Svenja Huth schnürte gegen Island einen Doppelpack
Svenja Huth schnürte gegen Island einen Doppelpack © Getty Images

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft besteht den Härtetest in Island und kann am Dienstag das WM-Ticket lösen. Eine Potsdamerin wird zur Matchwinnerin.

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Die deutschen Fußballerinnen haben ihre Feuerprobe im isländischen Hexenkessel bestanden und das WM-Ticket so gut wie in der Tasche.

Durch ein 2:0 (1:0) im vorletzten Qualifikationsspiel für die Endrunde 2019 in Frankreich verdrängte die Auswahl von Bundestrainer Horst Hrubesch mit 18 Punkten die Isländerinnen (16) von der Tabellenspitze.

"Gezittert habe ich nicht, ich habe mich nur aufgeregt, weil wir noch viele Chancen liegen gelassen haben. Am Ende war es aber ein hochverdienter Sieg, wir haben fast nichts zugelassen", sagte Hrubesch im ZDF: "Jetzt haben wir alles selbst in der Hand."

Mit einem standesgemäßen Erfolg beim Fußballzwerg Färöer am Dienstag (17.00 Uhr) kann der zweimalige Weltmeister die direkte Qualifikation als Gruppensieger perfekt machen. Das sollte Formsache sein: Das Hinspiel gewann die DFB-Auswahl 11:0.

"Wir sind überglücklich über die drei Punkte. Diesen wichtigen Sieg hatten wir uns fest vorgenommen", sagte die strahlende Matchwinnerin Svenja Huth.

Grindel drückt vor Ort die Daumen

Die Potsdamerin  sorgte mit ihrem Doppelpack (42./74.) für den verdienten Erfolg vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Nationalstadion Laugardalsvöllur, darunter auch Reinhard Grindel. Der DFB-Präsident hatte in der Halbzeitpause die Bedeutung der Begegnung unterstrichen: "Es steht hier für den Frauenfußball auf dem Spiel, dass wir nicht in die zweite Reihe durchgereicht werden."

Die brisante Situation hatten sich die Olympiasiegerinnen im Oktober eingebrockt. Mit 2:3 verlor das DFB-Team damals in Wiesbaden das Hinspiel gegen die Isländerinnen. Die Niederlage war der Anfang vom Ende für Steffi Jones als Bundestrainerin. Im März übernahm die DFB-Allzweckwaffe Hrubesch die Rettungsmission.

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Däbritz scheitert an der Latte

Der 67-Jährige setzte nach drei Siegen in drei Spielen in Abwesenheit der Kapitänin Dzsenifer Marozsan (Lungenembolie) in Reykjavik auf einen Bayern-Block aus fünf Münchnerinnen. Nachvollziehbar, denn zwei Wochen vor Liga-Start mussten die Spielerinnen bei ungemütlichem Herbstwetter einen Kaltstart meistern.

Mangelnde Wettkampfpraxis war den Deutschen gegen robuste Isländerinnen ab und an anzumerken. Nach einem strammen Lattenschuss der stark aufspielenden Mittelfeldspielerin Sara Däbritz (12.) übernahm das DFB-Team aber das Kommando.

Doch erst Huths Abstauber nach einem abgefälschten Schuss von Melanie Leupolz, den Islands Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir abprallen ließ, brachte die verdiente Führung.

Huth sorgt für Entscheidung

Eingepackt in eine schwarze Regenjacke begleitete Hrubesch den Auftritt seiner "Mädels" durchgehend in der Coachingzone stehend, immer wieder rief das einstige Kopfball-Ungeheuer Kommandos. Sein Team blieb auch im zweiten Durchgang spielbestimmend, doch die von der Wolfsburgerin Sara Björk Gunnarsdottir angeführten Isländerinnen steckten nicht auf.

Ein Schuss von Fanndis Fridriksdottir (57.), der knapp am Tor vorbeistrich, bestrafte beinahe eine Unaufmerksamkeit der DFB-Defensive. Doch dann sorgte Huth mit ihrem sechsten Treffer im 39. Länderspiel für Ruhe.