Türkgücü München um Michael Zant steht vor dem Aufstieg in die 3. Liga © dpa
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Regionalliga-Tabellenführer Türkgücü München plant im Falle eines möglichen Aufstiegs in die 3. Liga, seine Heimspiele ganz woanders auszutragen.

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Der Bayerische Fußball-Verband will die Idee von Regionalligist Türkgücü München, im Falle eines Aufstiegs in die 3. Liga seine Heimspiele in NRW auszutragen, nicht unterstützen und tritt in der Münchner Stadionfrage als Mittler auf.

"Ein solcher Umzug von Türkgücü München zum Beispiel nach Nordrhein-Westfalen ist nicht möglich", sagt Heike Ullrich, zuständige Direktorin Vereine, Verbände und Ligen beim DFB. "Die Regularien beinhalten zwar, dass Ausnahmen vom Ausschuss 3. Liga genehmigt werden können. Hier muss aber eine räumliche Nähe zum Sitz des Klubs gewährleistet sein."

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Dennoch bleibt die entscheidende Frage: Kann das Grünwalder Stadion ein weiteres Team verkraften? Offenbar nicht.

In München gibt es mit dem TSV 1860 München und Bayern München II bereits zwei Drittligisten, beide Mannschaften nutzen die Spielstätte alter Tradition für ihre Heimspiele.

In der kommenden Saison könnte mit Türkgücü, das vom früheren Sechzig-Coach Reiner Maurer trainiert wird, nun ein weiterer Klub aus der bayerischen Landeshauptstadt in die 3. Liga aufsteigen: Der Verein führt die Regionalliga Bayern mit acht Punkten Vorsprung an, ist auf dem besten Weg, der erste von Migranten gegründete Fußballverein im deutschen Profifußball zu werden

Türkgücü zieht es in den Westen

Allerdings denkt der Klub ernsthaft darüber nach, im Falle eines Aufstiegs München den Rücken zu kehren und seine Heimspiele im Westen Deutschlands austragen. "Dort hätten wir wahrscheinlich mehr Zuschauer, weil es auch mehr Derbys gäbe", sagte Präsident Hasan Kivran der Süddeutschen Zeitung.

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Zudem würde der Regionalligist, der über kein eigenes Stadion verfügt und seine Heimspiele seit Januar ebenfalls im Grünwalder Stadion austrägt, einen möglichen Engpass umgehen. "Ich weiß, dass wir in München stören", sagte Kivran. 

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Erst Ende Januar war bekannt geworden, dass der Spielbetrieb dreier Teams im "Grünwalder" für die Stadt wäre dies eine enorme logistische Herausforderung wäre.

Eine Rückkehr von Türkgücü in den Sportpark Heimstetten steht gänzlich außer Frage. Hintergrund: Die DFB-Statuten werden bei nur 2.500 vorhandenen, aber 5.000 benötigten Plätzen nicht erfüllt.

DFB: Umzug nach NRW nicht möglich 

Der DFB hat mit Verwunderung auf den Vorschlag Türkgücüs reagiert. "Ein solcher Umzug von Türkgücü München zum Beispiel nach Nordrhein-Westfalen ist nicht möglich", sagt Heike Ullrich, zuständige Direktorin Vereine, Verbände und Ligen beim DFB. "Die Regularien beinhalten zwar, dass Ausnahmen vom Ausschuss 3. Liga genehmigt werden können. Hier muss aber eine räumliche Nähe zum Sitz des Klubs gewährleistet sein."

In der Frage, was bei Ausweichstandorten für eine komplette Saison sportrechtlich möglich ist und was nicht, liegt in der 3. Liga mit dem KFC Uerdingen bereits ein Präzedenzfall vor. Weil die heimische Grotenburg die Kriterien für die 3. Liga nicht erfüllt, trägt der ehemalige Bundesligist seine Heimspiele in dieser Saison in Düsseldorf aus.