mit 16 für den argentinischen Zweitligisten Instituto Cordoba. Im zweiten seiner bislang 21 Bundesligaspiele traf der offensive Mittelfeldspieler gegen Mainz.

ANGRIFF:

Lukas Nmecha (RSC Anderlecht/22/14/8): Nmecha hatte seit 2013 insgesamt 31-mal für Englands U-Teams gespielt und im Finale der U19-EM 2017 sogar das Siegtor erzielt. Dann entschied sich der in Hamburg geborene Angreifer nach einem mehrtägigen Besuch von Kuntz für den DFB - und debütierte ausgerechnet gegen England. Kurios zudem: Bruder Felix (18) trug ebenfalls schon die Trikots von Deutschland und England. Lukas war mit sieben Toren bester Deutscher der Qualifikation.

Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund/16/0/0): Das Wunderkind des BVB wird bei einem Einsatz in Ungarn zum mit Abstand jüngsten Spieler in der Geschichte der deutschen U21, hat bereits einen Marktwert von zehn Millionen Euro. Kurios: Der Torjäger wäre auch bei der U21-EM 2027 noch spielberechtigt. "Mit Youssoufa haben wir ein außergewöhnliches Talent in Deutschland, das wir behutsam und leistungsgerecht fördern wollen", sagt Kuntz.

Mergim Berisha (Red Bull Salzburg/22/7/1): Berisha kam in Berchtesgaden zur Welt, nach mehreren Leih-Stationen hat er seit Jahresbeginn im nur 26 Kilometer entfernten Salzburg sportliche Wurzeln geschlagen. Für RB traf er zuletzt sogar in der Champions League gegen Bayern München, in der Liga steht er bei neun Toren aus 18 Spielen. 2017 gewann er mit Salzburg unter Trainer Marco Rose die UEFA Youth League.

Florian Krüger (Erzgebirge Aue/22/5/1): In Aue ist Krüger als Stürmer schon im zweiten Jahr in Folge gesetzt. Bei seinem U21-Debüt traf er im September 2020 gegen Moldau kurz nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt. Die EM werde "ein Riesen-Highlight, wenn nicht sogar das Größte in meiner noch jungen Karriere", sagt Krüger.

Jonathan Burkardt (1. FSV Mainz 05/20/5/2): Burkardt hat in dieser Saison mehr Bundesligapartien (23) bestritten als jeder andere im DFB-Team. Bei fünf der letzten sechs U21-Länderspiele kam der 20-Jährige zum Einsatz. "Immer wenn ich auf dem Feld stand, habe ich ganz ordentlich gespielt", sagt Burkhardt. 

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)