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München und Budapest - Die deutsche U21-Nationalmannschaft kämpft sich ins Viertelfinale. Niklas Dorsch ist im Mittelfeld der Strippenzieher. Der Ex-Münchner strebt nach Höherem.

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Über eine Woche hatte er sich dagegen gewehrt, doch nach dem Einzug ins Viertelfinale der U21-EM war auch Kabinen-DJ Niklas Dorsch machtlos.

"Ich kam ein bisschen später in die Kabine, da lief der 'Bierkapitän' schon. Markus Schubert hat auch einen relativ schlechten Musikgeschmack, er hat das Ding in die Hand genommen", erklärte Dorsch, der lieber Rockmusik auflegt.

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U21-Nationalmannschaft feiert mit Ballermann-Hit

Der Ballermann-Hit "Bierkapitän" gehörte schon 2019 zur Playlist, die die deutsche U21-Nationalmannschaft bis ins Finale führte. Bei der diesjährigen EM-Endrunde erreichte die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz dank einer dramatischen Nullnummer gegen Rumänien am Dienstag mit dem Sprung in die K.o.-Phase das erste Etappenziel. Weiter geht es am 31. Mai mit dem Viertelfinale - ohne den dann gelbgesperrten Dorsch, der also zittern muss, ob er nochmal zum Einsatz kommt. (Spielplan und Ergebnisse der U21-EM)

Eine Niederlage gegen die Rumänen hätte alle Träume schon vorher zunichte gemacht: Die große Anspannung nach 90 intensiven Minuten mit zwei Alutreffern für die deutsche Mannschaft durch Lukas Nmecha (71./Handelfmeter) und Amos Pieper (90.) fiel nach dem Schlusspfiff aber umgehend ab und ging in Feierlaune über. (Die Tabellen der U21-EM)

"Die Stimmung war natürlich gut, die Freude aufs Viertelfinale ist natürlich riesengroß", sagte Dorsch. "Wir hatten drei anstrengende Spiele in sehr kurzer Zeit, aber von Minute zu Minute kommt die Freude immer mehr."

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Dorsch spielt sich bei U21-EM in den Fokus

Der 23 Jahre alte Mittelfeldregisseur ging in allen Spielen voran, zeigte sich als umsichtiger Ballverteiler, aber auch als resoluter Zweikämpfer. Gegen die Rumänen gewann er 68 Prozent seiner direkten Duelle. "Er hat auf der Sechs für meine Begriffe so gute und tolle Spiele gemacht hat", lobte Kuntz seinen Schützling. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Für Dorsch waren die zehn Tage bei der U21-Nationalmannschaft eine willkommene Abwechslung zum teils turbulenten Liga-Alltag beim belgischen Erstligisten KAA Gent.

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"Es war eine riesige Vorfreude bei mir, wieder mit den Jungs aus Deutschland zu spielen. Ich glaube, man hat es mir auch angemerkt, dass ich Spaß hatte, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und Fußball zu spielen", sagte Dorsch.

Chaotische Saison bei KAA Gent - Dorsch ist "bereit für mehr"

In der ersten Saisonhälfte erlebte der Mittelfeldspieler in vier Monaten vier verschiedene Trainer, seit Dezember führt Hein Vanhaezebrouck Regie. Dennoch kam Dorsch konstant zum Einsatz, in 27 Spielen in der Jupiler Pro League gelangen ihm drei Tore. Nach regelmäßigen Startelf-Einsätzen kam er vor Beginn der U21-EM zwei Mal nur von der Bank.

Seine Zukunft ließ er auf SPORT1-Nachfrage offen. "Jetzt geht es wieder nach Belgien zurück. Da geht die Saison nicht mehr so lang wie in Deutschland. Die will ich natürlich so erfolgreich wie möglich beenden. Was sich danach ergibt, werde ich sehen. Natürlich bin ich bereit für mehr, muss ich ehrlich sagen", betonte Dorsch.

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Als 14-Jähriger wagte er den Sprung vom 1. FC Nürnberg in die Jugendabteilung des FC Bayern, durchlief dort alle Nachwuchsteams und feierte unter Jupp Heynckes am 28. April 2018 gegen Eintracht Frankfurt sein Bundesliga-Debüt. Der große Durchbruch blieb ihm aber verwehrt. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Ex-Bayern-Talent Dorsch lässt Zukunft offen

Wenige Monate später wechselte er daher ablösefrei zum 1. FC Heidenheim in die 2. Bundesliga und merkte später an, bei Bayern "einfach keine faire Chance bekommen" zu haben.

Nach dem knapp verpassten Aufstieg in der Relegation gegen Werder Bremen verschwand Dorsch mit seinem Wechsel nach Belgien im vergangenen Sommer auch etwas aus dem Fokus. Umso wichtiger war ihm daher, dass er jetzt beim ersten Teil der U21-EM wieder auf sich aufmerksam machen konnte.

"Ich konnte mich relativ gut zeigen. Das war auch mein Ziel, weil ich wusste, dass das eine große Bühne ist", betonte Dorsch auf SPORT1-Nachfrage. "Wie es für mich persönlich weitergeht, kann ich noch nicht sagen, aber das wird sich früher oder später noch ergeben."