Waldhof Mannheim ist gegen die Eingleiderung Chinas U20 in die Regionalliga
Waldhof Mannheim ist gegen die Eingleiderung Chinas U20 in die Regionalliga © Getty Images
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Die geplante Eingliederung der chinesischen U20-Nationalmannschaft in die Regionalliga Südwest stößt auf Kritik. Waldhof droht mit Boykott, der DFB reagiert.

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Boykott-Drohung und wachsende Kritik: Die negativen Stimmen zur geplanten Eingliederung der chinesischen U20-Nationalmannschaft in die Regionalliga Südwest werden immer lauter. Als erster Klub hat nun Waldhof Mannheim angekündigt, etwaige Spiele gegen die Asiaten sogar zu boykottieren.

Waldhof wolle in der kommenden Saison an keinem Spiel gegen die chinesischen Junioren teilnehmen, erklärte der Verein auf seiner Facebook-Seite.

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Contra gab es wenig später jedoch vom DFB - in einer Meldung auf der DFB-Website schrieb der Verband: "Bevor die Verhandlungen weiter konkretisiert worden sind, wurde eine Abfrage bei den Vereinen der Regionalliga Südwest GbR durchgeführt. Dabei hat sich ein klares Meinungsbild ergeben."

DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann erklärte weiter: "Die Klubs der Regionalliga Südwest haben das vorgeschlagene Modell positiv beurteilt."

Mannheim hält zu Pirmasens

Zuvor hatte Mannheim mit Boykott gedroht: "Waldhof Mannheim hat einer Teilnahme an den beiden Partien gegen die Asiaten nicht zugestimmt und wird nach interner Absprache auch an keinem Spiel teilnehmen." Stattdessen haben die Mannheimer dem aus der Regionalliga abgestiegenen FK Pirmasens ein Freundschaftsspiel angeboten.

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Auch wenn eine Partie gegen die Chinesen "eine gute Vermarktungsmöglichkeit" biete, "sollte man den regionalen Bezug nicht komplett verlieren", erklärte Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp: "In den Regionalligen und bei den Vereinen gibt es wichtigere Probleme, welche unserer Meinung nach vorrangig zu klären sind."

Die Mannheimer hatten gegenüber dem Verband bereits in einem Telefonat ihre Bedenken mitgeteilt und um vorherige Klärung von Detailfragen gebeten.

Pirmasens entsetzt über Pläne

Der FK Pirmasens erhielt am Freitag engültig keine Zulassung für die kommende Saison, eine Beschwerde der Pfälzer lehnte die Gesellschafterversammlung ab. Pirmasens hatte bereits am Donnerstag entsetzt auf die Eingliederungspläne reagiert. "Sechs Mannschaften steigen ab, und nun holt der DFB die chinesische Nationalmannschaft. Wir müssen das wohl hinnehmen, aber für mich ist das purer Kapitalismus", hatte Geschäftsstellenleiter Christoph Radtke bei Zeit online gesagt.

Pirmasens hatte laut Radtke "einen Antrag gestellt, die Liga auf 20 Teams aufzustocken, weil auch unser U23-Team als Achter der Oberliga absteigen muss, wenn wir absteigen. Aber statt uns zu behalten, wird nun offenbar, man muss es wohl so sagen, eine Geldquelle aus China ausgewählt. Eine Horrormeldung."

RWE-Präsident kritisiert DFB

Auch aus der Regionalliga West kam am Freitag Kritik. "Wir haben das Gefühl, dass der DFB nicht mehr erkennt, wo die Grenze der Kommerzialisierung liegt", meinte Präsident Michael Welling von Rot-Weiß Essen bei sportbild.de: "Wollen wir für 30.000 Euro wirklich die Seele des Fußballs verkaufen? Ich nicht!"

Hintergrund ist ein Plan des DFB. Der chinesische Nachwuchs soll in der 19er-Liga die Lücke für den jeweils spielfreien Verein füllen und gegen jeden Klub im Saisonverlauf zweimal antreten - ohne offiziell in der Tabelle geführt zu werden. Jeder Verein soll dafür zwischen 15.000 und 20.000 Euro erhalten.